2014. Das Jahr in dem wir wieder mit dem Bloggen anfangen.

Die Arbeit bei einem Startup, we es hauptsächlich um deutsche Blogs geht bringt einen in eine ganz komische Situation. “Und, bloggst Du denn auch?” hmm ja aber eigentlich eher letztes Jahrzehnt? ;)

Dabei ist es vollkommen spannend, wie die deutsche Blogosphäre sich so entwickelt hat. Natürlich gibt es weiterhin die klassischen Blogs, die es damals auch schon gab – aber nun kommt eine riesige Menge neuer Blogs hinzu. Bloggen ist Alltag geworden.
Also, altes Blog rausholen, entstauben, und wieder anfangen.

Über 1.600 Beiträge aus alten Jahren waren nicht ganz so einfach rüberzuholen, aber jetzt ist es vermutlich größtenteils geschafft. Und ich kann neu loslegen. Dabei kann ich fast alte Sachen wieder hervorholen … beim der Fehlersuche des Imports habe ich mehrere alte Beiträge gelesen und muß (leider?) feststellen – so würde ich immer noch schreiben.

2014. Das Jahr in dem wir wieder mit dem Bloggen anfangen.
Na gut, üben. Und schauen wer überhaupt noch einen RSS-Feed abonniert hat. ;)

Eine Woche Berlin – republica und mehr

re:publica 11 April in Berlin – das heißt republica. Während ich letztes Jahr leider aus familiären Gründen nicht teilnehmen konnte, freue ich mich dieses Jahr auf alte und neue Bekannte und Freunde. Vor allem auf die neuen – weil die Erfahrungen der letzten Wochen gezeigt haben, daß ‘das komische Zeugs’ was ich so seit Jahren betreibe endlich Mainstream geworden ist.

Das Spannungsfeld zwischen ‘alten’ und den ‘neuen’ ist eine der Sachen, auf die ich besonders gespannt sind. Und wie sich Unternehmen auf der republica präsentieren wollen bzw. teilnehmen wollen. Ich habe von bestimmer Stelle die echaufierte Meinung gehört, man hätte es abgelehnt, X auf die Bühne zu lassen. Meine lapidare Antwort darauf: Klar, weil da kein wirklicher Mehrwert für die Beteiligten zu erwarten war. Firmen haben die Chance, sich das was ich so gerne als Kleinbloggersdorf bezeichne aus der Nähe zu betrachten und sich diesem Biotop zu nähern. ;)

Bedauerlicherweise sieht es so aus, als wenn wir kein gutes Wetter haben werden (heute am Vortag ist es naß, kalt und regnerisch), mal schauen ob wir auch drinnen zurechtkommen. Besonders freue ich mich auch mehr internationale Teilnehmer sehen zu können, dazu gehört unter anderem auch das Team von Netshelter, einem Vermarkter für Blogs der u.a. auch mit Sascha Pallenberg zusammenarbeitet und das Netshelterhaus hosten wird.

Ich sollte wohl nicht so laut verkünden daß ich die letzten Tage richtig viel Technik geschrottet habe – die Batterien von einem ipod und der Videokamera, eine Festplatte und wie es aussieht ist mir auch die Wlan-Funktion meines Laptops abhanden gekommen – keine idealen Voraussetzungen für den Test des ipad2, welches ich für die Simyotour ausprobieren werde …

re:publica 11Zusammen mit einer Handvoll anderer Blogger werden wir das ipad2 und das HTC incredicble testen. Ich persönlich bin ja zufriedener Multisim-Kunde bei o2, aber ab und an – vor allem in der Bahn zwischen Lübeck und Hamburg sowie Hamburg – Berlin – ist die Abdeckung so schlecht, daß es keinen Spaß macht zu arbeiten. Ich habe zwar ein ipad mit UMTS-Funktionalität, bin aber bisher nicht dazu gekommen, es im Feld richtig auszuprobieren. Das will ich jetzt die nächsten 4 Wochen nachholen und es schick, daß ich mit dem Test nicht nur die republica sondern auch die next zum Testen mitnehmen kann. ;)

Vorschläge für zu testende Apps werden gerne entgegengenommen. ;)

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Von den Blinden und den Farben oder warum Reisen die Batterien auflädt

Der von mir sehr geschätzte Mirko Lange hat auf talkabout einen Artikel zum E-Post-Thema “Von Miesepetern, Nörglern und Grantlern %u2013 Deutsches Business in Zeiten des Web 2.0” geschrieben. Sein Fazit zieht einen guten Vergleich zwischen klassischer Öffentlichkeitsarbeit und der im Umfeld von heute:

Und was kann man aus der Sicht der PR daraus lernen?

Ich würde sagen: Vor allem braucht es jemanden aus den Unternehmen, der ganz, ganz nah an der Szene ist. Nicht als “Spion, sondern als Teil der ganzen Geschichte. Und der muss mit am Tisch so vieler Planungen sitzen um mit zu beurteilen: So wird die Community reagieren. Das war analog schon immer auch die Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit – wenn sie als Stabstelle implementiert war: Abzuschätzen, wie die Öffentlichkeit auf bestimmte Handlungen eines Unternehmens reagiert. Deswegen muss dieser “Social Media Experte verstehen, wie die Menschen im Social Web ticken. Er muss erkennen, wie die Mechanismen funktionieren, was im Einzelnen Shitstorms und Empörungswellen befeuert. Und er muss für Gespräche zur Verfügung stehen. Sofort. Nicht nach einwöchigem Beratschlagen. Das geht aber nur, wenn man vorher seine Hausaufgaben macht. Und er (natürlich auch “sie) muss so reden, wie die Menschen in den sozialen Medien reden. Er (oder: Sie) muss dort anerkannt sein. Spindoctorn wird auch hier nicht gelingen. Aber er (oder: sie) kann dazu beitragen, dass solche Geschichten nicht eskalieren.

Wie üblich, die die verstehen brauchen diesen Artikel nicht, und die, die nicht verstehen wollen oder können werden ihn wieder ignorieren. Ich setze inzwischen die Hoffnung auf die Unternehmen, die zwar auch wenig aus den letzten 10-15 Jahren gelernt haben, aber bei denen man wenigstens mit Logik durchkommt. Und wenn das nicht hilft, mit Kostenberechnungen.

Der wirkliche Geburtsfehler des Internets
Es gibt einen Geburtsfehler des Internets: anzunehmen, daß alle gleich sind und alle das gleiche wollen / wünschen / kaufen / erleben wollen. In der Endstufe, irgendwann in ein paar Jahrhunderten, werden wir hoffentlich eine Gesellschaft haben, die wir in Raumschiff Enterprise präsentiert bekommen (oder sowas ähnliches). Noch aber leben wir auf der Erde im Jahre 2010, und es gibt unterschiedliche Gruppierungen, als Beispiel Unternehmen und Stammtische genannt. Solange beide Welten versuchen, “ihre” der anderen komplett überzustülpen, gibt es Stress. Alternativ kann man auch Politik und X nehmen, oder “wenn Intelektuelle dem Volk Leseempfehlungen geben”, oder oder oder.

Das Problem ist nicht Utopia. Sondern wie wir dort hinkommen und wie man die Wege / Strukturen / Möglichkeiten schaffen kann, dahin zukommen.

Ich schrieb drüben im Kommentar: “Es hilft, Idealistin zu sein”. Es bedeutet, daß ich trotz der Widerstände immer wieder versuche, die verschiedenen Lager zusammenzubringen. Und daran glaube, daß es irgendwann verdammt noch mal gehen muß. Man muß auch den Stammtischlern Chancen geben, ihre Fehler einzusehen und weiterzukommen. Und Politikern. Und Unternehmen. Und anderen Gruppierungen. Ihnen eine Hand reichen und sagen “hei, ich kenn das hier, und ich möchte Dir helfen zu verstehen, warum ich das gut finde und was es für mich bedeutet. Vielleicht ist es auch was für Dich”.

Erst zuhören, dann agieren gilt für alle
Es bedeutet für mich aber auch zuzuhören und zu hinterfragen, warum die anderen die Welt nicht so sehen, wie ich sie sehe. Der oben angesprochene Blinde kann mir genauso gut vorwerfen: “Schön, daß Du Farben sehen kannst. Ich aber kann Dinge mit meinen Fingern ertasten, meine anderen Sinne sind so geändert, daß Du im Vergleich blind bist!”. Um mit den vermeintlich Blinden zu reden hilft es nicht, immer wieder nur die Farben hervorzuholen und darauf zu bestehen, daß sie ‘sehen’. Mit welchem Recht eigentlich?

Die Realistin in mir hat schon lange Konsequenzen gezogen, und hält die interne Idealistin in Schach: Wenn ich auf jemanden treffe, der mir ernsthaft zeigen kann, daß ein Interesse am Zuhören und Lernen besteht, klasse. Bei anderen versuche ich das zwar auch ab und an, aber wer gegen die Wand laufen will oder Zeit seines Lebens am Stammtisch bleiben möchte, bitte. Eine andere Konsequenz sind meine regelmäßigen Reisen ins Ausland, speziell die USA.

Nicht etwa, weil “Amerika so toll ist” sondern weil die Menschen die ich dort treffe meine Idealisten-Batterie auffüllen. Selbst wenn es eine Gruppe ist, mit der ich wenig zu tun habe, wie zum Beispiel meine nächste Reise zur Blogher. Über tausend Frauen – die normale Sorte, die sich vorher über Schuhe, Rezepte, Babies usw. ausläßt, von Hausfrau bis Geschäftsfrau – kommen in New York zusammen und werden hauptsächlich über Themen reden, mit denen ich wenig bis gar nichts zu tun habe.

Warum eine ‘komische’ Konferenz gut für meine geistige Gesundheit ist
Warum fahre ich also dahin? Dazu reicht ein Blick auf die Blogergebnisse der letzten 6 Monate: Menschen lieben es online zu kommunizieren, andere Menschen kennenzulernen – aber dann will man sich auch ‘in echt’ sehen. Ich will sehen, wie all diese Frauen mit ihren Handys – inzwischen fast alle mit Smartphone – rumlaufen werden und sich über Twitter koordinieren werden. Tipp: Einfach mal den Tab offen lassen, um die Masse an neuen Tweets am Abend zu sehen – Suche nach blogher – und das ist nur die Aufregung vor dem Event.

Ich will sehen, wie Marken und Firmen versuchen, mit diesen Frauen in Kontakt zu kommen – nicht auf der intellektuellen Ebene sondern auf der “ich habe ein Produkt, was Du offensichtlich wirklich magst – let’s talk!”. Gruppendruck, soziale Normen usw. inklusive. Eben nicht Kleinbloggersdorf und die Stammtische, sondern die reale Welt. Nicht falsch verstehen: Stammtische sind *Teil* der realen Welt – aber sie bestimmen diese nicht.

Blogher ist auch ein Paradebeispiel für eine veränderte Gruppe, die technisch immer noch nicht super-versierten Frauen, die Stück für Stück ihre Macht entdecken, aber eben auch herausfinden, wie Firmen versuchen das auszunutzen. Und wie die Gruppe drauf reagiert (siehe BlogHer and Sponsored Bloggers: Answers to Frequently Asked Questions (FAQs)).

Übrigens: Blogher existiert, nicht nur als Eventreihe, sondern als ‘Macht’ in der amerikanischen Blogosphäre weil drei Idealistinnen sich zusammengetan haben.

There is hope after all … ;)

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Jamcamp: Moderne Arbeitswelt und Web 2.0? (23/24. 04 in Ehningen)

Web 2.0 und Co. finden nicht nur im privaten Umfeld statt, sondern haben auch Einfluß auf die Arbeitswelt. Passend dazu findet am 23/24.04 in Ehningen bei IBM das Lotus Jamcamp statt, wo Teilnehmer aus allen Bereichen eingeladen sind, sich auszutauschen und zu beteiligen.

Stefan Pfeiffer faßt die Veranstaltung kurz so zusammen:

Austausch zwischen sogenannten Digital Natives, Unis und Business zum Thema Arbeitswelt und Arbeitsplatz der Zukunft fördern. Miteinander reden statt übereinander. Ideen entwickeln und gemeinsam weiterverfolgen. Gute Gespräche und Netzwerken.

Themen sind unter anderem:

  • Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? Welche Funktionen wollen gerade junge Leute nutzen?
  • Was sind die Erwartungen der Digital Natives, wenn sie in die Berufswelt einsteigen? Und umgekehrt, was erwarten die Unternehmen von neuen Mitarbeitern?
  • Was heißt Enterprise 2.0 aus Sicht der Unternehmen und aus Sicht der jungen Generation und was bringt es?
  • Wie führe ich Social Software erfolgreich ein, um ein Enterprise 2.0 zu werden?
  • Welchen Nutzen haben Social Media-Aktivitäten für Unternehmen? Und was sollten Mitarbeiter beachten, die im Web 2.0 unterwegs sind?
  • Welche rechtlichen Aspekte sind auf dem Weg zum Enterprise 2.0 zu bedenken?
  • Was bedeutet mobiles Arbeiten und Home Office künftig?

Artikel zum Thema

Viele Artikel beschäftigen sich in letzter Zeit mit diesen Themen, zum Beispiel:

Mitmachen

In der Jamcamp-Community werden unter den Teilnehmern passende Themen diskutiert, alles immer unter einem der Themenbereiche:
Teilnehmen kann man vor Ort oder auf der Bustour, aber auch virtuell:

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Tips gesucht: Entrümpelung / Haushaltsauflösung in Bonn / Köln / NRW?

[Auflösung erfolgreich durchgeführt, danke für die zahlreichen Tips]

Für die Auflösung einer Wohnung in Bonn-Duisdorf (Hintergründe hier) suche ich nach Tips für eine zuverläßige, preiswerte Entrümpelungsfirma im Umfeld Bonn.

Wir benötigen jemanden, der auf Rechnung arbeitet und uns die Räume besenrein übergeben kann. Infos am besten per Kommentar, bzw. sonst per mail an neezee ät gmail.com, danke! :)

Es handelt sich um eine Drei-Zimmer-Wohnung, in der sich nur noch die Reste befinden, hauptsächlich Möbel die noch verwertbar sind. Wir bevorzugen eine Firma, die uns wenigstens einen kleinen Teil anrechnet ;) und wenn sinnvoll für soziale Zwecke zur Verfügung stellen kann. Alle Möbel sind ‘gute’ Möbel mit denen auch schon mehrere Male umgezogen wurden. Siehe Beispiel-Bilder

Die Stadt Bonn stellt ein PDF zur Verfügung:
Gesucht & Gefunden – Einkaufsführer für gebrauchte Waren. Die dort aufgelisteten Firmen habe ich schon mal rumgefragt, brauche jetzt aber jemanden für den “Rest”.

Falls jemand jemanden kennt, der sowas gebrauchen kann …

Schlafzimmer:
komplettes Bett mit Matraze
zwei große Spiegelschränke, dunkles Holz
großes Holzregal (bereits demontiert)
Garderobe

Wohnzimmer:
Zweisitzer, Einsitzer, Hocker, wie neu
Glaschrank auf Bambus plus Tisch
Vitrinen-Kombination plus Kommode, grünliches Holz
Tisch + 8 Stühle im gleichen Design wie Sofa bezogen

Arbeitszimmer:
Große Regalwand, auseinadnernehmbar, weißes Holz
hoher Schrank (ca 1,50 breit, und vermutlich 2,50 hoch)
Schreibtisch, kleiner Lack-Tisch

Keller:
eher zum Ausmisten, Karton,alte Koffer, Korbtruhe mit Handtaschen
drin, Kleiderständer, zwei Kellerräume

Weiteres
Terrasse: diverse Gegenstände, vermutlich auf den Müll
Lampen, 4 Kartons Flohmarktmaterial (Keramik, Glas, usw)
Bücher, von Klassik bis Reiseführer

Als Ausnahme für die sonst übliche Kommentarregel nehme ich passende Links in diesem Artikel an. ;))

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Tips gesucht zur (Erbschaftssteuer-) Bewertung Porzellan / Schmuck

Ich bin auf der Suche nach von Finanzamt akzeptierten Bewertern für Porzellan und Schmuck (Hintergründe hier). Vorzugsweise via Fotos per Internet, ansonsten in der Gegend Hamburg / Nordfriesland.

[Danke der Nachfrage, aber nichts von dem Schmuck befindet sich bei mir in Lübeck, dat is alles sicher im Banksafe. :))]

Wir haben Interesse an jemandem, der sich a) mit den heutigen Marktgegebenheiten auskennt, d.h. inkl. Internet b) Festpreise anbietet und nicht der “Motivation” unterliegt, höhere Preise für ein besseres Honorar anzusetzen und c) berücksichtigt, daß Erben nicht nur die Pflicht zum Zahlen von Erbschaftssteuer haben, sondern auch das Recht auf eine realistische Bewertung.

Beispiel: Ein Rosenthal-Teller kostet neu viel Geld. Vor 10 Jahren war er auch im Wiederverkauf mehr wert. Heute jedoch werden diese Teller für 5-20 Euro (wenn überhaupt) gehandelt. Für ein Auto gibt es wenigstens eine Schwacke-Liste …

Porzellan / Gläser:
Wir haben etwas Delfter Porzellan plus Rosenthal-Teller und -Dosen, sowie ein paar ältere Erbstücke wie Porzellan-Uhr, Lampe, Kaffeetassen. Dazu ein paar Gläser. Wir sind der Meinung, daß in Zeiten von Ebay diese nicht mehr viel wert sind, weil sie keine besonderen Stücke oder Antiquitäten sind (bzw. beschädigt sind). All das hat mehr ideellen Wert als einen Verkaufswert. Wir suchen jemanden, eine solche Expertise zum Festpreis ausstellen kann, und vom Finanzamt akzeptiert werden kann. Detaillierte Bilder inkl Beschädigungen können von allen Objekten erstellt werden, Beispiele hier.

Schmuck
Haben wir (leider) eine ganze Menge. Ich weiß, daß es in Lübeck eine Sachverständige gibt, aber ich hätte gerne mehr Optionen. Vielleicht hat jemand schon einmal mit einem Schätzer gearbeitet? Vorzugsweise in SH / Hamburg, Arbeiten auch hier zum Festpreis. Es gibt eine komplette Liste von einem Juwelier, der eine Vorabschätzung erstellt hat; sowie Fotos von allen Gegenständen, so daß man sich vor Abgabe eines Angebotes anschauen kann um was es geht.

Es handelt sich um ca 30-40 echte Schmuckstücke (Perlen, Ringe, Anhänger usw) Wir suchen speziell hier jemand, der versteht, daß wir eine Schätzung für die Erbschaftssteuer benötigen und keine Mondpreise …

Rest
Wir haben auch ein paar marokanische Orient-Teppiche, Münzen und Briefmarken. Vorschläge auch hier willkommen. ;)

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Vom Erben oder warum gibt es da kein Buch für?

Ein wenig Hintergrund über die beiden anderen Postings und warum ich in den letzten Monate etwas mehr abwesend war und auch leider nicht zur Republica kommen kann.

Tips gesucht zur (Erbschaftssteuer-) Bewertung Porzellan / Schmuck
Tips gesucht: Entrümpelung / Haushaltsauflösung in Bonn / Köln / NRW?

“Life is what happens while you are busy making other plans” heißt es so schön bei John Lennon und ich bin momentan bereit, das als tägliches Mantra in eine Art Meditation aufzunehmen. :) Als meine Tante vor etwas über zwei Jahren mit bösartigem Lungenkrebs diagnostiziert wurde, war es für uns alle ein Schock. Gleichzeitig erlaubten die zwei folgenden Jahre uns, in verschiedenen Stufen Abschied zu nehmen.

Viel wichtiger war, daß sie alle Angelegenheiten regeln konnte, vor allem die finanziellen, und uns alle (sie eingeschlossen) glauben ließ, jetzt wäre nur noch ein paar Kleinigkeiten zu regeln. In bewundernswerter Manier hatte sie nicht nur komplett ihre eigene Beerdigung ink. Traueranzeigetext geregelt, sondern auch in weiser Voraussicht einen Testamentsvollstrecker bestellt. Alles peachy, wie man in Neudeutsch sagt.

Von wegen. Seit nun knapp zwei Monaten versuche ich, die notwendigen Informationen zusammenzusammeln und sehe mich dabei nicht nur der Herausforderung gestellt, daß ein Finanzamt irgendwann eine entsprechende Erbschaftssteuer-Erklärung von 5 Erben sehen will, sondern auch das ein Testamentsvollstrecker gewissen Dingen Wert bemißt, die sie in Zeiten von Ebay und Co. einfach nicht mehr haben. Das Internet stellt nicht nur Verkäufer von Neuwaren vor Herausforderungen, sondern auch Erben – die müssen nämlich jetzt teuer beweisen, daß die Gegenstände im Haushalt wirklich nichts mehr wert sind …

Sondern auch vor der Herausforderung das jede, aber auch wirklich jede Institution mit der ich zu tun habe, offensichtlich das Herschaftswissen behalten will. Man redet sich heraus mit “jeder Fall sei ja so anders”. Anleitungen, wie man konstruierte Beispiele von Erbschaftsfällen ausreichen kann, gibt es zu Hauf, doch wirkliche Hilfen, Checklisten oder Vorgehensweisen? Fehlanzeige. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte schaue sich diese Liste an. Die ist ein guter Anfang, aber immer noch viel zu sehr an der Oberfläche. Und jede der Institutionen geht davon aus, daß man schon alles weiß bzw. vor Ort lebt.

Nur ein paar kleine Beispiele:

  • Wer Kleider und Schuhe einsammelt, sollte sich überlegen, diese Termine auf eine einfache Webseite zu bringen und Fragen zu beantworten. Wie zum Beispiel: “Nehmen Sie auch Kleidung, die nicht im Originalsack gebracht wird”
  • warum kann mir eine Versicherung keinen Merkzettel zusenden “Im Falle eines Todes”, mit Fristen und zu beachtenden Details zum Beispiel für die Hausratversicherung oder anderes? Die Versicherung weiß, welchen Ablauf sie.
  • Auto: wo ist der Merkzette inkl. Informationen über “so melden Sie ab”, “das sind unsere Fristen”, “So können Sie Prozente übernehmen (oder auch nicht)”, “So können Sie den Wagen überführen”?
  • warum kann mir die Bank kein ähnliches Dokumentenpacket geben? Ja, es gibt verschiedene Fälle, mit oder ohne Vollmachten, mit oder ohne Erbschein usw, aber das kann man in ein “Wenn-Dann” Ablaufdiagramm bringen, genauso die Information, welche Informationen wann benötigt werden. “Das kann ich Ihnen nicht beantworten, daß muß die Filiale regeln”. Okay, welche Filiale ist zuständig? “Das darf ich Ihnen nicht sagen”.
  • Ich verstehe, wenn das Finanzamt mir sagt, daß sie keine einzelnen Experten empfehlen können zur Bewertung wegen Bevorzugung und so. Man sollte aber meinen, daß der Hinweis auf die IHK kommen könnte, die Sachverständige vermitteln kann. Wo, wenn nicht beim Finanzamt rufe ich an, wenn ich wissen will, wen sie akzeptieren?
  • Für die Umschreibung eines Grundstückes sind gewisse Unterlagen beizubringen. Auch hier könnten die Grundbuchämter ein einfaches Informationsblatt bauen. “Wieso? Sie können doch kurz anrufen, jeder Fall ist doch speziell” …
  • Sachverständige, so scheint es, arbeiten alle nach dem Prinzip “Festpreis plus Anteil von dem was ich schätze”. Ich will einen reellen Verkehrswert zur Ansetzung beim Finanzamt bringen, und keinen Fantasiewert haben! Welchen Anreiz hat ein solcher Sachverständiger einen niedrigeren Wert zu schätzen?

*Seufz* Es ist der Kleinkram, der einen wahnsinnig macht bzw. mir mehr und mehr graue Haare beschert. Und die Erkenntnis, daß das Prinzip Kleinstadt Vorteile hat – da weiß man wenigstens, wen man fragen kann und kriegt manche Dinge so geregelt. :) Und nicht eine Auflösung eines Nachlasses in Bonn aus Lübeck / Bewertung aller Gegenstände über drei Orte und eine nicht so internetaffine Familie + Testamentsvollstrecker koordinieren muß. ;)

Ein paar Dinge, die funktioniert haben:

  • Einige Firmen waren klasse: Informationen wurden zur Verfügung gestellt, zusätzliche Tips offeriert usw. Es ist mir egal, ob das ein Skript im Callcenter ist oder ähnliches, es hat einfach nur geholfen
  • Die Webseite umzugsauktion.de erlaubt es einem auch ohne Kenntnisse der lokalen Transportszene einen Umzug zu organiseren, und das zu einem gutem Preis. Nicht nur im Todesfall wertvoll.
  • Die Stadt Bonn liefert einen Planer für Second-Hand-Verwertung. Etwas hart zu finden, aber ein Anfang.

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Warum ich ja gesagt habe als Sachverständige zur Enquete-Kommission

Ich habe unten in den Kommentaren angefügt:

Ich könnte versuchen, meine jeweiligen Qualifikation für die jeweiligen Arbeitspakete der Kommission unter “Beweis” zu stellen, doch wozu? Es ist ja nicht einmal festgelegt, wer was wie bearbeiten wird. Wann welche Abstimmung erfolgt.

Warum sollte es eine intelligente Verwendung meiner Zeit sein, gegen vorgefertigte Meinungen und Feindbilder zu arbeiten, wenn ich stattdessen mit wirklich Interessierten reden kann? Die etwas verändern wollen und Unterstützung suchen?

Und sobald die Kommission ihre Arbeit aufgenommen hat, sich für ihre Pakete und Zeiträume entschieden hat, werde ich sehr gerne auf die passenden Stellen zur Beteiligung und Diskussion verweisen.

Nicole

Es ist äußerst amüsant zu beobachten, in welcher Art und Weise der Flüsterfunk der politisch-digitalen Welt gerade arbeitet: Ja, so nichts mehr dazwischen kommt, werde ich als Sachverständige für die CDU/CSU benannt werden.

Ich dachte, ich hätte noch ein paar Tage bis zur öffentlichen Bekanntmachung Zeit, aber angesichts der verschiedenen Anfragen ist es vermutlich einfacher, jetzt etwas zu dem Thema zu schreiben.

Erfahrung mit den Themen und Verbindungen zu Organisationen

Nein, ich bin nicht Dauergast in den Diskussionen rund um Themen wie Netzsperren und Kinderpornographie, Netzneutralität, Urheberrecht, Leistungsschutzrecht und anderen Kampfthemen; nein, ich bin mit keinem Verband verbandelt, ich habe in der Tat wenig Erfahrungen in der direkten Arbeit mit Politikern und ich habe bisher wenig(er) auf diesem oder anderen Blogs zu den Themen geschrieben. Ich zitiere nicht komplette Passagen aus Anträgen, Gesetzen, etc, ich kann keine Parteiprogramme auswendig. Ich kann nicht alle Fragen dieser Welt zu allen Themen der Kommission beantworten und viele Dinge muß ich erst mal nachlesen. So what.

Solche Kenntnisse jetzt im Kopf zu haben ist toll – aber nicht alles. Schließlich geht es hier nicht wie beim Abitur um eine “alles oder nichts”-Prüfung, sondern darum, in einer Arbeitsgruppe Inhalte zu erarbeiten und mit Sachverstand zu diskutieren. Man muß Informationen und Beiträge aufnehmen können um am Ende informierte Entscheidungen treffen zu können.

Was glaube ich, kann die Kommission erreichen?

Ohne abschätzen zu können, wie effizient in einer solchen Kommission gearbeitet werden kann (speziell wenn sie parteiübergreifend arbeiten soll), habe ich große Hoffnungen und Erwartungen. Ich wünsche mir die Lösung aller Probleme. Soweit zu den Träumen. Realistisch betrachtet glaube ich nicht, daß in zwei Jahren die großen Themen wie Urheberrecht / Leistungsschutz etc. gelöst werden können. Was nicht bedeutet, daß man es nicht versuchen sollte.

Aber man kann Grundlagen schaffen und Dinge auf den Weg bringen. Bei anderen Themen kann man und hat man gefälligst etwas in den zwei Jahren zu erreichen. Und zwar unabhängig von Parteibuch und Wahlkampf.

Worauf viele Mitglieder der Kommission vorbereitet sein dürften, aber sicherlich nicht die Parteien: In dieser Kommission werden sie um die Netzöffentlichkeit und Bürgerbeteiligung nicht herumkommen. Ob sie wollen oder nicht, ob es gefällt oder nicht. Siehe zum Beispiel der Artikel “Deutsche Blogger mischen endlich die Politik auf” in der Welt.

Meine Vorstellungen zu den Themen

Ich beschäftige mich nicht rund um die Uhr mit den "Kampfthemen". Es gibt andere Sachverständige und eingeladene Experten in der Kommission, die das weitaus besser können. Aber es sind nicht die einzigen Themen. Wer sich daran erinnern mag, der Antrag spricht von folgenden Bereichen:

  • Kultur und Medien
  • Wirtschaft, Umwelt
  • Bildung und Forschung
  • Verbraucherschutz
  • Recht und Innen
  • Gesellschaft und Demokratie

Und ich habe die starke Vermutung, daß ich mich in der Kommission – so denn möglich – weitaus mehr mit den ‘nicht-Kampfthemen’ beschäftigen werde. Damit wir uns nicht missverstehen: die von mir so betitelten Kampfthemen sind diejenigen, wo sich alle Teilnehmer sofort an die Gurgel gehen mit unterschiedlichen Vorstellungen und man ohne starke Moderation keine zwei Meter weit kommt. Dieses sind große Themen, deren Grundlagen aus dem letzten Jahrtausend stammen und nicht mehr in die heutige Gesellschaft passen. Sie müssen diskutiert werden.

Diese anderen Themen werden oft ausgeblendet. Es genügt nicht, auf hoher Ebene über einen kleinen Teilbereich zu reden, sondern alle Themen müssen übergreifend (an)gesprochen werden. Wenn es nach mir geht, bitte auch mit etwas weniger Klassenkampf und Ideologie und etwas mehr Pragmatismus. Und etwas mehr Realitätssinn über das Machbare und Erreichbare in bestimmten Zeiträumen, Budgets und Ressourcen.

Es genügt ebenfalls nicht, nur auf nationaler Ebene zu diskutieren, bestimmte Themen müssen europa- bzw. weltweit diskutiert werden. Es gilt aus der alten Welt zu lernen und das Beste der neuen Welt dazuzumixen. Und nicht zu glauben, daß nur weil es neu ist, alles besser ist.

Warum für die CDU/CSU?

Einfach. Weil sie gefragt haben, weil ich mich mit großen Teilen dieser Partei identifizieren kann und ich Potential sehe. Schaut man auf die netzpolitisch interessierten Teilnehmer kann man den Eindruck gewinnen, es gäbe nur Rot und Grün mit ein wenig Gelb. Doch nicht jeder ist begeisterter Anhänger der dortigen Politik(er). Ich besitze kein Parteibuch und habe auch nicht vor, daß zu ändern. Und mir ist ebenfalls klar, daß es im Programm der CDU/CSU einiges gibt, mit dem ich nicht einverstanden bin. Trotzdem bin ich in der Grundrichtung eindeutig der CDU/FDP zuzuordnen. Und wenn man mit etwas nicht einverstanden ist und dann auch noch die Chance erhält, am Beginn von Änderungen mitzuarbeiten, dann sagt man nicht nein.

Demokratie bedeutet Verantwortung.

Es gab diverse Telefonate und auch ein persönliches Kennenlernen, wo die Herren von der Fraktion sich nicht nur ihre Kandidaten angesehen haben, sondern ich mir auch die Partei-Teilnehmer an diesem Gespräch, mit ganz klaren Vorstellungen meinerseits was für mich akzeptabel ist oder nicht. Ich habe eine Runde erlebt, in der eine Offenheit zum Lernen gezeigt wurde und ein Verständnis für die Themen, allen voran Teilnehmer wie Michael Kretschmer und Frank Bergmann. Aber es gab auch Fragen und den Bedarf nach Informationen und Gesprächen. Und es wurde ebenfalls nicht ignoriert, daß es Nachholbedarf gibt (wie bei vielen anderen Mitgliedern der anderen Parteien) und eine Menge Diskussionsbedarf – mit Bürgern und mit der Netzöffentlichkeit.

Egal wie man es dreht und wendet: Jede beteiligte Partei braucht Sachverständige. Deswegen gibt es sie und deswegen werden sie so genannt. Jede der beteiligten Parteien hat ‘alte Männer mit Kugelschreibern die das Internet ausdrucken’. Und jeder der beteiligten Sachverständigen wird sich Kopfschmerztabletten besorgen und den Tag verfluchen wo er oder sie ja gesagt hat zu dieser Kommission.

Zur Person

Duale Ausbildung zur Wirtschaftsinformatikerin (BA), heute unterwegs zu Themen wie Twitter bzw. mehr Social Media Training. Jahrgang 71, geboren in Husum / Nordsee und wohnhaft in Lübeck. Der erste Computer stand seit ’83 im Hause, der erste Online-Kontakt mit einem BTX-Terminal und ich habe mich in den letzten zwei Jahrzehnten konstant mit Online-Themen und ihren Hintergründen beschäftigt. Ich komme aus einer Unternehmerfamilie, habe 15 Jahre im Großunternehmen gearbeitet und im dortigen Unternehmen sogar Zeit im Betriebsrat verbracht – und aus einem ähnlichen Grund wie hier: es reicht nicht abfällig zu sagen "alles Idioten", sondern man muß mit ‘diesen Leuten’ arbeiten.

Werde ich jetzt zur Vollzeit-Netzpolitikfrau?

Nein. Das ist eine Sachverständigenrolle mit gewissen Zeitvorstellungen und Arbeitseinsatz. Ich bin an den Themen hochgradig interessiert und will mich aktiv beteiligen, aber es wird nicht meine Hauptbeschäftigung sein. Was unter anderem auch bedeutet, daß ich nicht jeden Beitrag irgendwo im Netz lesen oder beantworten werde, noch werde ich auf alle Fragen antworten können. Das hier wird auch kein Netzblog werden; sollte ich das Bedürfnis haben, Texte zu veröffentlichen, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auf diesem Blog stattfinden, sondern in den geeigneteren Stellen. Ich werde auch weiterhin, wenn passend, bestimmte Links über meinen deutschen Twitteraccount raussenden.

Weiterführende Artikel

Warnung zum Thema Kommentare

Und weil man sich das ebenfalls ausrechnen kann: Üblicherweise lasse ich ziemlich viel in den Kommentaren durchgehen. Ich kündige hiermit aber schon an, daß ich persönlich beleidigende Kommentare löschen werde. Wen das stört: jeder kann sich eine eigene Öffentlichkeit schaffen, indem er oder sie ein Blog eröffnet oder anderes.

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Wunderbar: Die Muppets covern Bohemian Rapsody

Mit viel Liebe zum Detail, und unter Einbeziehung der gesamten Muppet-Besetzung: Muppets covern das Video (und den Song) Bohemian Rapsody von Queen.

Am besten finde ich den Part “Mama?”, “Do not like your Jokes” und wie sie es geschafft haben “Manamanah” unterzubringen. ;)

Direkt zum Video auf Youtube oder gleich zum MuppetStudio-Channel dort.

Ganz vergessen, danke an Norman für die Ergänzung: Beaker und “Freude schöner Götterfunken” ;)

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Politisch geweckt wenn Grundregeln bedroht werden

Ich habe heute einen Fragebogen beantwortet, in dem unter anderem nach Entwicklungen im Netz gefragt wurde. Als ich auf der Faz den Artikel über die langsam politisch werdenden “Nerds” gelesen habe, fühlte ich mich an die Frage “Wer hat den größten Schaden angerichtet?” erinnert.

Was war für Sie der größte Durchbruch in der Informationstechnik?
Das Internet, weil es die Gesellschaft verändert. Noch nicht so sichtbar für viele, aber es sind Umwälzungen wie wir sie seit der industriellen Revolution nicht mehr gesehen haben.
[...]
Was war die größte Fehlentwicklung?
Die Annahme der Wirtschaft, dass Menschen mehr oder minder dumme Empfänger bleiben würden. Die Büchse der Pandora ist auf.

Wer ist Ihr größtes Vorbild in der Online-Branche?
Menschen, die es immer wieder schaffen, einen Mehrwehrt zu bieten und sich und die anderen weiterzubringen – auf allen Ebenen.

Wer hat den größten Schaden angerichtet?
Deutsche Politiker. Ich bin ernsthaft fassungslos über die weitreichende Unwissenheit und daraus entstehenden Fehleinschätzungen.

Faz über “Der Nerd als politisches Tier“:

Ihrem Wesen nach sind Nerds individualistisch. Aber sie sind Individualisten, die dank der digitalen Technologie die größte Vernetzungsstufe der Menschheitsgeschichte möglich gemacht haben: Vernetzung einzelner Subjekte, die ihren Charakter und ihre Individualität bewahren können, nicht nach ihrem Äußeren beurteilt werden, nicht nach ihrem Geschlecht, nicht nach ihrem Diplomatenkoffer oder ihrer Jute-Tasche. Die Organisation ist so geschlechtsneutral, wie es das Internet ist. Das erklärt, wieso sie politisch geweckt wurden, als die Grundregeln bedroht zu sein schienen. Und das macht sie wichtig und notwendig.

Über die “Piraten” lässt sich Endgültiges noch nicht sagen. Die Partei betrachtet die modernen Technologien als ein Instrument der Emanzipation. Ihr harter Kern ist nerdig, doch Jens Seipenbusch, der Bundesvorsitzende und ein Intellektueller von Format, zeigt bereits den Übergang: die Verwandlung des Nerds in ein politisches Tier. Würden die Nerds jetzt oder bald ein politisches Mandat erringen, wäre das, nachdem sie die Kommunikation der Gesellschaft revolutioniert haben, ihr erster Triumph nicht mehr nur in der Welt der Legosteine, sondern in der Welt von Zement und Mörtel. Vielleicht würden die wahren Nerds im Lauf der Zeit und bei größerem Erfolg immer weniger, so wie sich in den achtziger Jahren die bärtetragenden strickenden Männer bei den Grünen keinen Außenminister Joschka Fischer haben vorstellen können. Aber zu glauben, es handele sich um das Partikularinteresse einer partikularen Öffentlichkeit, wäre ein großer Fehler.

Wie viele andere in meiner Umgebung (online und offline) diskutieren wir ob man die Piratenpartei wählen will oder nicht – ich habe in diesem Umfeld noch nie erlebt, daß eine solche Diskussion in dieser Intensität stattfindet.

Bei der Diskussion muß man davon ausgehen daß wenn man den Piraten seine Stimme gibt, ist eigentlich eine verschenkte Stimme, denn die 5% Hürde werden sie kaum knacken. Das Parteiprogramm ist klein in Umfang und Reichweite, auch das ist klar. Doch irgendwo muß man anfangen. Üblicherweise wähle ich ‘optimiert’, dh so daß meine Stimme auch bei der Direktwahl was zählt, doch dieses Mal werde ich schauen, wo ich die Piraten wählen kann und es tun.

Nicht weil ich 100% damit übereinstimme oder glaube das sollte ein Pirat in den Bundestag gesetzt werden er oder sie auf einmal voll wirtschaftskompetent (oder ein anderes Thema) ist. Es ist eine klare Protestwahl, eine Protestwahl mit Ansage. Jeder Politiker sollte sich darüber im klaren sein, daß jede einzelne Stimme für die Piraten eine Stimme aus einer ganz bestimmten Demographie ist: Intelligent, gebildet, auf der Schwelle, mit eigener Reichweite. Leute, die bisher politisch uninteressiert waren, die jetzt aber die Schnauze voll haben. Nicht schlichtes, einfach manipulierbares Volk von rechts oder links.

Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muß jetzt los und etwas tun, was ich auch noch niemals in meinem Leben getan habe: Andere überzeugen.

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