25 Gründe, den Beraterjob an den Nagel zu hängen

Dafür hat sich der Aufwand, die Forenliste bei openbc durchzugehen (siehe „Neuere, interessante Foren in openbc„), doch ernsthaft gelohnt!

Gerhard Weinand liefert uns die „25 Gründe, den Beraterjob an den Nagel zu hängen„. Einen Teil davon kannte ich schon in anderer Form, aber so noch einmal erfrischend neu:

  1. Du fragst den Kellner nach seiner Kernkompetenz.
  2. Du entscheidest Dich, Deine Familie zu reorganisieren und rollenbasierte Teambildung, Task-Forces, einen partizipativen Führungsstil und Zielvereinbarungen einzuführen.
  3. Du notierst Dir private Termine als Marketing- und Akquiseveranstaltungen.
  4. Du kannst das Wort „Paradigma“ buchstabieren.
  5. Du weißt sogar, was es bedeutet.
  6. Du schreibst Management-Summaries auf die Rückseite Deiner Einkaufszettel.
  7. Du glaubst daran, dass Du im Leben niemals echte Schwierigkeiten hattest es gab lediglich Herausforderungen, Chancen, Issues, großartige Aufgaben, Verbesserungspotenziale und unglücklich geschnittene Prozesse.
  8. Du kennst jedes (und zwar wirklich jedes) noch so kleine Clip-Art in Powerpoint.
  9. Du erklärst deinem Kundenbetreuer bei der Bank, dass Du nicht hoffnungslos verschuldet bist, sondern ein echter „high potential“ mit Aussichten auf „out-performing revenues“.
  10. Du betrachtest deine Mahlzeiten als notwendige Sekundär-Prozesse zur Sicherstellung Deiner Produktivität.
  11. Du bezeichnest Deine bessere Hälfte als deinen Co-CEO.
  12. Alle Deine Geschichten beginnen wie „als wir damals im Projekt bei der Blabla“ oder „und dann hatte unser Team diese grandiose Idee mit dem Sabber-Sabber“ oder „eines meiner erfolgreichsten Projekte begann, als ich rhabarber-rhabarber“.
  13. Du glaubst fest daran, dass Deine besten, großartigsten und erfolgreichsten Charts jene waren, die in nur fünf Minuten entstanden sind.
  14. Du bestehst darauf, noch mehr Markt- und Zielgruppenforschung zu betreiben, bevor du den Produktionsprozess für ein weiteres Kind anstößt.
  15. Deine „Deliverables“ und „Objectives“ für Samstag sind Wäsche waschen, Kühlschrank auffüllen, Müll rausbringen, Altpapier entsorgen, Blumen gießen, Einkaufen, Briefkasten ausleeren, Bügeln, Putzen, Koffer ausleeren, Koffer für Montag packen, Unterlagen sortieren.
  16. Du benutzt Worte wie „Mehrwertgenerierungspotenzial“, „Effizienzsteigerungspotenzial“ und Phrasen wie „die strategischen Herausforderungen der elektronischen Zukunft meistern“ ohne rot zu werden.
  17. Du gibst deinem Hund konstruktives Feedback.
  18. Du lädst Freunde ein, um den Film „Interdependence Day“ mit anzusehen.
  19. Der Wechsel einer Freundin oder Ehefrau ist lediglich ein Release-Wechsel, neue Beziehungen werden als Merger penibel mit einem Programm für das Change-Management geplant.
  20. Du trennst Dich nicht von einem Partner, sondern initiierst einen Outplacement-Prozess. Wieso eigentlich Partner? Du entscheidest Dich im Sinne der Eindeutigkeit dafür, diesen in Zukunft als LAB zu bezeichnen (Lebens-Abschnitts-Begleiter). Denn: bei dem Wort „Partner“ fällt dir nur eine Führungsposition in einem Consulting-Unternehmen ein.
  21. Du entwirfst für den monatlichen Hausputz jedes Mal einen Projektplan in Microsoft-Project und ärgerst Dich über die elende Ressourcenverwaltung.
  22. Dein Co-CEO sieht Dich jedes Mal verwundert an, wenn Du nach dem dilettantischen Projekt-Controlling fragst und warum der Hausputz wieder nicht in-time und auch nicht in-budget in zufriedenstellender Qualität durchgeführt wurde.
  23. Die Bitte Deiner Kinder, die neue Sony Play-Station zu kaufen, wird mit der Begründung abgelehnt, diese passe nicht in die strategische Ausrichtung deiner Haushalts-IT.
  24. Du ertappst Dich auch immer öfter dabei, Fragen zu beantworten, die niemand gestellt hat und die auch noch jenseits Deiner Kompetenz liegen.
  25. In diesen Dingen hast Du auch schon längst den Glauben an das „Peter-Prinzip“ verloren. Du glaubst statt dessen an die These der Hyper-Inkompetenz, die jenseits der von Peter postulierten, maximal möglichen Inkompetenz zu finden ist und weißt: da will ich hin!

*grins* genau!

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. 26. Du kennst die 25 Gründe, den Beraterjob an den Nagel zu hängen, und hast jeden einzelnen Witz verstanden.

  2. 28. Du wunderst dich beim Aufwachen über die vertrauten Bilder an der Wand des Hotelzimmers; bis dir wieder einfällt, dass Wochenende ist und … zuhause…

  3. *grin* also das Problem mit den nicht vorhandenen Betthupferln habe ich noch für ein paar Tage gelöst …

  4. Du telefonierst nach der Ankunft im Hotel mit Deiner Familie und Dir rutscht der Satz: „Es ist schön, wieder zuhause zu sein!“ raus