4 Wochen ohne Sex – aber was ist eigentlich Sex in diesem Zusammenhang?

Der geschätzte Mr. dekaf (keine Ahnung, wieso er aus meiner Blogliste verschwunden war, dabei las ich ihn doch gerne) ruft 4 Wochen Sex-Embargo aus.

The Contest
Ich rufe hiermit eine sexuelle Fastenzeit von 4 Wochen aus. Komplettes Embargo gegen Partner und sich selbst. Nein, kein besonderer Anlass und es hat auch nichts mit der WM zu tun-einfach ein Versuch. Wer mitmachen will, soll sich hier in den Kommentaren melden.

Hm. Unabhängig davon, daß der Partner wohl auch noch ein Wort mitzureden hat – mit welchem Ziel? Fasten an sich tut man ja oft aus dem esoterischen Gefühl des „ich will mich selber reinigen“ heraus, sieben Wochen ohne geht einher mit Abstinenz von Dingen (TV, Zigaretten, etc) von denen man sonst abhängig ist. (Karneval funktioniert ja auch nach dem Motto, aber trotzdem …)

Und dann: Ich bin ja schon immer der Meinung „je intelligenter, desto Kopfkino“; nicht der Akt sondern andere Elemente / Sinneseindrücke bestimmen wie gut / aufregend / anregend / erregend „Sex“ sein kann. Wo ist Schluß und beginnt die Anwendung des „Embargos“? Mit dem Akt, der Erregung vorher, dem Gedanken daran, dem Gespräch darüber? Immer wenn man kaltes Wasser benötigt? Ich kenne die Kommentare über meine Stimme – darf ich dann mit ‚im Streik befindlichen Menschen‘ nicht mehr telefonieren?

„Kein Sex“ in der rein-raus-Version ist einfach. Aber was ist mit Küssen, Berührungen, Blicken, Gerüchen, Stimmen, Gespräche, also all das was die Sinne anspricht? Wenn man das mit einschließt, dürfte ich die nächsten 4 Wochen bestimmte Podcasts nicht hören (ja, es gibt anregende Stimmen in Podcastland) und muß überall mit Nasenklammer herumlaufen (ich liebe gutriechende Männer) und keine Gespräche mehr führen – Intelligenz gepaart mit ein paar anderen Dingen macht an. Vielleicht nicht nur sexuell, aber wie gesagt, Kopfkino.

Soweit meine Gedanken dazu. Aber auch: Vielleicht ist es ganz gut, sich für einen bestimmten Zeitraum einmal Gedanken darüber zu machen was man tut. Und warum. Und ein wenig Reizreduzierung kann auch helfen, die Sinne wieder empfindlicher werden zu lassen.

Und weil ich die Geschichte immer schon mal bloggen wollte:
Einem Bekannten von mir würde „7 Wochen ohne Freundin“ schon Probleme bereiten – seitdem ich ihn kenne ist er maximal 4 Wochen ohne „etwas an seiner Seite“. Dabei geht es nicht um Sex (den sollte er auch so bekommen) sondern immer wieder darum, jemanden (egal wen) als Freundin vorstellen zu können.

Ein ähnlicher Fall aus meiner Ausbildungszeit (er hat sich aber schon länger zur Ruhe gesetzt und ist verheiratet mit Kind) hatte amüsante Geburtstage: Die Exfreundinnen waren meist anwesend und sie sprachen in Zeiträumen. „Oh ich war die nach X aber vor Yi“. Beide konnte man sofort auf Beutezug erkennen – dieser jagende, suchende Blick, ein kaum konzentrieren auf andere Personen – einfach widerlich.

Es ist fast Selbstinteresse ihm neue Beute zu zuspielen, dann kann man nämlich wieder normal mit ihm umgehen. 🙂

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. klar ist das Kopfkino und letztlich soll jeder selbst entscheiden, was für ihn Verzicht bedeutet. Der Einfachheit halber würde ich es festmachen an: 4 Wochen nicht in sexueller Absicht anfassen – weder jemand anderen, noch sich selbst.
    Gegen Düfte und Fantasien ist ja niemand gefeit…

  2. Im Fall von Gerrit würde das dann auch sein bald ankommendes MacBook beinhalten? 😉
    Ich bleibe jedoch dabei – Verzicht ohne Reflexion ist verschenkte Mühe. [Wobei diese Gründe m.E. sicher für fast alle in den „darüber redet man vielleicht mit Freunden und seinem Psychater, aber nicht mit seinem Blog“ gehören].