Abwesenheitsnotiz auf Blogkommentare oder Kontext ist wichtig.

Sowas hatte ich auch noch nicht – eine Abwesenheitsnotiz als Ergebnis eines abgesendeten Blogkommentars – Herr Recke vom Fischmarkt ist zwar wieder online dank neuem Wlan zuhause, aber noch nicht wieder ‚auffe Arbeit‘.

Der Krankenhausaufenthalt beschert dem Leser hier dann auch gleich einen Eindruck warum das von ihm gebrachte Zitat „Kontext ist König“ stimmt – wer den Fischmarkt nicht kennt (geschweige denn liest) kann mit meinem obigen Kommentar nichts anfangen, vor allem nicht ohne Links. Er wird nicht wissen, daß Martin Recke Mitarbeiter von Sinner und Schrader ist und Teil der Fischmarktblogger, daß er im Krankenhaus ohne Netzanbindung war und das er dort Chris Andersons neues Buch „the long tail“ gelesen hat.

Was dann schließlich zu einem netten Blogartikel führt mit Namen „Context is King“ in dem er das folgende Zitat bringt:

In a world of infinite choice, context – not content – is king.

Bitte jetzt obiges lesen gehen und dann hier weiterlesen.

Meine erste Reaktion v.a. auch in Kombination mit dem zweiten Zitat war „geil“ (was im Kontext davon daß ich Zitate liebe verständlich wird), meine zweite Überlegung dann „hm. Aber ohne Content wird das nix mit King“ und die nächsten zwei Kaffee folgend versuchte ich dann meine eigenen Analogien zu schaffen.

Content ohne Context ist wie König ohne Land.
Context ist zu Content wie Queen zu King – ohne Frauen läuft da gar nix.
Den Vergleich mit Kaiser oder Herzog einbringen?

Kontext ist etwas, was meinen Gesprächspartnern fehlt, weil ich bisweilen eigenwillige Gedankensprünge vollführe – eigentlich gar nicht so eigenwillig wie ich finde, aber die fabrizieren ja auch nicht die gleichen Kontextsprünge aka Assoziationen wie ich. Oder wer kommt wie ich bei obigem Vergleich mit dem Kaiser nicht als erstes auf Franz Beckenbauer sondern auf den eigenen Bruder, weil dessen Lieblingsspiel für eine Weile Kaiser war? [Dieser Absatz ist primär eingefügt, weil mein Bruderherz behauptet, ich würde mich ja sonst immer nur lustig über ihn machen in meinem Blog. Natürlich war auch meine erste Assoziation Franz. Aber die zweite war mein Bruder. Ehrlich.]

Und die Assoziation mit Frauen / Königinnen entstammt nicht einer verkappten feministischen Einstellung sondern der Einsicht, daß Queen / König im idealen Fall eine gleichberechtigte, gleichwertige Einheit bilden, aber auch unterschiedliche Qualitäten und Aufgaben darstellen kann. Meinetwegen auch Queen und Prinzgemahl.

Diese Assoziation wiederum führt mich gedanklich zu (oder daher kommt der obige Spruch wohl) zu der Geschichte mit den Kommas. Kommas?

An English professor wrote the sentence „Woman without her man is
nothing“ on the blackboard and directed her students to correct it.

The guys wrote „Woman, without her man, is nothing.“
The girls wrote „Woman! Without her, man is nothing!“

Was ist das wichtigere Element? Wahrscheinlich immer das, was nicht genügend vorhanden ist?

Context, without content, is nothing.
Context! Without, content is nothing.

Aber da war noch ein zweiter Teil in dem Zitat: „In a world of infinite choice“. Indefinite bedeutet für mich „mehr als ich überblicken kann“.

Was für einige 10 Mails pro Tag sind (kein Scherz, ich wurde mal gefragt ob ich Mailschulungen zum Sortieren von Massen von Mail anbiete. Weil der Kunde von seinen 7 Spam-Mails pro Tag erschlagen sein würde …), sind für andere mehr als 50 Feeds („kein Mensch kann mehr lesen!“) oder mehr als 300 Kontakte („mehr Beziehungen hat man nicht, der Rest sind Kontaktsammler!!!“).

In der ‚überblicke ich nicht mehr‘-Welt ist es egal ob mehr guter Kontent existiert oder nicht, ob ich nur den qualitativen Dreck kenne oder die hohen Qualitätsstufen: Kein Kontext, keine Kekse äh Kenntnis. Martins Schlußfolgerung:

Content wird in einer Welt mit breitem Zugang zu seinen Produktionsmitteln tendenziell zu einer Commodity. Der Mehrwert wird durch Kontext geschaffen.

Natürlich gibt es einige Bereiche, in denen frischer ‚besserer‘ Content wichtig wäre – aber bereits der bestehende wäre wertvoll genug, besser ‚verlinkt‘ zu werden. Also los liebe Leser, „schaffe schaffe Kontext bauen“!

Warum micht das gerade heute ‚beflügelt‘? Während ich einerseits mich leise grummelnd frage, warum ich diesen eigentlich nur kurzen Artikel jetzt so ausführlich in Deutsch geschrieben habe anstatt gleich in Englisch, tröste ich mich damit, daß ich damit hoffentlich ‚Kontext‘ schaffe.

Und gibt mir ein gutes Gefühl doch in Deutsch zu schreiben. Und für den ‚Kontext‘ zu Spracherkennungssoftware dann auf zum nächsten Artikel. :)

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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