Autobahnen sind Ländersache

… wird diese Frau wohl nicht sagen. Nachdem Angela Merkel schon unter die gibt es jetzt auch einen ‚hippen‘ Videoblogeintrag auf Xolo.tv: „WMX 60 Vlogging with German Chancellor Angela Merkel„. Lyssa vor der Kamera und Gabe B. dahinter.

Die deutsche Version liegt vermutlich noch zur Vorlage beim Pressesprecher, wird aber sicher auch bald freigegeben.

Da ich zum gleichen Zeitpunkt in Berlin weilte konnte ich hautnah miterleben, wie die sorgsam vorbereiteten, journalistisch wertvollen Fragen von Lyssa über Bord geworfen werden mußte, weil die Kanzlerin das Interview eigentlich aussetzen wollte. Über die ganzen Stolpersteine die dann auf einmal aufkamen. Auf der anderen Seite berichtete Lyssa wie aufnahmebereit sie bez. Anregungen zu ihrem Videocast war. Danach dann die stundenlange Editiererei (ich sach ja, Audio ist viel einfacher) und der noch länger dauernde Prozess einer einigermaßen wertfreien Übersetzung, wo einige Herrschaften erst mal ihr persönliches Interpretationsbedürfnis ablegen mußten.

Ich stimme Bicyclemark zu, der in den Kommentaren zu dem Video anmerkt:

Thus presenting the problem: The nature of politics will never allow a personal vlog to be truely honest. Though it may get closer to the truth (and thats a welcome thing, agreed) it will always be used for the purpose of making politicians APPEAR more human. Its all about seeming human and down to earth.

And in the process of being honored with having access, just like the whitehousepress, the vloggers will be more likely to not challenge or criticize the politician that has granted him/her access. Its sort of a „celebrity“ effect. This power relationship has to be overcome if such a vlog is ever going to really break new ground.. otherwise its just marketing in a new package.

Richtig. Und das hat m.E. eine Menge mit Erfahrung zu tun – auf beiden Seiten.

Auf Seiten des Interviewers mit nicht nervös werden, ein Gespräch trotzdem führen zu können und eben nicht vor Ehrfurcht zu erstarren und auf Seiten der Politiker mit Akzeptieren des neuen Mediums. Damit beide Seiten etwas davon haben. Die Macher dadurch, daß sie mehr Möglichkeiten haben, ihre Vorstellungen zu verwirklichen, die Politiker auf das sie lernen können, daß eine neue Medienwelt angebrochen ist.

Den die Zeiten vom Zwang zur reinen Hofberichterstattung sind zwar nicht total vergangen, aber weitaus weniger zwingend geworden. Das Netz erlaubt es jedem mehr oder minder gut, sich einzumischen. Einer der es btw gut macht ist besagter Bicyclemark oben. 😉

(Summary for Mark – as you learned all those other languages, why not add German to the mix? 😉 – rest on Xolo as my comment)

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Da bin ich mit der von mir meist verehrten Bloggerin/Podcasterin einer Meinung: Ja, das ist großes Fernsehen, was Lyssa und Gabe gemacht haben. Nicht mal des reinen Inhalts wegen (sehr lustig ist die Globus-Passage), sondern vor allem, dass sie es machen durften. Dafür baggern TV-Stationen Monate. Im Kanzleramt scheint man das Internet begriffen zu haben. Das ist ähnlich groß wie Loic LeMeur beim französischen Innenminister.

  2. Lyssa hat da Vorteile. Wie nennt man das Vitamin „B“? Ihre Dad war mal Kollege von Angela – 5 Jahre lang. Damals in Bonn.