Betriebswirtschaftliche Milchmädchenrechnungen

Solche habe ich schon kennengelernt, als meine Mutter für ein paar Jahre eine Kneipe hatte.

Eine Flasche Cola kostet im Supermarkt 1,50 DM. Daraus kann man fünf Gläser als 0,2 machen und die verkauft Ihr zu 1,80 DM. Damit macht Ihr ja 7,50 DM Gewinn!!

Ich war 16 und mit Einkauf wenig zu tun, aber das habe ich dann doch bereits damals verstanden.

Gut fand ich mal eine Übersicht auf einer Karte im Alex, die aufgelistet hat, was alles an Abgaben zu leisten ist – von Schankgebühr über irgendeine Fettabscheidesteuer bis hin zu abstrusen Dingen, die niemand im Sinn hat. Sollte man mal erweitern um all die sonstigen Kosten. Aber viele rechnen immer noch so … und träumen davon „einmal eine Disko besitzen und voll Schotter abziehen!!!“

Ähnliche Rechnerreien gab es just in Udos law blog in den Kommentaren zu dem Artikel Rendite zu lesen. Der Artikel kleine Mandate greift die Anmerkungen auf und stellt fest

1. Kann man einen Prozess für 80,00 Euro betriebswirtschaftlich sinnvoll führen?

Wir können es nicht. Als Zweierkanzlei haben wir ca. 320 Netto-Arbeitsstunden im Monat zur Verfügung, d.h. ohne Verwaltungs- und Organisationskram, Fortbildung etc. Ich ungefähr 200, meine Kollegin (wegen Familie) ca. 120.

Die Gesamtkosten belasten jede Arbeitsstunde mit ca. 40 Euro. Wobei man fairerweise sagen muss, dass zwei Autos enthalten sind, die auch privat genutzt werden.

und weiter mit den Punkten „Soll man kleine Streitwerte ablehnen?“ und „Wie soll man dann mit kleinen Mandaten umgehen?“. Und das sind nur die reinen Kosten.

Eine Angestellten-35-Stunden-Woche rechnet sich übrigens mit 152 Stunden pro Monat. Bei meist 30 Tagen Urlaub. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob in diesem Ansatz wirklich sauber das Studium, die notwendige Altersvorsorge, Weiterbildung und Urlaub reflektiert ist, um nur einige Dinge zu nennen. ;o) Und 320 netto zur Verfügung stehende Arbeitsstunden wollen auch noch verkauft sein. Ganz easy alles.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ein Wirt, der aus einer Literflasche nur 5 Gläser á 0,2l bekommt? 😉
    Ein Kollege von mir (vergleichbar in Bürogröße und Aufgabenfeld) hat mal ausgerechnet, was er so pro Stunde bekommt, und kam auf 17 EUR brutto. Da geht also noch Altersvorsorge, Krankenkasse, Rücklagen für Arbeitausfall etc. ab.
    Für das Geld arbeitet kein Angestellter.
    Ich muß dabei immer an den folgenden Witz denken:
    Es ging das Gerücht, ein bestimmter Farmer bezahle seine Leute unter Tarif. Ein Inspekteur fuhr zu ihm, um nachzusehen. „Wie viele Leute beschäftigen Sie?“ fragte er.
    „Zwei Knecht und eine Magd“, antwortete der Farmer.
    „Wie ich höre bezahlen Sie Ihre Leute schlecht“, sagte der Inspekteur.
    „Was Sie nicht sagen“, brummte der Farmer. Er rief die Knechte und die Magd. „Sagt diesem Herrn, wie hoch Euer Lohn ist.“
    „Vierzig Dollar die Woche“, sagten die beiden Männer.
    „Dreißig Dollar die Woche und freie Station“, sagte das Mädchen.
    „Das ist in Ordnung“, meinte der Inspekteur. „Weiter beschäftigen Sie niemanden?“
    „Nur den Dorftrottel“, antwortete der Farmer. „Er bekommt freie Station und jede Woche etwas Taschengeld für Tabak.“
    „Das ist ja unerhört!“ rief der Inspekteur. „Ich will mit dem Mann reden.“
    „Mit ihm reden?“ sagte der Farmer. „Sie reden ja schon die ganze Zeit mit ihm.“

  2. Der Protagonist denkt eher an seine Autos, die udem privat genutt werden, als an die Einrechnung von Urlaub, Fortbildung,und Altervorsorge …..