Böse Surprise …

Eigentlich wollte ich Bullys neuen Film im Kino sehen. Das wäre sogar tatsächlich mal zur Abwechlsung in Lübeck gegangen, da der „Originalton“ mal Deutsch ist. Doch was muß ich da auf Telepolis lesen?

Dennoch droht jetzt Ärger und ausgerechnet mit einem deutschen Witzbold: mit Michael „Bully“ Herbig, dessen „Traumschiff Surprise“ am 22. Juli abheben soll. Da das Vorgängerwerk des TV-Comedy-Stars, „Der Schuh des Manitu“, mit elf Millionen Besuchern die Erwartungen hochgeschraubt hat, will jetzt Herbigs Verleih davon offenbar richtig profitieren. Alle Kinos, die den Film zum Start spielen, also auch die Ein- und Zweitheaterplätze, sollen den Film nämlich 28 Tage und in allen (!) Vorstellungen spielen.

Dies bedeutet nicht nur, dass der Film eine Woche länger vermietet wird als sonst üblich, sondern dass in vielen kleineren Häusern seit Jahren fest etablierte Filmkunsttage, Sneaks sowie Jugendvorstellungen und Kinderfilme ausfallen werden. Außerdem verlangt der Verleih angeblich einen zweiprozentigen Mietaufschlag, wenn nicht zwei bestimmte Trailer gezeigt werden.

Tja. Die DVD kann man sich später auch von Freunden ausleihen. Die Frage ist, ob sich der Aufwand lohnt, eine entsprechende Mail zu schreiben.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Dass die kleinen Kinos die angeschmierten sind, ist wirklich nichts Neues. So mancher Lichtspielhausbetreiber hilft sich damit, daß er 1-2 1A-Kinos hat, und wenn der Blockbuster sich als Flop produziert, kommt er in ein Schuhschachtelkino, mit braunem Cord-Gestühl und lilafarbenem Teppichboden, wo er so lange gezeigt wird, wie es der Verleiher will.
    Obwohl ich Herrn Herbig den Erfolg wirklich gönne (beim „Schuh“ hat wohl hauptsächlich sein Produzent, Herr Eichinger abgesahnt, und wie er selbst den Erfolg eingeschätzt hat, zeigt wohl seine Wette, bei 1,5 Mio Besucher mit dem Rauchen aufzuhören), zeigt auch dieser Fall, wer am „Untergang“ der Filmkultur schuld hat – in erster Linie die Verleihfirmen, die mit immer höheren Forderungen kommen.
    Am Film selbst verdient der Kino-Besitzer eh kaum noch was (ist wie mit dem Benzin an den Tankstellen).
    Die Folge ist eine Verarmung der Kino-Szene, gerade auf dem Land, wo sich große Häuser nicht lohnen – dort bleibt nur der Weg weg vom Kommerz-Kino, hin zum Programm-Kino. Und dann das Hoffen auf Kultur-Fördermittel, um den Laden am Laufen zu halten.
    BTW, weiß jemand, warum „Periode 1“ hier in Lübeck wieder von der Vorführungsliste für das Open-Air-Kino gestrichen wurde? Auf http://www.openairkinos.de/web/main/location_komplett.asp?lid=71427 steht er noch drauf, bei den Plakaten ist er überklebt…

  2. Ich denke Herbig und sein Verleih haben Angst vor Raubkopierern. Herbig hatte das schon oft genug angesprochen, deswegen wird es auch keine Vorstellung des Films vor dem Start geben. Ich glaube die Idee ist, gleich in den ersten Tagen für die Menschen so viele Kinoplätze wie möglich offen zu halten, bevor sie zu den Raubkopien des Films greifen.
    Ob diese Idee jedoch so funktioniert. Warten wir es ab.