Darum hat man ein Blog.

Martin-Éric Racine über Finnland und deren DRM-Versuche unter Einbeziehung angeblich zustimmender Künstler:

<Q-FUNK> JohnBolton: about that finnish dmca again:  another creepy thing is that the finnish RIAA published a statement saying that a huge list of finnish artists are in support of the draft.  case in point: several of those whose name was mentioned blogged thta the RIAA used their name without authorization and they they in fact oppose the bill.

<Q-FUNK> people in finland are surprisingly literate. there was overwhelming opposition to the bill, as soon as news of what the implications would be leaked to the press.

<Q-FUNK> finland isa nation of engineers.

<Q-FUNK> and they are more verbose thna the legendary finnish quietness purports.

<Q-FUNK> and starting with blogs, we suddenly have a plethora of finns daring to be heard.

<Q-FUNK> technology is the enabler of democracy here.

<_neezee> and you have long winternights where you can sit before the fire and type. 😉

<Q-FUNK> before that, whatever politicians or papers said was the only visible position over any issue, in this country.

<Q-FUNK> the minute their monopol over communication was shattered by the net and with technologies that make publishing over the net easier (like blogs) appeared, that was the erosion of „official positions“ and „national experts“.

[…]
<Q-FUNK> at this point, the first bit of dissection has been to find that the key writer of the draft also sits on the board of the finnish RIAA
<Q-FUNK> ‚and double-dips by also being a top government official at the ministry of education.

Das schöne an Blogs ist unter anderem die Tatsache, daß jeder ein klein wenig beitragen kann, jeder mit dem, woran er Spaß hat. Und so oft, wie er mag.

Ich interessiere mich für Copyright-Diskussionen und ich liebe es, dann entsetzte Gründer darüber aufzuklären, was Nutzungsrechte in Bezug auf ihre Logos und anderes bedeuten. Ich habe kein gesteigertes Interesse daran, dieses ständig zu tun, oder mich in tiefere politische Gefilde zu begeben.

Aber jedesmal, wenn jemand die andere Seite von Nutzungsrechten kennenlernt, bedeutet das ein informierter Mensch mehr. Jedesmal, wenn man einer Band klarmacht, daß ihr Beitritt zur Gema zuallererst dafür sorgt, daß man sich selber bezahlt, hilft. Zwar nicht sonderlich, weil die meisten verblendet an das Thema herangehen, aber stetiger Tropfen höhlt den Stein.

Urheberrechte sind eine Basis für Verhandlungen. Sie bedeuten nicht das gottgegebene Recht eines Schaffenden, alles zu bekommen und den Nutzer dafür bluten zu lassen. Wer jemals mit einem ‚Schaffenden‘ zu tun gehabt hat, der im Brustton der Überzeugung davon gesprochen hat, daß die andere Zeite dafür zu blechen hat, weil sie ja *gasp* ERFOLGREICH das eigene Schaffenswerk für das Geschäft nutzt, sollte wissen, warum ich von verblendet rede. Weil, es ist ja alleinig die Qualität und der Erfolg des eigenen Werkes die diesen Erfolg beschert.

Die gleichen Künstler sind nämlich ebenso fest nicht der Meinung, man müsse sich an Verlusten beteiligen, denn das war ja schuld des Unternehmers.

Fordere ich die Abschaffung von Nutzungsrechten, in Wildwest-Manier die Freigabe? Nein. Fordere ich neuere Systeme, die den geänderten Bedingungen wie z.B. Internet Rechnung tragen? Absolut. Habe ich einen brauchbaren Vorschlag? Nein.

Trotzdem bringe ich das Theme gerne und immer wieder auf, denn nur so können wir irgendwann zu einem neuen Kompromis kommen, einer neuen Basis für Verhandlungen.

In der Zwischenzeit ermuntere ich jeden, der sich nicht schnell genug entfernt, von vorneherein den Preis für die Nutzung sämtlicher Rechte zu fordern (nein, ich stelle kein Riechsalz bereit), ermuntere dazu entsprechende Werkverträge zu schließen, die den Bereich der Schöpfungshöhe reduzieren und sich mit Auftragnehmern zusammenzutun, die diese neue Welt verstehen.

Der Schaffende von Kunst hat das Recht, Nutzungsrechte zu vergeben und dafür Geld zu verlangen.
Der Käufer hat das Recht, woanders zu kaufen und sich die, die es übertreiben wollen, zu merken.

In diesem Kontext macht es eindeutig Sinn, sich öffentlich von einer Aussage „dieser Künstler unterstützt diesen Entwurf der RIAA“ zu distanzieren.

Siehe auch: Die bösen, bösen Leute, die die Künstler ausnutzen.

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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