Das virtuelle Leben als Spielart des ersten – oder als komplette Alternative?

Ich lese gerade Berichte über ein neues Social-Networking-Tool (*schnarch*) welches wohl besondere Aufmerksamkeit erhält, weil der Gründer einen nicht unbekannter ist: Shawn Fanning’s New Social Network Will Comply With WoW.

Bei genauerem Hinblicken entdeckt man jedoch, daß Rupture vielleicht etwas hinzugelernt haben könnte: Es soll ein World of Warcraft Plugin geben und als Tester sucht man Personen aus Wow.

Also nicht einfach blindes Rufen „wir haben eine Beta! Kommt her in Scharen und tragt Eure Daten in noch ein System ein!“ sondern ein Plugin was vielleicht mal Daten übernehmen könnte (ganz was Neues) und auf ein bestehendes soziales Netzwerk (Gilden in WOW) Software-Unterstützung aufsetzen will.

Wer sich fragt warum WoW und nicht Second Life – relativ einfach. Zunächst einmal hat WoW ein vielfaches der User von Second Life und zweitens ist die Bindung der User untereinander viel höher.

Es wird sich noch zeigen wie genau das umgesetzt werden soll, aber nicht uninteressant. Besonders stellt sich dabei für mich die Frage wieviele Teilnehmer an virtuellen Welten wirklich eine ganz neue Identität aufsetzen wollen oder so wie ich meistens diese enger mit der realen Welt verbinden wollen?

Die Kommentare gehen in beide Richtungen, die einen wollen eine so enge Bindung wie möglich während die anderen ihre Identitäten möglichst unabhängig voneinander gestalten wollen und ja keine sichtbare Verbindung wollen.

Trennt Ihr das oder versucht Ihr das zu vernetzen / verbinden? Ist es überhaupt möglich und sinnvoll getrennte Identitäten zu erzeugen oder fühlt man sich dann schnell schizophren?

Mein Leben ist viel zu vernetzt als das ich ungestraft anonym in Foren unterwegs sein könnte und Teile meiner Persönlichkeit abtrennen könnte. Ich finde es auch sehr nervig und zu anstrengend; ich sehe Technologie als Unterstützung für meine alltäglichen Bedürfnisse an.

In Second Life bin ich des öfteren mit einem anderen unbekannten Avatar unterwegs, das hat aber eher pragmatische Gründe der Anwendung und der Einstellungen, ansonsten sind meine ‚Identitäten‘ in Netz relativ transparent. Ich firmiere in Foren üblicherweise unter nixande oder neezee, letzterer hat sich aus nisi entwickelt damit die Amis das auch aussprechen können was schlicht die Abkürzung von Nicole Simon ist.

Obwohl ich selbstverständlich gewisse Bereiche meiner Person / Meinungen / Interessen / Tätigkeiten für mich behalte bzw. nur mit Freunden teile und nicht in die Welt hinaus posaune ist eine ganze Menge Informationen verfügbar. Googleability wie das Schlagwort heißt stört mich nicht sonderlich, sondern eröffnet Möglichkeiten.

Wer will, kann mit mir Kontakt aufnehmen, in vielfältiger Form. Nur weil die Möglichkeiten zur Verfügung stehen bedeutet es noch lange nicht, daß ich auch drauf eingehen werde. Aber die grundsätzliche Möglichkeit ist da. (Ich erwähne das u.a. deswegen weil ich mich gerade wieder einmal darüber ärgere daß ich die meisten der Sprecher für Leweb nicht anschreiben kann weil die Information nicht verfügbar ist.)

Gegeben ich wollte mich aus welchem Grund auch immer mit Euch in Kontakt setzen, wäre mir das einfach möglich wenn ich Euren Namen google? Finde ich andere Aktivitäten und ganz wichtig: Kann ich herausfinden unter welchen Bedingungen Ihr eine Kontaktaufnahme überhaupt wünscht?

Zurück zu dem Social-Networking-Versuch: Ich erwarte für Tools in der Zukunft daß sie mir die Einbindung meiner anderen Systeme erlauben da ich nicht vorhabe alles neu zu erfinden. Ich will keine Fotos hochladen, sondern meinen Flickr oder sonstwas Feed einbinden. Ich möchte nicht meine Kontaktdaten angeben müssen, sondern ein zwei Alternativlinks angeben können. Ich will kein neues Tool wie Plazes, sondern meine Nutzung dort mit einbinden können. (Plazes btw erlaubt mir die Verbindung mit Flickr genauso wie upcoming.org Bilder einbindet – noch nicht supereinfach, aber schon mal sehr gut auf dem Weg dahin).

Mehr Module, mehr Vebindung untereinander. Wer sich das Prinzip einmal verdeutlichen möchte, dem seien Unix-Tools empfohlen. Nicht das Klickibunti-Zeug, sondern die Shell-Tools und wie sie alle verbunden sind über das Pipe-Zeichen.

Nicht pimp sondern Pipe my Technoloy! 😉

Wenn, ja wenn die meisten der User eine solche Verbindung wollen. Virtuelle Welten, Verbindungen und Tools als Ergänzung des echten Lebens oder doch lieber ’nur‘ ein zweites Leben in einer virtuellen Welt?

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Mit mir kann man eigentlich in Kontakt treten, wenn man nach meinem
    Namen bei Google sucht, wobei es beim internationalen Google leicht andere Ergebnisse gibt als beim deutschen. Ich versuche erst gar nicht, über Suchmaschinen eine zweite Identität zu entwickeln. Allerdings ist es mir inzwischen wichtig, mich von Personen mit gleichem Namen im Netz zu unterscheiden.
    claimid.com bietet da einen interessanten Ansatz. Sie verbinden
    OpenID mit Mircroformats. Ebenfalls 30boxes.com bietet
    mittlerweile ähnliches, allerdings ohne OpenID.