Der Krimi im Norden, Teil 2

Natürlich kann ich die in den Kommentaren angesprochene menschliche Komponente auch nachvollziehen, daß dort jemand menschlich enttäuscht ist – doch wir reden hier nicht über eine Kuschelgruppe, sondern Politiker. Und die schießen selber mit ganz eigenen Mitteln – ich habe jedenfalls noch keinen Kommentar von einem SPD-ler gelesen der gesagt hat „Wir haben ein Problem, daß jemand diesen Weg wählt“.

Alles, was ich lese ist Verrat, Dolchstoßlegende, etc. Und das hier, Zitat aus dem Spiegel-Artikel:

Das Abstimmungsverhalten habe nichts mit dem freien Mandat oder der angeblichen Unvernunft einer vom SSW tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung zu tun. „Nein, den Willen von SPD, Grünen und SSW in einer Wahlkabine umgekehrt zu haben, sei es aus egozentrischer Geltungssucht, feiger weil nicht erklärter persönlicher Rache oder als Gegenleistung gegenüber einem unbekannten Dritten sei es aus politischen oder materiellen Motiven, dies alles wird der/die unbekannte Adressat/in dieses Briefes allein verantworten müssen vor sich und allen anderen.“

Die Folgen dieser „ehrlosen Schweinerei“ hätten zuerst Heide Simonis und dann die SPD, ihre vielen Mitglieder und Wahlhelfer und nicht zuletzt die Grünen und der SSW auszubaden. „Die Folgen sind ein Klima zerstörerischen Misstrauens und von Verdächtigungen in den eigenen Reihen“, schrieb der Politiker.

Soviel zur inhaltlichen Auseinandersetzung. Und die Bundes-Spd? „Drängt darauf, schnell eine Entscheidung herbeizuführen“. Man könnte jetzt dem Glauben verfallen, es wäre für das Wohl des Landes – Pustekuchen.

Es geht darum Ruhe in die Sache zu bekommen, damit die Landtagswahl in NRW nicht gestört wird.

Nicht, daß wir uns falsch verstehen: Die CDU glänzt auch nicht gerade mit inhaltlichen Beiträgen, die anderen Parteien sind definitiv nur Statisten (oder solange Partner, wie sie Mehrheitsbeschaffer spielen dürfen). Bei den Bildern von uns Peter Harry sehe ich auch weniger Schadenfreude über die Situation, als überraschte Freude über die kurze Situation und Tatsache des 34:34. Da schließe ich einfach mal von mir auf andere, ich habe auch Strike gerufen, als ich den Schnipsel im Radio gehört habe.

Schadenfreude hätte bedeutet, ein Gejohle oder anderes im Hintergrund bei der Verkündung zu hören – was nicht der Fall war. Es war man gerade ein leises Raunen zu vernehmen. Wer mir nicht glaubt, ich habe die Aufnahme hier. Und machen wir uns auch nichts vor: wäre es anders herum, würde sich Spott und Hohn über die CDU ergiessen.

Was ich ernsthaft zum Kotzen finde, ist die Selbstverständlichkeit, mit der jetzt kurz mal der nächste Termin auf den 27ten April gelegt wurde. Und der exakt einzige Grund, warum sich die SPD eventuell heftig darum kümmern wird, schneller eine Lösung zu finden, wird genau nichts mit Schleswig-Holstein zu tun haben – und alles mit der drohenden Langtagswahl in NRW.

Frage am Rande: Ich höre jetzt immer wieder von den großen Taten, die Frau Simonis für das Land geleistet haben soll. Zugegeben, ich habe das Lübecker Käseblat vor Jahren abbestellt, als die Ottifanten richtig langweilig wurden, bin daher wahrscheinlich uninformiert – aber ich laße mich gerne informieren, welche großartigen Taten das denn gewesen sein sollen.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. doch wir reden hier nicht über eine Kuschelgruppe, sondern Politiker. Und die schießen selber mit ganz eigenen Mittel
    Ich finde Du übertreibst etwas. Politiker sind doch auch nur Menschen.
    Findest Du nicht man könnte da ein Bißchen Verständnis aufbringen?
    Klar sind die aktuellen Handlungen der Politiker stark übertrieben und völlig daneben, aber so hart würde ich dann doch nicht formulieren.