Der selbstreferenzierende Quasselclub auf der Couch.

Blogruf schreibt in „Metadebattierclub auf der roten Couch„:

Was auffällt: Die deutschsprachige Blogosphäre produziert kaum eigenen Content, ergeht sich in Selbstgesprächen, erinnert an eine etwas überdimensionale rote Couch und bleibt für den Außenstehenden wohl unverständlich.

Ich bin der Meinung: Die Impulse von außen fehlen. Im „Ausland“ aka der englische Blogspheren gibt es mehr Impulse, mehr Bewegung, mehr Ideen. Es ist selbstbefruchtend, es gibt andere Einflüge, die die Themen und auch den Content weitertragen.

In Deutschland oder genauer in der deutschsprachigen Blogosphere existiert eine Sprachbarriere. Seitdem ich mich zu einem großen Teil im „Ausland“ rumtreibe, merke ich an mir selber den Drift – welche Dinge ich in Englisch schreibe und welche in Deutsch.

Ich möchte nicht sagen, daß ich nur noch den weniger wichtigen Content auf Deutsch runterhacke, aber es ist manchmal verführerisch, nur noch auf Englisch zu schreiben: Die Rückmeldungen, die Kommentare, die Mails, die daraus entstehenden Gespräche sind anders, mehr, vielfältiger als hier.

Sehr erfolgsversprechend, Dich als den Leser zu beschimpfen und als weniger wert abzustempeln, nicht wahr? 😉 😉 Mitnichten, denn obwohl es verführerisch ist auf die dunkle Seite der Macht zu wechseln und nur noch Englisch zu bloggen und podcasten, will ich es nicht. Irgendwann müssen wir den Zirkel ja mal durchbrechen.

Und die letzten Monate zeigen auch: Es tut sich was. Falks Artikel erinnert mich aber daran, daß obwohl die dt. Blogosphere definitiv gewachsen ist, oft nur der selbstreferenzierende Quenglerclub sichtbar ist. Ich bin mir sicher, es gibt Content da draußen, wir verpassen ihn nur.

Zeit für deutschsprachige „Carnivals“? Wer sich übrigens jetzt kopfkratzend fragt was das ist – das ist ein Beispiel für was ich mit befruchtend meinte.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. die zelebrierte Sinnkrise deutscher Blogs incl. der damit verbunden aufgeregten Selbstreflektion verschwindet mit der Pubertät.
    Die Erinnerung an diese Phase wird dann mit jeder neuen Erzählung schöner.