Die kreative Kaste. Kaste?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es ‚Kaste‘ nennen würde wie Mark Pohlmann wenn er die treibende Kraft hinter Communities beschreibt:

Nur, wer diese Kreativität bei seinen Nutzern entfaltet, schafft eine Community, die einen Wert darstellt. Die Aufgabe lautet deswegen, diese kreative Klasse in seinem Umfeld zu finden und zu aktivieren. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Und hier liegt auch der Schlüssel für den Mißerfolg der meisten: Es gibt schlicht nur eine begrenzte Anzahl von Menschen, die für diese Rolle taugen. Der Kampf um diese kreative Kaste hat schon längst begonnen, wir werden ihn erleben, den Veitstanz um diejenigen, durch die diese Communities leben – und ohne untergehen.

Wer jemals versucht hat in einem Unternehmen dazuzu bewegen ein Wiki zu pflegen weiß, wie mühsam es ist dieses zu starten. Einem puren Podcaster beizubringen warum er sein Blog mit Text befüllen soll? Einem Grafikmenschen beibringen warum die von ihm designte Webseite in Flash zwar seinem Ideal entspricht, aber unbrauchbar ist?

Werkzeug und Talente müssen zusammenpassen, damit etwas besonderes herauskommt. Und es gibt Dinge, die kann nicht jeder.

Chef sein zum Beispiel. Viele wollen Karriere machen und aufsteigen – die wenigsten beherrschen die elementaren Dinge die ein echter Manager braucht. Wer zum Beispiel seinen Starverkäufer zum Manager befördert wird in den meisten Fällen auf die Schnauze fallen.

Die von Mark angesprochene Kreativität braucht Freiraum – beengende Strukturen behindern. Eine strikt nach Hierarchie aufgebaute Firma wird große Schwierigkeiten haben einer Community Freiraum einzuräumen und alles dran setzen, genau das zu zerstören weil sie es nicht wollen. Und wie wir schon in der Sesamstraße lernten: Eines von den Dingen paßt nicht zu den anderen.

Die „kreative Kaste“ ist ein notwendiger Teil – aber es gibt noch viele Rollen mehr drumrum die es für ein gutes Ergebnis zu besetzen gilt. Jeder nach seinen Stärken an den richtigen Platz – auch wenn das an bestehenden Strukturen rüttelt.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. hallo nicole,
    danke für das feedback (das ich heute erst lese). „kaste“ habe ich es genannt, weil a) „kreative klasse“ zu missverständlich im titel ist (im sinne einer qualitätsäußerung) und b) die kaste klarer macht, daß es sich um eine endliche ressource handelt, um eine typfrage, die sich ihrer fähigkeiten entweder bewußt ist oder dies schnell sein wird. und c) ist die kaste natürlich auch polarisierender, ein bisschen knackig sollte es natürlich schon sein 😉