„Dieses Profil kann nicht angezeigt werden“

Xing erlaubt Premium-Mitgliedern bessere Suchfunktionen als normalen Mitgliedern. Verwendet man aber Vor- oder Nachnamen z.B. in der „Über mich“-Seite oder im Namen seiner Firma verwendet, können nicht Premium-Mitglieder dieses Profil nicht aufrufen wenn sie die allgemeine Suche verwenden – was zu Irritationen führt und geschäftsschädigend ist.

„Ich kann Dein Profile nicht aufrufen!“
Hm?
„Wenn ich nach Deinem Namen suche, kann ich Dein Profil nicht aufrufen!“

Es ist zwar bekannt, daß Mitglieder ohne Premium-Mitgliedschaft nur eingeschränkt suchen können, aber die Suche nach dem Namen gehörte immer zum Umfang der Basis-Mitgliedschaft von . Dachte man jedenfalls.

Sucht man als nicht Premium-Mitglied nach ein paar bekannten Namen in der Box oben rechts wie zum Beispiel Joachim Rumohr, Klaus Eck, Martina Pickhardt, Kosmar oder Lars Hinrich ergibt die Suche das folgende Bild:

kann-profil-nicht-aufrufen-xing

Die Sache mit dem Bezahlen

Die Suche nach der Ursache führte in Abgründe wie jemand die Suche programmiert hat, doch zunächst ein kurzer Einschub auf das typische Verhalten eines nicht Premium-Mitglied: wenn eine Funktion verwendet wird die er oder sie nicht ‚bezahlt‘ hat, wird dieses entsprechend mit „wollen Sie jetzt upgraden“ gekennzeichnet. Der Anbieter hat selbstverständlich die Hoffnung daß möglichst viele Teilnehmer das monatliche Geld rüberrücken, doch die Erfahrung zeigt mir, daß die meisten nicht Premium-Mitglieder nicht einsehen oder verstehen warum sie dafür zahlen sollen (ihrer Meinung nach sollte alles kostenfrei sein).

Und im Falle eines „unerreichbaren Profils“ werden Kollegen gefragt ob sie einen Premium-Account haben oder die Suche über die normale Webseite versucht. Ich habe schon mehrfach gesagt daß ich es für dumm halte dem Kunden nicht wenigstens den Mund wäßrig zu machen (z.B. mit ein bis drei freien Nachrichten pro Monat), damit er weiß was er verpaßt; grundsätzlich es aber i.O. finde für einen Service zu zahlen der mir einen Mehrwehrt gibt.

Womit ich jedoch nicht leben kann sind unsinnige „Lösungen „wie diese hier.

Des Rätsels Lösung

Auf der Suche nach einem Grund warum (nicht nur mein) Profil „gesperrt“ war hatten die mich kontaktierenden Basis-Mitglieder eine Lösung parat: Weil ich ein Premiummitglied sei – und Xing offensichtlich erkannt hatte, daß mein Profil wertvoller war als andere, und sie daher Geld berappen sollten um mich aufrufen zu dürfen. Wir reden hier wohlgemerkt nicht von kontaktieren, sondern von überhaupt erst ein Profil aus der Suche aufrufen können.

Meine Reaktion darauf war ähnlich: Wenn überhaupt sollten gerade Premiummitglieder angezeigt werden! Und z.B. bei der Suche nach meinem Namen ausschließlich MEIN Profil nicht zugänglich zu machen empfinde ich als absolut geschäftsschädigend.

Die Suche nach des Rätsels Lösung gestaltete sich dann auch etwas komplizierter und hatte selbstverständlich wieder mit der Art und Weise zu tun, wie Xing aufgesetzt ist: Mein Profil war nicht zugänglich, weil mein Vorname auf meiner „Über mich“-Seite vorkam. Und das Durchsuchen der „Über mich“ Seite ist ein Premium-Feature.

Wer jetzt wie ich ein Fragezeichen im Gesicht hatte, genau. Und wer denkt daß das Suchen nach dem Namen doch ‚frei‘ sein sollte, denkt richtig.

Anders als jeder normale Mensch erwarten würde funktioniert die Suche nach dem Namen NUR, wenn man in die Powersearch hineingeht und dann den Namen eingibt. Gibt man diesen jedoch oben in der Suchbox ein, werden alle Felder durchsucht und findet sich der Begriff z.B. in der „Über mich“-Seite, oder dem Firmennamen oder irgendeinem anderen Feld, dann sagt das System „ich habe das noch woanders gefunden, da darfst Du nicht suchen, also kannst Du das Profil nicht aufrufen“.

( Viel Erfolg daher irgendjemandem der einen Namen mit einer Stadt teilt.)

Warum die Suche nach dem Namen besonders ist

Das System in dem Moment bietet nicht die Möglichkeit zu sagen „dies ist ein Name, such noch mal“. Aus Sicht des Xing-Supports war das ganz einfach beantwortet: Das wüßte man doch und dann müßte man eben die Powersuche verwenden.

Mein Einwand, daß m.E. niemand auf die Idee kommt, für ein solches Corefeature wie die Suche nach dem Namen eine Powersuche (=eine spezielle besondere Suche) aufzurufen teilte der Herr nicht.

Genausowenig wie meinen Einwand, daß ich als Premiumuser niemals auf die Idee kommen würde nicht meinen Namen zu verwenden und es ja auch diverse Gründe gibt ihn dort gelistet zu haben. Beispielsweise als Testimonial („Nicole hat für uns …“) oder eben wenn der Name Teil meiner Firma ist.

Was Basismitglieder denken

Durchgängig wurde mir berichtet, daß dieses „Problem“ „nur bei Premiums“ vorkommen würde, und wie oben schon erwähnt war das auch mein Eindruck bei der Ursachensuche.

Der Text bei den nicht zugänglichen Profilen weckte Begehrlichkeiten (den will ich kontaktieren) aber nicht den Wunsch seinen Account upzugraden.

Sondern Frust mit der Plattform wo man „als Basismitglied eh nichts suchen kann“ und sogar der Zugang zu Profilen von Premiummitgliedern verhindert wird („gesperrt“). Aus dem gleichen Grund wird die Plattform nur manchmal verwendet („ich kann da ja nix machen“), man ist also User, aber nur gelegentlich.

Warum meistens nur die Premiummitglieder „gesperrt“ waren.

Nachdem ich also wußte woran es lagt, habe ich mich mal auf die Suche bei einigen Netizens gemacht, und wie ich mir schon dachte waren die meisten Profile „nicht zugänglich“ – und fast alle Premiummitglieder.

Dieses war dann nicht mehr so kompliziert: Wer das Tool aktiv nutzt und Premium-Mitglied ist, verwendet auch Funktionen wie eine „Über-mich“-Seite und mehr Informationen und Texte. Und erhöht daher massiv die Chance „gesperrt“ zu werden …

Lösung: Man besorge sich aus dem Bekanntenkreis ein nicht Premium-Mitglied und läßt ihn oder sie nach dem eigenen Namen suchen. Und bearbeitet dann das eigene Profil solange, bis man auch wieder für die einfachen User zugänglich ist. Und wartet darauf, daß irgendwann Xing auch diese Suche korrekt implementiert bzw. entsprechend sinnvoll betextet.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ogott, das klingt ja als ob man sich schon in „Xing optimization“ einlesen muss wenn man nur in Xing gefunden werden möchte. Ob hier sich ein paar schlaue Consultants finden und ein „Xing Seminar“ anbieten, bei denen diese ganzen fiesen Tücken und Fallen von Xing geklärt werden und bei dem der „normale User“ erklärt bekommt, wie er Xing am besten für sich instrumentalisiert? Ansätze hierzu gibt es ja schon und erste „Basic Coachings“ auch.

  2. Morgen,
    | Lösung: […] Und bearbeitet dann
    hm, klingt nach einer Menge Arbeit, fuer die -so denkt man- ja schon bezahlt wurde. Sind eigentlich Studien bekannt, ob bzw. wie Xing sich fuer seine Kunden bezahlt macht? Mit meinem schmalen Blick habe ich den Eindruck, dass man dort eher Personen sammelt, die man anderweitig kennengelernt hat. Vielleicht landet ein Personaler dort mal einen Treffer. Aber sonst?
    Gruesse

  3. Ein schönes Beispiel für im Vorwege nicht zu erwartende Seiteneffekte bei der Implementation solcher Systeme. Das kann ich noch nachvollziehen.
    Die Reaktion des „Supports“ von XING allerdings nicht. Leider sind immer noch zu viele Menschen damit überfordert, Ihre Dienstleistung kundengerecht darzubieten und die Wertung der Nützlichkeit und Brauchbarkeit der Dienstleistung allein dem Kunden zu überlassen.
    Schade.

  4. ist das eigentlich mittlerweile mal behoben? sonst muss ich mich da noch beschweren gehen …

  5. wieso für einen dienst bezahlen wollen, der eh nur eine aktien gesellschaft sponsored .. die möglicherweise in google etat umgewandelt wird .. nedanke hab zwar xing nutz des aber nur wenn ich explizite anfragen von nicht bekannten personen bekommt vor_nachname & oder vor_nachname1 vor_nachname2 oder was weiss ich tuts doch auch 😉
    guten tag
    stack

  6. Hatte auch das Problem, drum bin ich bei der Google-Suche hier gelandet. Auf einer anderen Seite habe ich aber gefunden, dass man sich unter „Einstellungen – Privatsphäre – Optionen“ für Nicht-Mitglieder freischalten lassen kann.
    Ich denke und hoffe jedenfalls, dass das damit gemeint ist.
    Grüße

  7. Tja, die Geheimnisse von Xing *g* Naja, noch kann zumindest ich auch ganz gut ohne leben…

  8. Aha, ich überlege gerade Premium Mitglied zu werden, aber ob das wirklich so sinnvoll ist.
    Noch ein Tip für nicht-Premium-Mitglieder (die’s noch nicht kennen):
    Wer Xing-Profile aus einer Bestimmten Firma durchsuchen möchte, kann das via google tun, indem er „site:xing.com Firmenname“ eingibt.

  9. Was für ein komplexes durcheinander da bei Xing. Interessant wäre ja ob dieser Bug nun schon einmal behoben wurde?