Eine viertel Milliarde Euro für Werbung

Bereits die 7,5 Mio Euro teure Umbenennung von Arbeitsamt in Bundesagentur für Arbeit hat mir Magenschmerzen beschert, kombiniert mit dem Gefühl des „das darf doch wohl nicht wahr sein.“ Gestern, im Radio dann die kurze Nachricht „… will eine viertel Milliarde Euro für Werbung ausgeben“. Man muß es sich auf der Zunge zergehen lassen. Ganz schön feist, um einen Song zu zitieren.

Unter der Überschrift 251 Millionen Euro für Werbung berichtet das Manager Magazin über die fast Verdoppelung des Etats für Öffentlichkeitsarbeit von 135 Mio Euro auf 251 Mio Euro:

Kostet Florian Gersters Eitelkeit den Steuerzahler Millionen?
Weil die BA unter schlechtem Image leidet, will der Chef der Bundesanstalt das Ansehen der Behörde aufpolieren. Allein sein Medienberater kostet 820.000 Euro.

Über die Qualifikation dieser Berater und eine fehlende Ausschreibung macht sich der Spiegel Gedanken:

Gerster vergab Millionenauftrag ohne Ausschreibung
Wacklig ist vor allem das BA-Argument, WMP sei fachlich die erste Wahl gewesen. Volker Liedtke, Chef der Internet-Werbeagentur Webmills weist darauf hin, dass WMP „keine Hausnummer im Bereich der Unternehmenskommunikation“ sei.

Tatsächlich ist WMP Eurocom in Sachen Markenberatung ein ziemlich unbeschriebenes Blatt: Referenzkunden führt das Unternehmen auf seiner Internetseite nicht an – obwohl es in der Branche eigentlich üblich ist, mit erfolgreich abgeschlossenen Projekten zu werben. Auffällig ist vielmehr die große Nähe des Unternehmens zur Politik.

Weil billig eingekaufte Leute im Endeffekt of teurer kommen als gute Leute, sollte man nicht am flaschen Ende sparen. Soweit völlig in Ordnung. Nur zeigen bereits diese Meldungen, daß die Leute nicht gut sein können – wenn das mein neuer Auftrag gewesen wäre, hätte ich eine so unsensible dumme Pressemitteilung niemals rausgehen lassen. Das macht ein echter Profi geschickter.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Am Flaschen-Ende gespart! Dieses Bonmot
    trifft es genau.
    Florian Gerster hat im Zuge seines Antritts
    sein eigenes Gehalt verdoppelt. Gerecht,
    da sich wohl auch die Zahl der Arbeitslosen bald verdoppeln werden…

  2. That’s the Point.
    Nicht die Summe für den Medienberater ist der Dorn im Auge, sondern, welche Ergebnisse seine hochbezahlte Arbeit liefern.
    Obwohl, Aufmerksamkeit haben sie bekommen.