Fünf Jahre in die Zukunft gedacht …

Was machen wir alle in fünf Jahren, und wie werden die kommenden, immer schneller erfolgenden Entwicklungen unser Leben verändern? Seth Godin stellt ein paar Annahmen auf und fragt ketzerisch “Was dann?”

Auf den ersten Blick scheint mir nichts davon bedrohlich zu sein, doch wenn ich genauer hinsehe und meine Umgebung betrachte stelle ich fest: Für mich vielleicht nicht, aber für die wahrscheinlich schon. Diese Mitarbeiter, die einmal etwas gelernt haben und nur unter Zwang etwas dazulernen – selbstverständlich nur, wenn die Firma das komfortabel per Seminar schult, am besten noch mit Dienstreise – Dienstreisebeginn selbstverständlich nur tagsüber. Die sich darüber mokieren, daß Veröffentlichungen in Englisch auftauchen und erst danach auf Deutsch – schließlich sei man eine deutsche Firma und nicht sowas “amerikanisches”.
Das ein Großteil des Umsatzes und irgendwann in der Zukunft auch der Ergebnisse aus dem Ausland kommt, interessiert dabei nicht. Daß ein Großteil der Mitarbeiter ebenfalls nicht englischsprachig ist, aber Englisch als die gemeinsame Sprachbasis akzeptiert, ebenfalls nicht. Englisch lernen? Wieso das denn. Man sei 20 Jahre ohne ausgekommen. Und wenn, bitte schön, müsse der Arbeitgeber schulen, schulen, schulen und dürfe vorher nicht verlangen, daß man sich selber …

Sicher, ein Arbeitgeber muß schulen, wenn er mir andere Aufgaben geben, die z.B. solche Sprachkenntnisse erfordern. Nur: In der Zukunft werden Stellen eher abgebaut als neue Mitarbeiter eingestellt. Und nun nehmen wir zwei Mitarbeiter, zur Vereinfachung gleich alt, gleich lang in der Firma, gleiche Familiensituation. Person 1 hat sich in seiner Freizeit fortgebildet und spricht leidlich Englisch – geht halt in dem Alter nicht mehr so gut. Person 2 empfand das frohlockend als Aufgabe der Firma und wartet ab. Eine Stelle wird abgebaut, die verbleibende Stelle erfordert aufgrund der sich wandelnden Welt Englischkenntnisse. Und nun die Quizfrage, wer verabschiedet wird …

Sprachkenntnisse sind nur ein Beispiel. Das gilt genauso für neue Techniken. Festgefahrene Strukturen, sich ständig ändernde Arbeitsbedingungen, neue Kommunikationsformen und -Tools auf der einen Seite – Menschen, denen E-Mail ein Graus ist, die IM für Stasimitarbeiter halten und bei Blog an Blöcke denken, auf der anderen.

2009 wird sich die Welt noch schneller drehen als jetzt – wer bis jetzt noch nicht in Schwung gekommen ist, sollte sich beeilen. Es wird von Tag zu Tag aufwendiger …

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Du sprichst mir aus der Seele! Diese Jammerkultur, wo keiner auch nur einen Millimeter von seinem persönlichen Status Quo abweicht, ist wirklich ein Desaster und einer der Hauptgründe für die hohe Arbeitslosigkeit. Die Leute kriegen den Arsch nicht hoch und schaffen es nicht, mal mitzudenken und sich freiwillig ein bisschen zu profilieren, in welcher Form auch immer.