Freitag Abend, Premiere Sportsbar

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„Aachen 0:1 Greuther Fürth“ steht auf der Projektionswand, denn ich bin in der Texmex Cantina Shorty’s, Lübeck. Shorty’s hat eine längere Geschichte, aber die soll ein anderes Mal erzählt werden.

Heute amüsiere ich mich über die „Premiere Sportsbar“.

Um Sie rundum glücklich zu machen, bieten wir Ihnen die Spitzenereignisse des Sports auf unserer Großleinwand. Wir sind Premiere SportsBar Partner.

„Zusammengucken“ ist voll im Trend. Anstatt allein zuhause fernzusehen, trifft man sich mit Gleichgesinnten in einer geselligen Runde und kann sich direkt mit anderen Menschen austauschen. So erhält das Sportgucken wieder eine soziale Komponente.

Zwei Fernseher, eine kleiner 37 cm über der Bar, und einmal eine große Leinwand in einer alten Telekom-Kantine lassen bei mir die Frage aufkommen – gibt es zu erfüllende Standards, damit man die Leuchtreklame draussen tragen kann?

Mindestens zwei Fernseher, einer davon mindestens x Meter breit oder so? 57te Minute, immer noch Führung für die Manschaft mit dem unaussprechlichen Namen. Im Hintergrund läuft wieder Ende 80er Anfang 90er Jahre Musik, diesmal Prince mit einem Song, den ich glaube ich noch nicht kenne – aber bei Prince ist das egal.
Ich sitze direkt vor der Leinwand an einem großen Stammtisch mit 8 Plätzen, denn hier habe ich genug Platz, um mich mit meinen Zetteln auszubreiten; und jetzt mit Blick auf die Leinwand Fußball zu gucken. In soviel größer als mein normaler Fernseher stelle ich ein paar Dinge fest:

Die Auflösung könnte besser sein, aber das Signal ist wahrscheinlich nicht crisp genug dafür. HDTV wird für solche Orte eine eindeutige Verbesserung bringen. Zweitens sehen Schwalben in 2,5×1,5 Meter viel amüsanter aus (leider noch kein Elfmeter, mein Favorit). Drittens lohnt es sich blind tippen zu können (und das kann ich selbst auf meinem kleinen Tablet inzwischen ausriechend gut) – ich kann nämlich schauen und gleichzeitig meine Gedanken schweigen lassen = tippen. Die Handvoll Fehler kann ich später bereinigen.

Ich kann zwar immer noch nicht verstehen, wie man komplizierte Strickmuster stricken kann und dabei fernsehen, aber die Hände auf die Tastatur und blind schreiben – paßt schon. Nur die Umlaute auf dem Tablet sind zu klein *grr*. Zurück zur Bar.

Ich trinke, wie üblich, mein Wasser und stelle fest – der Rest der Welt trinkt Bier. „Hei Daniel, Mensch Alter!!“. Ich habe lange genug in der Kneipe meiner Mutter gearbeitet um diese Art der Konversation auswendig zu kennen. Bar Talk. „Frauen haben Angst vor der Angst. Meine Freundin will kein Motorad mit mir fahren, dabei beeinfluße ich sie doch gar nicht. Und meine Hilfe nimmt sie auch nie an. Eigentlich ist es besser, daß sie nicht mit fährt. … und dann hab ich ihr gesagt … und sie hat nicht drauf gehört … und sie muß doch nur …“. Ein paar Bier weiter, und er lallt bald über die Welt und dumme Frauen im Allgemeinen. 63te minute, noch mehr gelbe Karten.

Der etwas jung wirkende Schiri verteilt die mit Begeisterung, ich glaube seitdem ich dabei sitze hat er schon vier verteilt. Und wo wir gerade davon sprechen – die erste rote. Raus geht Danny Fuchs – nicht ganz so der Fuchs. Replay – ich würde sagen, daß war kein wirkliches Faul, aber der Typ bleibt leidend am Boden liegen – wenn es rot gibt, braucht man das wohl. Nagut, gerade helfen sie ihm vom Feld, nach ein wenig Eis-Spray wird der schon wieder fröhlich auflaufen.

Ich habe sowieso nie verstanden, warum Männer mit Begeisterung alle dem Ball hinterherrennen.

Was ich aber eigentlich damit ausdrücken wollte: Ich mag das. Hier so sitzen, leichtes Geplapper im Hintergrund, etwas ausreichend leckeres gegessen und jetzt ein wenig bloggen. Das Blogpost danach sozusagen.

Ich habe zwar kein Wlan – nur die typischen überteuerten Telekom-Hotspots, aber ich teste mal Blogdesk. Das funktioniert zwar nicht mit meinem Pivot zusammen, aber macht so einen ganz netten Eindruck. Gewisse Tastaturbedienungen gehen noch nicht, wie sie sollen, aber man kann ja Feedback senden.

Was fehlt mir noch zu meinem Glück. Ein leckerer Milchkaffee. Shorty’s (Lübeck hat zwei davon) haben eigentlich meiner Erfahrung nach keinen davon. Außerdem habe ich noch eine halbe Flasche vor mir. „Good Sensation“ oder „Love Sensation“ läuft im Hintergrund, aber ein wenig von der Stadionsatmosphäre wäre auch nicht verkehrt.

Warum kann ich jetzt nicht meinen mp3-Player rausholen, das Radio einstellen und auf einer Frequenz das Signal von Premiere haben? Ich hätte meine Kopfhörer und der Rest seine Ruhe.

Nachher muß ich nur noch fragen, nach welchem Fahrplan hier gesendet wird. So Tennis oder sowas in der Art. Dann kann ich nämlich meinen Fernseher wirklich bald rausschmeißen. 🙂

Nachtrag: 2 Stunden später und drei lange Artikel sind geschrieben. Kneipenbloggen bekommt mir. 🙂

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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