Gesocks am Bahnhof

Man weiß ja schon das man am Hamburger Hauptbahnhof mit zwielichtigen Gestalten rechnen muß. Nicht immer, aber manchmal. Gestern jedoch hat einer von diesem Menschen wirklich meine Nerven überstrapaziert.

Ich gehe so auf den Bahnautomaten zu als eine Punk-Gestalt mit Rucksack mir ein Kleingruppenticket nach Lübeck andrehen will. Ich verneine und sage, daß ich dafür keinen Bedarf habe. „Nein, ich kann das nicht gebrauchen“ auf die zweite Frage. Daraufhin will er mir ein normales Ticket andrehen „ganz neu und ungestempelt“ und wird pissig als ich ihm sage, daß dieses nicht das ist, was ich gebrauchen kann, weil es die falsche Uhrzeit hat.

Unabhängig davon, daß ich sowieso nicht vorhabe ein vielleicht funktionierendes Ticket zu haben, benötige ich dieses Ticket für die Steuer und die werden sehr sicher keines bis Travemünde Strand akzeptieren für eine falsche Uhrzeit annehmen.

Zurück zu dem Kerl. Inzwischen ist sein Tonfall um einiges fordernder geworden und drastischer, es wäre überhaupt kein Unterschied und ich solle es ihm gefälligst abkaufen. Erst die entnervte Drohung meinerseits die Bahnpolizei zu verständigen bringt ihn dazu abzuzischen und ich kann den Kauf meines Tickets beenden.

Ich halte mich nun wirklich nicht für eine Person die so aussieht, als wenn man ihr einfach etwas andrehen kann – spätestens nach den ersten zwei Fragen sollte er das gerafft haben.

Kaufen andere, mehr zartbesaitete Menschen so daß sich diese Tour lohnt?

Was mich trotzdem interessiert – da die Schaffner eigentlich alle Tickets entwerten wie kommt er an die vorgeblich gültigen Tickets? Klauen die sowas anderen Bahnfahrern?

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Nicht immer wird kontrolliert – insbesondere, wenn man sich auf die Frage, wer noch zugestiegen sei, nicht rührt; manchmal aber auch, weil einfach keine Kontrolle vorbeikommt oder vorhanden ist, gerade im Nahverkehr -, nicht immer wird beim Kontrollieren entwertet (das allerdings *fast* immer).

  2. Hm. Naja, mir sah das eher wie ein Ticket aus, was er morgens verwendet hat und abends noch einmal loswerden wollet. Wenn ich mich recht erinnere haben die Nahverkehrszugtickets Zeitbegrenzungen.
    Wo sind die Menschen mit dem auswendig gelernten Zugbestimmungen wenn man sie mal braucht? 😉

  3. DB Tickets (also kein Verbund wie VRS oder so) haben eine Tagesgültigkeit. Im Nahverkehr normalerweise 1 Tag.
    Ich bin übrigens schon oft mit ungestempelten Tickets aus Zügen wieder ausgeschieden. Was thh da schreibt kann ich voll bestätigen.