Glocken-Posse

Genau das richtige Futter für jemanden, der noch nicht ganz wach ist. Beim Lübecker Internetblättchen HL-Live lese ich gerade über die Rückgabe einer Glocke an eine polnische Gemeinde.

Nachdem ich mich wunderte, was zum Teufel eine Glocke aus Polen in Lübeck macht (von den Nazis nach HH geholt um sie zu Munition zu verarbeiten), lese ich dann, welche Stationen in dem sechsjähren Hin- und Her befragt werden mußten, damit jetzt eine geraubte Glocke jetzt als „Dauerleihgabe“ wieder zurück kann.

Dauerleihgabe wie in „wir haben es nicht ganz klären können, aber es war das beste, was wir tun konnten“:

fragte der Danziger Stadtpräsident im Jahr 2000 beim Kirchenkreis Lübeck an, ob die Kirchengemeinde in Stegna die Glocke wieder haben könne. Die ursprüngliche Idee des Kirchenkreises, die Glocke einfach wieder zurückzugeben, konnte wegen der offenen Besitzerfrage nicht umgesetzt werden. Seitens der UEK hieß es, das Bundesinnenministerium müsse der Rückgabe zustimmen. Nach dem Jahre dauernden Hin und Her ist jetzt klar, dass die Glocke juristisch als „Dauerleihgabe“ an die polnische Gemeinde übergeben werden kann. Dazu bedurfte es der Prüfung und Zustimmung des Innenministeriums, der UEK, der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses der Republik Polen, des Kirchenkreises Lübeck, der Nordelbischen Landeskirche und des Kuratoriums von St. Petri.

Geläutet wird nicht mehr, aber mir stellt sich dabei die Frage: Wo liegt eigentlich Schilda?

Technorati Tags: ,

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

Kommentare sind geschlossen.