Gründermonate – „Been there, done that, don’t need that again“

via Mark Pohlman: Martina Pickhardt schreibt unter Themenriff ihre Erfahrungen aus der New-Economy-Zeit im Schnelldurchgang – jeder Eintrag ein Monat.

Bevor ich mich erneut in den Schlund des Netzes stürze und ins Web2.0 migriere, habe ich hier mal meine persönliche New Economy 1.0 Story (die sich nicht wesentlich von 100 anderen unterscheidet) abgelegt. Geschrieben bereits 2003, noch in einem Zustand zwischen Wut und Trauer. Jetzt nach 6 Jahren! (ist das frauentypisch, das das so lange dauert?) hab ich alles verarbeitet und ich bin bereit für Neues.

Sehr lesenswert, auch weil sie nicht nur ihre eigenen Erfahrungen aufschreibt sondern kurze objektive Hinweistexte über die Situation beifügt. Beispiel:

Die Überzeugungen der Gründer von ihren Produkten und Dienstleistungen haben einen mächtigen Druck ausgeübt. Doch nicht nur Druck, auch Faszination. Eine Faszination, die Mitarbeiter, Bänker, Risikokapitalgeber und Kleinaktionäre gleichermaßen ergriffen hat und auf die sich die Kraft der Überzeugung der Gründer übertragen hat. Es wurde investiert, um Geld zu verdienen, es wurde gearbeitet um das Gefühl zu bekommen, dabei gewesen zu sein, seinen Teil beigetragen zu haben. Teil der großen Familie gewesen zu sein. Die Menschen haben investiert in eine Idee, eine Zukunft, an die sie geglaubt haben oder glauben wollten, weil es ihnen andere vorgemacht haben.

Diese Erfahrung – obwohl schmerzhaft – ist eine gute Grundlage beim zweiten Mal vorsichtiger zu sein.

„Been there, done that, don’t need that again“ könnte das Motto sein, was sicherlich gerade vielen im Kopf rumgeht ob des neuen ‚Buums‚. Und die meisten schaffen jetzt auch den Weg in diese Web 2.0 Welt, mit einer anderen aber doch gleichen Story. *DAS* ist der Grund, warum es diesmal nicht mehr so heftig kommen wird auch wenn manchmal es so aussehen mag. Die wollen sowas nicht noch mal so erleben. Ist jedenfalls meine Hoffnung.

Martinas Beschreibungen sollte man sich ausdrucken und jedem ambintionierten „wir sind die ersten und tollsten und wichtigstens und suuuuper“ als Pflichtlektüre in die Hand drücken und sage: da. Und deswegen machst Du erst mal einen vernünftigen realistischen Businessplan. Mit Realitycheck, nicht nur bei wohlwollenden Freunden u.Ä.

Sicher nicht einfach. Aber sinnvoll.

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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