Herzinger und der CSD: „Spießer-Käfig, schrill“

Herzinger schüttelt sich über den CSD in Berlin

Uff. Spätestens da wurde mir klar, warum mir dieses Christopher-Street-Day-Getue inzwischen so maßlos auf die Nerven geht. Es ist nämlich total retro, nein, nicht mal das: es ist auf dem Stand der siebziger Jahre stehengeblieben, es ist ein vollständiger Anachronismus. Der Christopher-Street-Day in Berlin ist wie die siebenundachtzigste Wiederholung von „Ein Käfig voller Narren“ im 3. Programm von Radio Berlin-Brandenburg. Genauso provinziell. Genauso spießig: Der Spießer von heute hält sich nämlich für einen hingebungsvollen Minderheitenfreund und findet Transvestiten total süß und spontan. Und das hält er dann auch noch für eine metropolitanische Einstellung.

Und wenn ich ehrlich bin, kann ich ihm nicht sonderlich widersprechen. Es sind diese extremen „hui was bin ich schrill!!“-Bilder, die mich nachdenklich machen – sind wir immer noch nicht weiter? Brauchen wir so einen Mummenschanz? Oder gibt es nur keine vernünftigen Fotographen, die mehr Lebensfreude und weniger Tunte einfangen können?

Als wenn das alles wäre.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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