Innova-wie bitte?

Ist es nicht schön, wenn Medien sich selber als innovativ beweihräuchern? Es liest sich wie eine schlecht zusammengefaßte Pressemitteilung wenn Peter Turi schreibt:

Verleger2.0: Stefan von Holtzbrinck, Inhaber und Chef der Verlagsgruppe Holtzbrinck („Zeit“, „Handelsblatt“, „Wirtschaftswoche“, „Tagesspiegel“), macht Hubert Burda den Anspruch als Deutschlands innovativster Verleger streitig.

Worauf Nico kontert :

Peter, wie definierst Du denn bitte „innovativ“? Germanblogs ist nun wirklich so etwas von abgeschmackt und langweilig, darüber blogge ich noch nicht mal. Abgesehen davon wirft es ein schlechtes Bild auf die deutsche Verlagslandschaft, wenn Hubert Burda als innovativster Verleger gilt, aber das nur am Rande.

Aber das ist doch gerade meine Hoffnung – das die anderen Herrschaften es nicht auf sich sitzen lassen können, daß Burda mehr macht als die anderen. :) Die meisten spielen natürlich noch, aber nichts sollte die Herrschaften mehr motivieren als ’solche‘ Konkurrenz. Und jetzt mal ehrlich, man muß sich doch nur den Eintrag bei Turi (übrigens: turi2 – der branchendienst für die digitale welt!) weiter durchlesen um zu sehen, wie „innovativ“ die Medienwelt sich so gibt.

Ein Grund mehr, warum ich auf die Säule ‚traditionelle Medien‘ auf dem Podcasttag gespannt bin. Da sind nämlich sehr klassisch traditionelle Medienmenschen unterwegs. :)

Update: Ach ja übrigens ganz wunderbar: Meinen Kommentar bei Turi hat das Drecks-Captcha-Programm gefressen. Wenn eine Angabe überprüft werden soll und als angeblich nicht gültig deklariert wird, dann gibt man den eingegebenen Kommentar wieder raus!

Zusammengefaßt: Selbstverständlich sind Verleger begeistert von der Möglichkeit billigen Content von Schreibern zu bekommen, die nicht die gleichen Forderungen wie diese schrecklichen Professionellen stellen. Helfen wird ihnen das allerdings wenig – wer Klasse aus der Masse will, muß investieren. Und bezüglich der Aussage

Wer da künftig Geld mit Blogs verdienen will, der wird es ohne Verlagspartner kaum schaffen, sich am Kiosk2.0 einen Platz zu erobern, der ihn überleben lässt.

Die Zeiten in denen es nur mittels Verlagen möglich war ein Publikum zu erreichen und Geld zu verdienen sind Gott sei Dank vorbei. Die neuen Verlage heissen Google und Co.

„Kiosk 2.0“ (möchte da jemand ein neues Buzzword schaffen?) findet mit neuen Methoden und Mitteln statt. Wird ein Netzwerk von einem Verlag welches von ihnen gepusht wird schneller mehr Leser haben als ein Weltwaldwiesen-Blog? Ja. Ist das wichtig? Ja, für alle Menschen, die weiterhin in der „ich brauche Auflage!!“-Welt leben. Die brauchen sowas.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Disclosure: ich blogge für Germanblogs & $$$.
    Ich hab durchaus den Eindruck, dass die GERNE mit Bloggern zusammenarbeiten. (Warum man dort nicht vorher gezielt akquiriert hat, weiß ich nicht 😉 )
    Die Bezahlung dort ist durchaus mit normalen Zeilenhonoraren für Tageszeitungen vergleichbar. Und man kann bloggen was man lustig ist. Soweit bisher mein Eindruck 😉
    Idee: Frag die doch mal, ob Du da was zu $LIEBLINGSTHEMA machen sollst…

  2. Die zaheln schon in Oiro 😉 Und soi als Tipp: Man MUSS nicht unbedingt die ganzen Formulare ausfüllen. man kann auch menschlich interagieren 😉

  3. Hallo,
    hier ein tolles neues Blog. Ein Baby geht sozusagen an den Start. Rund um die Welt, in der sich die meisten von uns aufhalten. Die Arbeitswelt.
    Innovativ, informativ und humorvoll. Wie wär’s mit einem Besuch plus Kommentar?
    Viel Vergnügen auf http://www.berufsblog.de
    Sonnige Grüße aus HH
    Sally