Ist das giftig?

Mark Pohlmann reflektiert über die diversen Web 2.0-Veranstaltungen der letzten Zeit:

Dann vielleicht so: Alle reden über Web 2.0, keiner macht es. Menschen besuchen Web 2.0-Kongresse, reden über Web 2.0, aber sie vernetzen sich nicht. Kein Besucher der von mir besuchten Veranstaltungen hat das Gehörte und Gelernte öffentlich reflektiert (die bekannten Blogger einmal ausgenommen, die mehr Informationsgeber als Zielpublikum sind), ist zum Anker der Diskussion geworden, bei dem alle Teilnehmer die eigenen Learnings hätten austauschen und voneinander lernen können. Die Themen waren aus, als die Mikros abgeschaltet wurden.

Das von ihm angesprochene Kommunizieren wird selbst mit den üblichen Verdächtigen (die das Thema eigentlich verstehen sollten) schwierig.

Versuche sich auszutauschen, vorher zusammenzukommen und quasi vorzubereiten werden nur sehr zögerlich wahrgenommen und genutzt und wenn dann meistens mit den gleichen Personen im eigenen kleinen Zirkel. Ergebnis: Die gleichen Leute unterhalten sich über die gleichen Dinge.

Selbstverständlich freue ich mich darauf bestimmte Menschen auf bestimmten Veranstaltungen zu sehen – aber einer der Gründe warum Veranstaltungen so gerne als „bessere Kommunikation und besserer Austausch“ verstanden werden ist eben, weil die Tools in der anderen Zeit nicht genutzt werden.

Auf der anderen Seite: Je mehr Menschen das Thema betrachten und versuchen zu bearbeiten, desto höher werden die Chancen das der Funke doch noch mal überspringt. Ansonsten wird sich das Thema im kleinen akademischen Kreis weiterentwickeln und die normalen Bürger kriegen davon nichts mit.

Web 2.o wird wenn überhaupt nur in Auszügen verstanden – just neulich erzählte ich jemandem vom Cluetrain und verwies auf gewisse Inhalte die heute mehr und mehr Bedeutung erfahren (es ist halt so ein schönes Beispiel).

Die Antwort? Das wäre nicht mehr gültig weil es ja vor dem dotcom-Zusammenbruch geschrieben worden wäre und schon völlig überholt wäre. arg.

Mein Argument daß wir heute langsam dahin kommen die einfach zu bedienenden und preiswerten Tools und deswegen jetzt anfangen können es zu leben wurde mehr ignoriert denn abgelehnt. Es ist noch ein weiter Weg.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe eher das Gefühl die Besucher solcher Veranstaltungen würden gerne den Hype miterleben und wollen wissen wo man denn dieses „Web 2.0“ runterladen oder bestellen kann. Die Vorträge setzen oft noch zu hoch an, so dass die vermeintlichen Experten gar nicht den Anschluß bekommen und sich auf Grund ihres Expertenstatus nicht trauen Fragen zu stellen. Traurig, oder?
    Ich finde man muß „es“ einfach nutzen und sich autodidaktisch dem Thema nähern. Ein Vortrag oder eine Schulung hilft da wenig.