Knowledge worker or google hound?

Einer der großen Vorteile des Netzes ist es, Gleichgesinnte zu treffen. Festzustellen, daß man nicht der oder die Einzige mit dieser ‚komischen‘ Meinung ist. Genauso ging es mir gestern mit dem Artikel von Jeremy Zawodny Knowledge worker or google hound?:

I think we’ve made it. I’ve become quite efficient at finding information when I need it. But the information isn’t organized like I had envisioned a few years ago. It’s just this big ugly mess known as the The Web. Lots of pockets of information from mailing lists, weblogs, software projects, communities, and company web sites are loosely tied together by hyperlinks. There’s no grand schema or centralized database. There’s little structure or quality control. No global vocabulary.

„Wissen, wo man etwas findet“ im Gegensatz zu „es im Gedächtnis haben“ zahlt sich für mich persönlich schon länger aus – auch wenn meine Lehrer das verständlicherweise immer anders gesehen haben.
Ich habe ein miserables Gedächtnis (von bestimmten verwertbaren Dingen abgesehen), aber ich erinnere mich meist dunkel an relevante Suchstichworte. In Zeiten von Google genügt das. Genauso im Mailer, in meinem Newsprogramm, auf meiner Festplatte. Durch das explodierende Wissen kommen wir mehr und mehr dahin, daß man gar nicht mehr alles wissen kann. Wer Lob dafür haben will, daß er es trotzdem versucht, sollte sich nicht an mich wenden – er würde es nicht bekommen, im Gegenteil. Diesen Leuten rufe ich entgegen: Ihr müßt umdenken. Vernetzter denken, in anderen Strukturen, quer. Damit einher geht auch die Forderung, Wissenslücken zu akzeptieren, sie zu begrüssen. Zeigen sie mir doch, wo ich noch etwas lernen kann. Nicht die Details. Die Fährte dahin.

Einer der Kommentatoren fügte hinzu:

Today, I too, am one of those people who doesn’t know everything, but knows how to find the answers to a whole lot of problems…

Und – mit wem möchte ich zusammenarbeiten? Mit jemanden, der nur das kann, was er schon gelernt hat?

„Ach, das hört sich immer so einfach an, aber das ist viel komplizierter!“ Korrekt. Aber es liegt imho mehr daran, daß die Leute meinen, es wäre genug, sich einen Hammer zu kaufen, und dann würden sich die Nägel schon selber in die Wände drücken.

I think it really breaks down to being able to figure out a process, and know WHAT to search for, not just to do it in the first place.

Und, wie lernt man das? Genau. Üben. Oder man läßt sich Suchen beibringen. Und zwar übt man an Themen, die einem Spaß machen, die einen interessieren. Wo man schon eine Idee davon hat, was in diesem Feld zu suchen sei. Auf welche Feinheiten man achten sollte.

Geübt darin, wird man auch bei unvorhergesehenen „Suchanfragen“ nicht scheitern und es übt gleichzeitig darin, die eigenen Informationen strukturierter bereitzuhalten. Sie besser im Chaos abzulegen. Man erzeugt dabei keine komplette „Ordnung“ – man sorgt nur für bessere Markierungen.

So macht das Suchen dann auch Spaß.
Neezee (die wenn dann eine googlecat ist)

(Original gepostet 2003-06-05)

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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