Konzentration auf dem Buchhändlermarkt?

Telepolis nimmt sich mit „Die VLBs des Web: Google Print & Amazon“ Google Print vor und mahnt an, hier nicht den beiden großen Firmen das Feld zu überlassen:

Nur: Wer hier nicht stehen wird mit seinem Buch, den wird’s nicht geben. Basta. Denn Amazon und Google bilden für 95% der Nutzer ab, was das Web und damit die Welt für sie parat hält oder eben nicht.
[…]
Hier braucht es kein Institutionengesabbel, keinen Branchendienst, kein Barsortiment und keine Buchhandlung, sondern die Website, die alle Bücher abbildet, die es gibt. Und zwar so, dass wir auch etwas über die Bücher erfahren und nicht mit Preis und Umfang abgespeist werden. Das ist Arbeit und keiner sagt, dass das leicht ist. Aber die Basis dafür ist mit dem VLB und ZVAB ja vorhanden. Und: „Google Print“ wird es sowieso machen.

Es ist also eine durchaus existenzielle Frage, die sich hier stellt: Wollen wir die Abbildung der „Buch-Welt“ im Web weiterhin nur Amazon und „Google Print“ überlassen oder glauben wir nach wie vor an die Vielfalt der Buchkultur, die wir auch im Web erfassbar, erzählbar und abbildbar machen müssen? Dann sollten wir schleunigst damit anfangen.

Soweit, so gut. Leider wird nicht deutlich genug hervorgehoben, daß sowohl Amazon als auch Google etwas haben, was dieser ganze restliche Buchhandelsmist nicht hat: Eine einfach zu bedienende Oberfläche, auf der es Spaß macht, sich zu bewegen und Geld auszugeben.

„Wird in Ihre Buchhandlung geliefert!“ nannte man früher einfach „telefonische Bestellung“ – und schon damals bin ich seltenst in die tolle Buchhandlung vor Ort gekommen. Die Poststelle ist zwanzigmal einfacher – ich kaufe seit Jahren nur bei Amazon.

Natürlich gibt es gaaanz viele andere Anbieter – einige davon versuchen sich gerade mit Gutscheinen auf Erasco-Suppendosen (3Euro-Gutschein für eine 1,49Euro Suppe) oder auf Frischkäseverpackungen (4Euro-Gutschein für einen 0,89Euro Packung) – wie war das noch mal mit den Gutscheinen auf Bücher und dem Zugabegesetz?

Aber auch damit gehe ich nicht von meinem Lieblingsanbieter weg – weil sie es mir schwer machen. Und ich will lustvoll einkaufen.

„Erst wenn es Bücher nur noch beim Postboten gibt, werdet Ihr feststellen, daß man Amazon in den -as versenken sollte“? Mitnichten. Das Netz zeigt Aufstieg und Fall von Shops. Und wenn jemand was besseres baut als Amazon, dann werden wir Wanderungen sehen.

Google könnte das gelingen. Fragt sich noch, wie sich Ebay noch in diese Reihen integrieren will …

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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