Laden_öffnungs_zeiten bitte.

Johannes will Leute wie mich an die Tanke verbannen:

Der Witz ist ja, dass sich die Kaufgewohnheiten des gemeinen Deutschen auch durch liberalisierte Öffnungszeiten nicht ändern werden. Niemand wird um 23 Uhr seinen Wochenendeinkauf erledigen, aber die Inhaber müssen mindestens einen Angestellten im Laden stehen haben, der dann zu den Stoßzeiten fehlt, was wiederum noch längere Schlangen an der Kasse bei noch weniger Service bedeutet. Für diejenigen, denen zu später Stunde noch einfällt, dass sie die Butter vergessen haben, gibt es Tankstellen.

Warum soll ich an die Tankstelle müssen, anstatt mir aussuchen zu können, zu einem anderen Laden zu fahren?

Warum soll ich mir den Schuh anziehen, wegen mir müßte jemand aufhaben? Wer nicht in der Lage ist, einfache betriebswirtschaftliche Auswertungen zu erzeugen und zu deuten kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen, ich berate auch sowas. Excel-Grundschulung inklusive.

Häufiges Argument 1: Niemand will spät einkaufen.
Sicher. Sehe ich seit der Öffnung immer halb acht beim Penny. Dort haben *beide* Kassen Schlagen. Sehe ich in der gefüllten Innenstadt (die nur bis 18 Uhr aufhat). Die ich übrigens seit Änderung häufiger besucht habe, als die letzten drei Jahre zusammen.

Häufiges Argument 2: Es wird nicht mehr Geld ausgegeben.
Ich gebe seitdem nix mehr bei Neukauf aus, sondern bei Famila und besagtem Penny. Beide haben bis 20 Uhr geöffnet. Das ist gesamtwirtschaftlich immer noch ein Nullsummenspiel – ich bin mir aber sicher, daß die FIRMEN dahinter dieses wohl spüren.

Häufiges Argument 3: Das sei trotzdem uninteressant, weil immer noch nicht mehr Geld ausgegeben werde.
Unfug. Das andere ist hetzendes Einkaufen des nötigen. Einkaufenserlebnis ist etwas anderes.

Das bekomme ich übrigens tatsächlich schon heute – es nennt sich Internet und Versand.

„Die armen Verkäuferinnen! Sie werden gezwungen!“ Sicher. Wenn eine Verkäuferin von heute auf morgen einen Job an der Tankstelle annimmt, dann hat sie auf einmal auch andere Arbeitszeiten – wer schreit dabei auf?

Auch schon gelesen: Die armen kleinen Unternehmer werden dann auf einmal von Großmärkten gezwungen, lange mit aufzuhaben. Unsinn. Die haben heute schon Mietverträge, wo ein entsprechender Passus enthalten ist, daß sie bei längeren Öffnungszeiten ebenfalls geöffnet haben müssen.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Du hättest gerne noch meinen zweiten Absatz oder wenigstens den ersten Satz davon zitieren dürfen: „Trotzdem bin ich gegen das Ladenschlussgesetz.“
    Obwohl du die Argumente 2 und 3 nicht wirklich widerlegen konntest. Nr. 1 leuchtet mir allerdings sehr ein.