Latein als dritte Fremdsprache / Blogs in Schulen

Beim Lesen des Spon-Artikels über die Leiden der Studenten mit Latein fühlte ich mich an meine Schulzeit erinnert.

In der sechsten Klasse kam die Frage auf „Französisch oder Latein“ und für mich war das die erste echte, alleinge Entscheidung in Schuldingen. Die gesamte Familie riet zu Latein, was macht mal also als rebellierender Teenager? Man wählt Französisch.

Latein habe ich dann noch mal als dritte Fremdsprache gehabt, aus diversen Gründen: Ein kleines Latinum für ein eventuelles Studium ist nie verkehrt, und es bat mir die Möglichkeit, Französisch ein Jahr früher abzuwählen.

Ich und die franz. Sprache sind nämlich nie so gut miteinander ausgekommen, was aber vielleicht auch an der miserablen Präsentation der Lehrer lag. Hätte ich damals gewußt, wie einfach und effizient man Vokabeln lernen kann, anstatt bekloppterweise alle untereinander schreiben zu müssen, hätte ich gerne Vokabeln gelernt. Und sicher einen weitaus sichereren Wortschatz gehabt, nicht nur in Französisch.

Latein hat mir dann auch weitaus mehr Gramatik beigebracht als jemals der Deutschunterricht. Meine Kenntnisse sind zwar bis heute bescheiden (das ist eher intuitiv denn wissend), aber geholfen hat es alle mal.

An sich ist Latein einfach. Man lerne Vokabeln und lerne Gramatik und der Rest ergibt sich von selber, und profitiert in Englisch, Deutsch und Französisch davon.

Heute ist Sprachen lernen viel einfacher geworden. Keine doofen „Sprachlabore“ mehr, die eh nie funktionieren, sondern Podcast mit Themen die mich interessieren, Lesen und Schreiben mit Menschen die die gleichen Interessen teilen (und keine Zwangsbrieffreundschaften mehr), Telefonieren mit Freunden in aller Welt – all das ist so einfach geworden.

In meinem Gespräch mit dem schottischen zeigte sich jedoch, wie weit entfernt „Schule“ noch von der modernen Zeit ist. Auf der anderen Seite bieten moderne Tools wie Blogs Eltern Möglichkeiten, die die Lehrer dazu ‚zwingen‘ auch mitzuspielen.

„Ich möchte noch mal 20 sein“ – ich weiß, daß ich noch viele Jahre vor mir habe, in denen ich die neuen spannenden Mittel ausprobieren kann. Ich hätte mir aber gewünscht, die schon in meiner Schulzeit gehabt zu haben. Vieles wäre anders verlaufen. 🙂

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5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Was man bei Latein vor allem lernt ist das (systematische) Lernen. Für mich als Schüler war es eine Qual, heute bedaure ich fast, es nicht intensiver betrieben zu haben. Bei „einfachen“ Texten („Kirchenlatein“) habe ich heute noch keine Probleme, obwohl lange aus der Übung. Neulich habe ich mit einem Freund, der Lateinlehrer ist, das Requiem von Faure angehört – und auf Anhieb die „Fehler“ im Textblatt gefunden.
    Französisch hatte ich nie in der Schule, aber dank Latein (sic!) und „etwas“ Frankophilie verstehe ich einfache Texte beim Lesen.

  2. Daß man im Lateinunterricht mehr Grammatik lernt als im Deutschunterricht kann als Argument herhalten, um letzteren zu verbessern; als Argument für Latein taugt es IMO nicht.

  3. Lange nicht mehr in der Schule gewesen und Kinder hast du auch nicht? Die Wirklichkeit sieht anders aus – meine Erfahrung als Vater.

  4. hast du mal nen schicken tipp für podcasting und sprachen lernen? evlt. gleich sowas exotisches wie chinesisch für mich (kann deutsch oder englisch sein, vorkenntnisse sind vorhanden?) wäre cool