LinkedIn kommt nach Deutschland – und?

Bei Thomas Gigold lese ich

Konkurrenz für den “Business Social Club’ OpenBC/XING: LinkedIn will in den kommenden Wochen nach Deutschland expandieren und auf dem Heimmarkt von OpenBC seine Präsenz ausbauen um und die Anzahl der derzeit registrierten 250.000 Deutschen unter den angeblich 7,8 Millionen Mitgliedern zu erhöhen.

Ich weiß ja nicht. LinkedIn ist natürlich bei den Amis sehr beliebt, die kennen kaum etwas anderes, aber sonderlich brauchbar finde ich es nicht.

Um Konkurrenz zu sein muß eine Applikation wenigstens gleiche Funktionen erfüllen. Man kann sich darüber streiten ob oder ob nicht die Foren von xing wertvoll sind, aber für einen größeren Teil der Teilnehmer ist es das offensichtlich. Deutsch ist immer noch die aktivste Sprache, allerdings habe ich vermehrt in letzter Zeit Menschen aus dem Mittleren Osten und Asien dort gefunden.

Dann der für mich wichtigstes Teil: Während sich Xing immer noch weigert endlich eine sinnvolle Synchronisation der Kontaktdaten hinzulegen – meines Erachtens eines der größten Mankos und nein, Download ist nicht ausreichend und auch nicht der Versuch einen Mobilzugang zu erlauben – habe ich dort wenigstens Zugriff auf all die Daten, die mir meine Kontakte freigeben. Und die kann dann (etwas manuell getrickst, aber immerhin) gesammelt herunterladen bevor ich auf Reisen gehe.

Diese bereits in der freien Mitgliedschaft enthaltene Funktion alleine macht xing ‚wertvoller‘ für mich als jegliche andere Funktion in LinkedIn. Und reine Benutzerzahlen sagen wie üblich auch nichts aus: Ich bin in beiden Systemen Mitglied, bei xing bezahle ich, bei Linkedin denke ich nicht einmal daran.

Was bleibt? Genauso wie Linkedin quasi-Standard in den USA ist, ist es xing in Deutschland. Den Vorsprung einzuholen wird vielleicht gelingen, aber einfach wird es nicht. Anders als bei Myspace gibt es mit xing einen etablierten Player.

Eventuell werden jetzt einige aus Bockigkeit wechseln, weil sie „der gelben Gefahr“ entfliehen wollen (die Naivität einiger Teilnehmer erstaunt mich immer wieder), und ich bin mir sicher eine Menge Teilnehmer werden sich das ganze einmal anschauen. Aber danach?

Macht man wahrscheinlich das, was ich auch mache: Die paar Dinge, die Linkedin besser macht als Vorschlag an openbc weiterreichen und darauf drängen, daß sie implementiert werden. Eine dieser Funktionen die mir am Herzen liegen ist meines Wissens schon umgesetzt und harrt nur des Redesigns zur Freischaltung, bei einer anderen muß man noch ein wenig mehr Mails schreiben um es zu bekommen.

Etwas, was Linkedin momentan nicht hat, aber absolut relevant für den deutschen Markt ist: eine deutschsprachige Oberfläche. Das wird deren erste Aufgabe sein. Als zweites vermute ich Mails von den Teilnehmern wo man denn die Photos einstellen kann – etwas was Linkedin aus Philosophie-Gründen ablehnt. Dann werden die Teilnehmer ihre Kontakte anlegen wollen und irgendwann feststellen, daß sie keine freien Einladungen mehr haben und daher „linkedmail“ kaufen sollen – für 10 Dollar pro Stück oder auf einen Business-Account upgraden sollen. Von xing kennen sie das als freie Funktion.

Und dann bin ich gespannt wie die Teilnehmer die xing kennen darauf reagieren werden, daß man Kontakte nur bedingt direkt als Kontakt hinzufügen kann anstatt direkt wie bei xing. Ebenfalls eine Philosophie des Tools Linkedin. Keine Verwaltung von Kontaktdaten, dafür wird gerne Plaxo vorgeschlagen.

All dieses sind Kleinigkeiten, die sich aber summieren. Wie ich schon sagte: Um Konkurrenz zu sein, muß man gleichwertig oder besser sein …

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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