Änderungen in kleinen oder großen Schritten

Allenthalben ist schon viel über die Veranstaltung am gestrigen Tage in der Philharmonie geschrieben worden, anbei noch ein paar Fotos von dem Tag.

Zu den Inhalten der anderen Teilnehmer gibt es inhaltlich wenig hinzuzufügen. Mein Eindruck war – wie auch bei den anderen – das nicht nur Buzzwords nachgeplappert werden, sondern die verantwortlichen Teilnehmer verstanden haben das diese Internetinhalte offensichtlich wichtig sind – wichtig genug um noch einmal neu frisch durchzustarten, mit neuer Führung und ausreichend Planstellen, um die Inhalte und Prozesse auch mit ausreichen Manpower zu untersetzen.

Ansonsten? Es wird nicht einfach werden, aber das liegt weniger an Lyssa sondern mehr an der Tatsache, daß es für jeden an dieser Stelle nicht einfach werden würde. Es wird Widerstände geben. Sie werden nicht alles so umsetzen können, wie sie sich das vorstellen, es werden auf dem Weg andere Möglichkeiten und neue Schwierigkeiten aufkommen, und in einem Jahr wird sie sehr sicher zurückblicken können und sagen „das hatte ich mir ganz anders vorgestellt“.

Aber das ist okay. Es ist atmend, lebt, entwickelt und ändert sich. Und es ist mein Eindruck, als wenn die Verantwortlichen der Waz auch das verstanden haben und Lust auf die Chancen bekommen haben – und natürlich auf die Möglichkeiten damit Geld zu verdienen. Ich weiß, daß viele Menschen diese Tatsachen am liebsten aus der Welt schaffen wollen – iiih böse Geld. Kommerz. Usw. (Ich darf daran erinnern, daß man Seiten wie von der Waz nicht besuchen muß.)

Also, Geld verdienen. Und ich sehe die Chancen dafür als nicht schlecht an, schließlich geht es bei der WAZ nicht darum, als beliebiges Medienhaus auf den hypen Web 2.0-Zug aufzuspringen. Sondern im Ruhrgebiet etwas zu starten. Eine kleine, aber feine Besonderheit mit Heimvorteil.

Ich bin gespannt. Auf die Aktivitäten bei der Waz und anderen Medienunternehmen, wie sich damit die deutsche Sphere entwickelt, und was uns der Rest von 2006 noch so bringt. Es werden sinnvollerweise kleinere Schritte sein, damit man die Chance hat zu lernen und den Kurs zu korrigieren.

Now show me that horizon.

Kommentare bzw. Links zu den anderen Teilnehmern:

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Was hat die WAZ den beratenden Bloggern bezahlt? Hoffentlich genügend. Denn wenn es ums Geld geht (was richtig ist), dann bitte aber für alle. Oder haben sich die Teilnehmer etwa ohne Kohle auch noch zum Stillschweigen verpflichtet (was dumm wäre)?
    Die WAZ schmeisst leider gerade ne Menge Leute raus (und schließt Redaktionen), Journalisten, keine Blogger, vielleicht interessiert es deshalb nicht so. Aber Konzerne wie WAZ und Burda besetzen gerade Themenfelder, um drin zu sein. Wie atmend das ist, wollen wir doch erst mal sehen. Bisher fanden sie Readspeaker als WAZ-Podcasting-Tool toll. Na viel Spaß. Interessant ist die Teilnehmerliste: Da bin ich mal gespannt, was der Longtail sein wird. Bekommen alle einen Beratervertrag und bloggen bald gegen Kohle für die WAZ? Ich fürchte, sie waren dabei, haben uns Bodo tolle Tipps gegeben und dürfen jetzt wieder nach Hause.

  2. offensichtlich waren alle teilnehmer dumm, auch wenn sie sich zu nichts verpflichtet haben, sondern einfach einer einfachen bitte lyssas nachgekommen sind nicht alles das konzept betreffend aufzuschreiben. wenn sie sich allerdings die mühe machen alle links der dummen teilnehmenden blogger mal durchzuklicken und anzuhören, verzeihung durchzulesen, werden sie einerseits fast alles besprochene erfahren und bemerken, dass sowohl das thema der redaktionsschliessungen kritisch thematisiert wurden als auch, dass sich nicht alles darüber gebloggte wie arschkriechende bewerbungsschreiben zum künftigen waz-bloggen oder -beraten anhört.
    um mich mal auf ihr niveau zu begeben: ich kann mir irgendwie auch vorstellen, dass sie stellenstreichungen und redaktionsschliessungen bei der waz ganz schnell vergessen werden, wenn bodo hombach oder lyssa beim podcastverband anklopfen. so halbgare unterstellungen gehen aber runter wie butter.

  3. Thomas, gerade von Dir enttäuscht es mich, diese Verbindung „Einrichten eines Onlineportals bedeutete Schließung von Lokalredaktionen bedeutet Rausschmeissen“ zu hören. Aber Quizfrage für Dich: Würde man diese Redaktionen nicht schließen wenn es kein Portal geben sollte? Eben. Und, nach meinem Kenntnisstand werden die Journalisten transferiert, nicht komplett entlassen. Auch ein Unterschied.
    Nein, es gab keine direkte monetäre Entlohnung für die Anwesenheit, nur Reisekosten und in meinem Falle persönlichen Taxiservice und Übernachtung bei der Familie Borchert.
    Dazu ein Treffen von altbekannten Bloggern / Podcastern genauso wie ein paar neuen Gesichtern, dazu die Teilnehmer der Waz.
    Und die Bitte nicht alles im Detail zu bloggen, was dann aber im Endeffekt doch ziemlich passiert ist. (Und jetzt fang bitte nicht an mir zu erzählen, ich solle all das noch mal auflisten, was die anderen Herren schon geschrieben haben, dafür gibt es Links).
    Und die interessanteste Diskussion? Das keiner der Anwesenden eine vernünftige Antwort auf die Frage der angemessenen Bezahlung hat, jedoch die klare Ansage von Lyssa, dieses eben nicht for nothing zu machen, sondern einen reellen Gegenwert zu liefern.
    Was habe ich persönlich davon, Lyssa zu helfen? Zum einen ist sie eine Freundin, die in einem neuen Job anfängt und Unterstützung für soetwas immer gut ist. Zum anderen nimmt sie jetzt eine wichtige Position in der Medienlandschaft wahr und kann damit eine Tür in beide Richtungen öffnen – zur *sphere als auch zum normalen Mediengeschäft.
    Unabhängig von diesen beiden Punkten ist es ein erster Termin gewesen und da ich danach mit Lyssa nach Berlin gefahren bin kann ich nur sagen das ein Großteil der Anrufer und Mails sich wenig darum gekümmert haben, daß sie an einem solchen nicht dabei waren. Sondern ‚bewerben‘ sich jetzt in verschiedenenen Formen. So jedenfalls die Reaktionen die ich von ihr mitbekommen habe.
    Nehmen wir nun einmal an, es wäre keine Freundin gewesen, es hätte keine passenden Umstände gegeben – wäre ich trotzdem gefahren? JA. Die Chance ist einfach zu gut, ein Medienhaus mit einer solchen Reichweite zu informieren und Kontakt herzustellen, welches eine Reichweite auf einem Markt wie dem Ruhrgebiet hat.
    Ebenfalls schon ewig beschwerst gerade Du Dich, daß die „Blogospere“ sich nur mit sich selbst beschäftigen würde und die Realität ganz anders aussehen würde. Jetzt beschäftigt sich ein Teil der sog. Realität damit, Bloggen und anderes dem normalen Volk nahezubringen und das ist dann auch wieder nicht Recht.
    Die Waz wird das auf keinen Fall alleine stemmen können sie wird Hilfe von extern benötigen. Und gerade Du solltest wissen, wie „social software“-affin der normale (Online-) Journalist ist. Für mich war an diesem Tag wichtig zu sehen, daß die Führung verstanden hat, in welche Richtung der Zug geht, und das sie dahinter stehen. Tun sie. Haben sie.
    Dieses ist nicht der erste Dialog und es wird nicht der letzte sein. Ich bin mir ebenso sicher, daß ein Blog von Lyssa selber in Englisch über die Änderungen im Hause und Pläne wichtig wird. Es ist bereits angekündigt, daß die Elemente der neuen Welt z.B. in die Journalistenschule einfliessen sollen und man überlegt sich umgekehrt, welche Möglichkeiten es gibt, Bloggern mehr als nur Geld zu bieten.
    Und ich bin mir sicher, daß am Ende mehr journalistisch tätige Menschen für lokale Bereiche bloggen werden als es jetzt gedruckte Lokalzeitungen gibt.

  4. Um das vielleicht nochmal deutlicher zu machen, worum es mit ging: Ich denke einfach, man sollte das trennen. Wenn ich Freunde einlade, weil ich einen Rat brauche, dann mache ich das zuhause und ohne den GF. Wenn es aber so ist, wie oben beschrieben, dann ist es für mich Business. (Das soll nicht Kritik an Lyssa sein, sondern eher daran, wie die Eingeladenen das vielleicht aufgefasst haben).
    Ich habe auch gar nichts dagegen, dass Firmen sich mit bloggen beschäftigen. Ganz im Gegenteil. Ich habe nur gefragt, warum die Anwesenden das für lau machen. Und versucht, bei aller Euphorie darauf hinzuweisen, dass die WAZ eben auch andere Seiten hat. Wenn es am Ende den Teilnehmern doch Geld bringt (und letztlich geht es nur darum, sorry), dann ist es doch wunderbar. Daran wollte ich nur erinnern. Denn von Blogeinträgen alleine kann man bei Aldi nichts kaufen.

  5. Ich verbuche das unter Erstkontakt. Lyssa als Freundin kann mir noch so viel erzählen wieviel Rückendeckung sie hat, ich überzeuge mich von sowas lieber selber – und was ich gesehen habe überzeugt auf mehreren Ebenen. Soweit, daß ich sage, daß ich dort in Zukunft eine der beliebten Win-Win-Situationen sehen – in bezahlt, nicht nur im Ruhrgebiet, nicht nur in Print.
    Ebenfalls überzeugend von den Teilnehmern fand ich die Ansage, daß die geschlossenen Lokalredationen intern verteilt werden und eben nicht einfach rausgeschmissen werden. Den Weg von ineffizienter Lokalredaktion in Print zu wirtschaftlicher Berichterstattung via Netz ist für mich eine logische Konsequenz.
    Ebenfalls überzeugend fand ich die deutliche Ansage von Lyssa (oder nennen wir es lieber „sie hat verstanden“) keinen Printredakteur zu Online zwingen zu wollen.
    All das zusammen ergibt für mich ein interessantes Gebild von außen als auch möglicherweise als Geschäftspartner. Was wiederum bei weitem nicht auf die Anwesenden zu einem solchen Tag beschränkt sein wird. 🙂