Nicole (siehe Nikolaus)

Ich lese gerne die Ergebnisse des Namenforschers Udolph im Spiegel („Herr Professor, woher kommt der Name Ronellenfitsch?“). Omenzetter, Coldewey – spannende Namen, spannende Herkunft.

Und was habe ich bekommen? Einen absolut unspannenden, ohne Probleme recherchierbaren Namen. Übliche Referenzen: Nicole, siehe Nikolaus. Simon, siehe wahrscheinlich Simon Petrus. Super. Thema erledigt.

Initialen gehen bei mir (NS) und meinem Bruder (SS) auch fantastisch. Der Rest meiner Familie – inklusive meines Bruders – hat wenigstens noch einen zweiten Vornamen. Oder, wie meine Cousinen, nordische Namen wie Annika, Levke, Taike.

Nicole Simon im Web ist millionenfach vorhanden. Meine Namensvetterinen sind entweder zu blöd, ihren Freunden ihre E-Mailadresse richtig zu geben (Ihr solltet sehen, was ich schon alles an falsch adressierter Mail erhalten habe) oder gemäß Homepage mit der positiven Eigenschaft „notgeil“ versehen. (Ihr braucht nicht zu suchen, die Flashseite von der Kleinen ist nicht mehr im Netz.)

Selbst der übliche Nickname ist eine Katastrophe – oder wer will in meinem Alter schon mit Nikki, dem bayrischen Cowgirl assoziiert werden? Ein kleiner Tropfen auf dem heissen Stein war irgendwann die Kurzform Nisi. Interessanterweise setze sich der Nick extrem schnell durch, selbst einige Lehrer haben mich so genannt.

Nach ein paar Jahren in der Schule habe ich beim Umzug nach Lübeck den Nick fallengelassen und ward forthin als Nicole bekannt. Dann, nach einem Jahr, eine einzige Party mit einem alten Freund dazwischen – und der Nick war hier festgesetzt. Fand ich sehr interessant, das zu beobachten.

Seit einiger Zeit verwende ich neezee (besser für Amis aussprechbar und es sieht irgendwie netter aus); momentan habe ich aber wieder eine „Nicole“-Phase. Und stolpere wieder über ein Problem, was ich schon immer hatte: Ich kann weder meinen Vornamen noch meinen Nachnamen schnell tippen, und den Vornamen noch nicht einmal schnell mit der Hand schreiben ohne mich zu verhaspeln.

Daher mein Aufruf an die werdenden Eltern: Gebt Euren Kindern Auswahl! Es muß nicht der sonderkomische Name sein. Aber gebt ihnen die Chance, mit dem Namen zu spielen!

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Aber du hast keinen Umlaut-Namen und kannst damit deinen Namen im Internet verwenden! =) In ein paar Jahren werden auch Domains mit Umlauten überall verfügbar sein.

  2. *lach* Das steht dann bald in den „woran merkst Du, daß Du alt bist?“-Listen drin:
    „Du zuckst bei der Verwendung von Umlauten in Domainnamen zusammen und willst sie ausschreiben“.
    Meiner Tante nützt das mit einem ß im Namen aber noch nicht viel. Doch in 10 Jahren – wer weiß, vielleicht haben wir dann auch ß drin. ;o)

  3. Ich sag‘ nur: Namensforum von http://www.zappybaby.de. Mir ist es egal, ob es einen Geburtenrueckgang gibt, nach der Lektuere von sowas moechte man am liebsten eine Benamsungspruefung einfuehren, und wer die nicht bestanden hat (sprich: wer sein Kind trotz allem mit dem Namen Debora-Aimee, Leonardo-Orlando oder auch etwas, das sich hierzulande schlecht aussprechen laesst, ins Leben schicken moechte), muss eine Runde aussetzen oder das naechste Kind ungeachtet des Geschlechts „Egon“ nennen. Ansonsten: Levke und Taike sind zum Niederknien, Frau Simon. Gratulationen an die Tante.
    PS: Vermutlich einzigartige Namen sind okay und ergeben zuweilen interessante Gespraeche an der Kasse („sind das alles Ihre Namen?“), aber Sie koennen sich ueber den Ihrigen nun wirklich nicht beschweren.

  4. Medea, wie kommst Du nur auf die Vermutung, daß Dein Name vermutlich einzigartig ist? ;o))
    Aber einen ähnlichen Gedanken hatte ich gestern auch beim Überfliegen der Geburtenspalte in unserem lokalen Stadtblatt:
    Adelea Ingrid Theresa
    Bjarne-Jesper
    Nike-Maureen
    Alia Celine
    Shown Miquel
    Ich glaube, ich tippe die Namen noch mal inklusive Nachnamen ab und setze sie als Grafik zum Amüsieren *kopfschüttel*

  5. Es gibt auch Menschen, die haben von ihren durchgeknallten(?) Eltern die Vornamen „Jerry Lee Lewis“ verpaßt bekommen.
    Sollte das Kind später mal Rock’n’Roller werden, so ginge das ja noch. Aber was, wenn das Kind später eine Vorliebe für Klassik entdeckt?
    Namen begleiten einen Menschen (s)ein ganzes Leben lang. Da sollte man nicht einen „witzigen“ Namen aus einer Laune heraus vergeben…
    Meine Kinder bekommen mehrere Vornamen, dann können sie später selbst wählen, welcher davon am besten zum jeweiligen Lebensabschnitt paßt. Aber noch habe ich keine Kinder, dafür um so mehr Zeit, darüber nachzudenken…

  6. Da meine Kinder eine deutsch-ungarische Koproduktion sind, haben sie auch je einen „alten“ deutschen und einen „alten“ ungarischen Vornamen bekommen:
    Pauline Noémi
    Julius Máté

  7. Na das sind aber doch nette Namenskombinationen – und wenigstens einer der Namen ist immer auch ohne Umlaute oder Akzente ;o)