Das virtuelle Leben als Spielart des ersten – oder als komplette Alternative?

Ich lese gerade Berichte über ein neues Social-Networking-Tool (*schnarch*) welches wohl besondere Aufmerksamkeit erhält, weil der Gründer einen nicht unbekannter ist: Shawn Fanning’s New Social Network Will Comply With WoW.

Bei genauerem Hinblicken entdeckt man jedoch, daß Rupture vielleicht etwas hinzugelernt haben könnte: Es soll ein World of Warcraft Plugin geben und als Tester sucht man Personen aus Wow.

Also nicht einfach blindes Rufen „wir haben eine Beta! Kommt her in Scharen und tragt Eure Daten in noch ein System ein!“ sondern ein Plugin was vielleicht mal Daten übernehmen könnte (ganz was Neues) und auf ein bestehendes soziales Netzwerk (Gilden in WOW) Software-Unterstützung aufsetzen will.

Wer sich fragt warum WoW und nicht Second Life – relativ einfach. Zunächst einmal hat WoW ein vielfaches der User von Second Life und zweitens ist die Bindung der User untereinander viel höher.

Es wird sich noch zeigen wie genau das umgesetzt werden soll, aber nicht uninteressant. Besonders stellt sich dabei für mich die Frage wieviele Teilnehmer an virtuellen Welten wirklich eine ganz neue Identität aufsetzen wollen oder so wie ich meistens diese enger mit der realen Welt verbinden wollen?

Die Kommentare gehen in beide Richtungen, die einen wollen eine so enge Bindung wie möglich während die anderen ihre Identitäten möglichst unabhängig voneinander gestalten wollen und ja keine sichtbare Verbindung wollen.

Trennt Ihr das oder versucht Ihr das zu vernetzen / verbinden? Ist es überhaupt möglich und sinnvoll getrennte Identitäten zu erzeugen oder fühlt man sich dann schnell schizophren?

Mein Leben ist viel zu vernetzt als das ich ungestraft anonym in Foren unterwegs sein könnte und Teile meiner Persönlichkeit abtrennen könnte. Ich finde es auch sehr nervig und zu anstrengend; ich sehe Technologie als Unterstützung für meine alltäglichen Bedürfnisse an.

In Second Life bin ich des öfteren mit einem anderen unbekannten Avatar unterwegs, das hat aber eher pragmatische Gründe der Anwendung und der Einstellungen, ansonsten sind meine ‚Identitäten‘ in Netz relativ transparent. Ich firmiere in Foren üblicherweise unter nixande oder neezee, letzterer hat sich aus nisi entwickelt damit die Amis das auch aussprechen können was schlicht die Abkürzung von Nicole Simon ist.

Obwohl ich selbstverständlich gewisse Bereiche meiner Person / Meinungen / Interessen / Tätigkeiten für mich behalte bzw. nur mit Freunden teile und nicht in die Welt hinaus posaune ist eine ganze Menge Informationen verfügbar. Googleability wie das Schlagwort heißt stört mich nicht sonderlich, sondern eröffnet Möglichkeiten.

Wer will, kann mit mir Kontakt aufnehmen, in vielfältiger Form. Nur weil die Möglichkeiten zur Verfügung stehen bedeutet es noch lange nicht, daß ich auch drauf eingehen werde. Aber die grundsätzliche Möglichkeit ist da. (Ich erwähne das u.a. deswegen weil ich mich gerade wieder einmal darüber ärgere daß ich die meisten der Sprecher für Leweb nicht anschreiben kann weil die Information nicht verfügbar ist.)

Gegeben ich wollte mich aus welchem Grund auch immer mit Euch in Kontakt setzen, wäre mir das einfach möglich wenn ich Euren Namen google? Finde ich andere Aktivitäten und ganz wichtig: Kann ich herausfinden unter welchen Bedingungen Ihr eine Kontaktaufnahme überhaupt wünscht?

Zurück zu dem Social-Networking-Versuch: Ich erwarte für Tools in der Zukunft daß sie mir die Einbindung meiner anderen Systeme erlauben da ich nicht vorhabe alles neu zu erfinden. Ich will keine Fotos hochladen, sondern meinen Flickr oder sonstwas Feed einbinden. Ich möchte nicht meine Kontaktdaten angeben müssen, sondern ein zwei Alternativlinks angeben können. Ich will kein neues Tool wie Plazes, sondern meine Nutzung dort mit einbinden können. (Plazes btw erlaubt mir die Verbindung mit Flickr genauso wie upcoming.org Bilder einbindet – noch nicht supereinfach, aber schon mal sehr gut auf dem Weg dahin).

Mehr Module, mehr Vebindung untereinander. Wer sich das Prinzip einmal verdeutlichen möchte, dem seien Unix-Tools empfohlen. Nicht das Klickibunti-Zeug, sondern die Shell-Tools und wie sie alle verbunden sind über das Pipe-Zeichen.

Nicht pimp sondern Pipe my Technoloy! 😉

Wenn, ja wenn die meisten der User eine solche Verbindung wollen. Virtuelle Welten, Verbindungen und Tools als Ergänzung des echten Lebens oder doch lieber ’nur‘ ein zweites Leben in einer virtuellen Welt?

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Erst das Logo dann den Rest.

Wie es sich für eine anständige Sache gehört – erst das Logo dann der Rest. Wer jemand anderes zum Organisieren eines Barcamps bekommen will, braucht nur wie bei Robert vorzugehen 😉

Wer mag sollte einen Blick auf die entsprechenden Entwürfe in Filckr schauen:

Neben Nürnberg, Podcamp Berlin und dem ev. Barcamp Köln II im Sommer haben wir mit dem in FFM dann auch in D ein paar nette Veranstaltungen vor uns neben Webmontag und anderen.

Der Überblick über Barcamps gibt es auf barcamp.org bzw. auf podcamp.

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Bittorrent Video Store Anfang 2007 endlich auch in Deutschland?

Die Nachrichten über Bittorrents Verträge mit Fernseh- und Filmstudios zum Vertrieb von deren Produkten im sogenannten Bittorrent Video Store sind ja vielversprechend und wecken die Hoffnung das man endlich auch hier sinnvoll TV-Serien herunterladen kann – und zwar on demand, wann ich es möchte.

In einem Gespräch neulich sagte man mir das „Bittorrent dann wohl die anderen Quellen ‚zumachen‘ würde“, also versuchen würde alle anderen Quellen als aus dem Store zu unterbinden. Worauf meine Antwort nur war „ja und?“.

In der immer schnellen laufenden Entwicklung kann Bittorrent sowas gerne versuchen, wird aber innerhalb kürzester Zeit einen Nachfolger finden der ähnlich / besser arbeiten wird. Wer erinnert sich noch an den Esel, Morpheus, Napster, Kazaa, Gnutella und Konsorten? Alles Vergangenheit weil etwas besseres (in welcher Ausprägung auch immer) kam.

Bei der leichten Sinneswandlung der Studios in den letzten Monaten habe ich die Hoffnung daß sie den Schuß endlich gehört haben und in der Lage sind sich auf die Zukunft ihrer Branche vorzubereiten.

Und diese Zukunft bedeutet nicht „wir melken den Zuschauer wo wir nur kennen“ – dafür wird das Alternativ-Angebot immer größer. Sei es Podcasting oder Videocasts oder anderer Zeitvertreib, welches inzwischen auch bei normalen Netzteilnehmern immer selbstverständlicher wird. Die Masse der Menschen wird auch weiterhin im Fernsehen Dinge anschauen können und wollen, doch ist die ‚andere‘ Zielgruppe vielleicht wertvollere – und die schaut kaum noch Fernsehen.

Gerade bei anspruchsvolleren Produktionen will man nicht Hein auf dem Sofa haben, sondern Susi von der Uni; weil nur Susi sich später DVDs kaufen kann (und will) und empfänglich für teure Werbung. Aber nur wenn sie smart genug ist.

Wieso schaut die kein Fernsehen? Wenn ich mit dieser Art engagierter Zuschauern in den USA rede sagen fast alle nicht mehr „ja das schaue ich“ sondern „yeah, that is on my tivo“. Tivo, der neumodische bessere Videorecorder, synonym verwendet wie Tempo für Taschentuch, bedeutet vorspulen von Werbung statt während der Werbepause aufs Klo zu gehen.

Wieviel anders ist es da ein internationales Publikum zu haben, welches willig (!) sich Produktionen in einer fremden Sprache ansehen will und eventuell auch willig ist etwas dafür als Gegenleistung zu zahlen? Das sind die Susis vom Sofa auf der anderen Seite der Erdkugel und ein ganz neues zu erschließendes Zielpublikum.

Moment einmal – eventuell? Wieso glaubt Frau Simon daß jemand das Recht darauf hätte, etwas einfach umsonst empfangen zu können? Das ist Kunst / extra hergestellt / wertvoll und muß bezahlt werden! Selbstverständlich. Genauso ist meine Zeit, meine Aufmerksamkeit wertvoll und will entlohnt werden, daß ich meine Zeit mit eventuell minderwertigem Schrott verplempern muß.

Gegeben sei Content der mir meine Zeit und ev. Geld wert ist und anderer Content. Ich werde das wählen, was meinem Geschmack am besten entspricht. In einer Marktwirtschaft regeln Angebot und Nachfrage den Preis. Genau das erleben Studios jetzt in einer Deutlichkeit wie wahrscheinlich noch nie zuvor. Und es stellt sich mir die Frage ob sie daraus lernen oder ob erst ein paar Studios richtig pleite gehen müssen bevor sie sich wieder darin erinnern daß ihre Aufgabe nicht ist Menschen auszusaugen sondern Geld zu verdienen. Man tötet nicht die Kuh die man melken will.

Neue Modelle für Win-Win-Situationen werden kommen und verdienen Beachtung und Ausprobieren, vor allem da sie schon lange nicht mehr so teuer sind wie vor 5 oder 10 Jahren. Es ist möglich. Und sollte probiert werden.

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Ein Schrei geht durch die (Warner-) Filme.

[Sorry, Trackback spinnt – derLe Web 3 Artikel ist hier zu finden ]

Aus der Kategorie „Menschen mit zuviel Zeit oder Wissen was man nicht braucht …“

Ein Schrei, aufgenommen für eine Szene in einem uralten Film schafft den Weg in das Sound-Archiv – und damit in diverse Filme. Ich werde nie wieder Schreie hören können ohne darauf zu achten:

In 1951, a sound designer on a Gary Cooper western called Distant Drums needed to overdub a scream onto a scene in which a man is killed by an alligator. He brought a contract actor into his studio and rolled tape as the man did six brief, anguished screams in one take. These screams were then added to the Warner Brothers sound library, and over the next couple of decades they found their way into dozens of Warner Brothers films.


🙂

(via)

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Wirkt nacktes Fleisch auf Events oder haben sich Männer wirklich geändert?

Via girly-geek Mailingliste kam ein Link auf einen Artikel von Ben Griffith herein in dem er sich über Frauen auf zwei Geek-Events beschwerte. Hm? Üblicherweise ist die Diskussion doch umgekehrt, wie bekommen wir mehr Frauen zu solchen Events?

Nun ja – teilnehmende Frauen. In diesem Fall sind es eher Frauen des Typus klassische Messe-Hostess wie die Bilder hier zeigen. Zunächst einmal nix neues. Das gibt es schon ewig, die Beschwerden von Frauen sind auch nichts neues … Und doch habe ich in letzter Zeit vermehrt männliche Kommentare der Art „muß das wirklich sein *gequältguck*“ gehört, u.a. wie Ben schreibt:

Many of us who work in technology, I’m sure, are ashamed about the extent to which the industry is male-dominated and male-controlled. It’s, whatever your political allegiances, an unhealthy situation.

My heart sank, in shame, when, at last month’s Pizza on Rails get-together before RailsConf, the sponsors – I won’t dignify them with a mention or a link – thought it a good idea to pay for attractive young girls to serve pizza to hordes of salivating (mostly male) geeks.

(Es lohnt sich auch die Kommentare zu lesen.)

Waren diese Männer auch schon vorher dieser Meinung und erlauben es ihnen Blogs jetzt diese Meinung einfacher der Umgebung mitzuteilen? Oder findet hier wirklich ein Sinneswandel statt?

Ähnliches – wenn auch krasser – erlebte ich auf der OMD, wo fast komplett nackte Frauen mit Körperbemalung auf mind. zwei Ständen zu finden waren. Auch sonst waren eine Menge langbeiniger hübscher Frauen unterwegs, doch auf einer Marketing-Messe ist das m.E. als normales Übel akzeptabel – wenn dort nicht die nackten gewesen wären.

Einmal zwei Frauen in Tigerbemalung und ich bin mir nur halb sicher daß sie eine fleischfarbene Unterhose trugen und einmal ein Mann und eine Frau, beide mit nacktem Oberkörper in strahlendem Grün bemalt.

Die Kommentare einiger anwesenden Herren gingen in die Richtung „muß das sein?“ als auch zum Teil in die Richtung „wenn sie wenigstens hübsch wären“ bei den Tiger-Frauen. Auf mich macht es den Eindruck als wenn „Sex sells“ nicht mehr ganz stimmt und wirksam ist – jedenfalls nicht auf so plumpe Art und Weise.

Meine persönlichen Befindlichkeiten können nicht der Maßstab der Gesellschaft sein, sie können nur mein Startpunkt in einer solchen Diskussion sein. Immer wenn diese Art von Thema aufkam habe ich für mich keine zufriedenstellende Lösung gefunden wie ich dazu stehe.

Denn ich frage mich wie sich Frauen in diesen Situationen fühlen wenn der Chef (männlich?) ihnen sagt: „wir haben Dich gebucht damit Du halbnackt auf der Messe herumläufst und unser Produkt bewirbst!“.

Im ersten Moment mag es vielleicht vollkommen okay klingen, schließlich laufen am Strand so viele Menschen nackt herum und auch im Sommer auf der Straße sehr freizügig … Doch was ist mit der Seele?

Es klingt platt, aber einer der Gründe warum ich mit meiner Stimme keine Telefonsex-Hotline betreibe ist genau der: die Seele und damit einhergehend der Verlust meiner Persönlichkeit. Nicht ich werde wahrgenommen, sondern als Objekt zur Befriedigung der Bedürfnisser anderer behandelt, Rest uninteressant.

Bin ich dessen zu bewußt daß ich von Anfang an auf solche Fremdbestimmung ablehnend reagiere während andere Frauen erst mal hineinschlittern und dann feststellen, daß es etwas ist, was sie nicht wollen?

Ich verdamme nämlich keineswegs Frauen (und Männer) die sowas mit wirklicher Begeisterung tun, im Gegenteil. Sexy Kleidung, flirtendes Verhalten? Klasse. Einer der Hauptgründe warum Frauen Parfüm und Make-Up tragen ist übrigens nicht um der Umwelt zu gefallen – sondern um sich selber zu gefallen und daran Freude zu haben.

Wenn es aber nicht für sich selber ist sondern für andere (aus welchen Gründen auch immer) ist die Frage wo die Grenze zur Selbst-Prostitution überschritten wird. Momentan tendiere ich zu Selbstbestimmung, eigene Entscheidung, eigener Willen als Maßstab ob es okay ist so etwas zu tun oder nicht.

Ist es im Zeitalter von Web 2.0 überhaupt noch notwendig, zu solchen Maßnahmen zu greifen, wenn doch alles (theoretisch) so präsentiert werden kann daß es an sich schon verlockend genug ist?

Beeinflussen solche Taktiken Kaufentscheidungen negativ? Gestern beschwerte sich ein Herr (ohne Blog keine Namensnennung) über die Alice-Werbung im Fernsehen in der Art „bei dem Werbespot hätte ich mir überlegt zu denen zu wechseln“.

Nehmen es die lesenden Damen und Herren als störend wahr, oder doch noch anregend wenn es gut gemacht wird? Wo liegt die Grenze und was könnten Werber und Co. stattdessen mehr versuchen? Gibt es vielleicht schon Ansätze für „Sex Sells 2.0“?

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Geiles Spielzeug

Ein Boot. Ein Flugzeug. Ein Auto. Ein Rasenmäher. Ach seht selbst.

Auf der Ostsee oder am Sandstrand von St. Peter Ording müßte das richtig abgehen!

[ich würde die Quelle ja linken, wenn der Herr sein Blog endlich fertig hätte. via Irc also.]

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Eine Mail zurück an die Zapp-Redaktion des NDR

Letzte Woche lief im „Medienmagazin Zapp“ ein Beitrag über virtuelle Welten der dem schon fast üblichen Weg folgte die angeblichen Gefahren überproportional in den Vordergrund zu stellen. Dieses war mitnichten wie ich für diesen Beitrag angesprochen wurde, im Gegenteil.

„Second Life ist ja gerade sehr in und wir möchten einen Beitrag machen in dem wir virtuelle Parallelwelten vorstellen“ lautete die Anfrage. Ich wußte, daß anschließend noch ein Feature für das Radio daraus gemacht werden sollte und fand das war eine gute Gelegenheit Second Life und die Möglichkeiten und Chancen die jetzt und später daraus folgen können vorzustellen.

NDR, speziell auch das Magazin Zapp hatte sich bisher eigentlich bei mir als einigermaßen seriös dargestellt, daher war ich Thema und Sender positiv eingestellt. Wie ich in „Wenn die Interviewer nicht das abliefern, was sie ihren Interviewgästen versprechen“ schon beschrieb wurde daraus nichts. (Danke für die zahlreichen Mails und Telefonate die mich hierzu erreicht haben nachdem der Beitrag gesendet wurde bzw. nachdem der Text online gestellt wurde).

Grund für diesen Blogeintrag? Ich hatte eine entsprechende Mail an die beiden Personen geschrieben, mit denen ích während dieses Beitrages zu tun gehabt habe mit dem Kommentar

Kommentare meiner Kollegen gingen übrigens bisher in der Richtung das der Suchtfokus stark übertrieben wurde und daher unglaubwürdig rüberkam – nichts gegen die Darstellung der Realität aber der Bezugsrahmen war wohl doch etwas verzerrt.

Die Antwort darauf war „interessant“.

Und zu dem Feedback: Der Teil über den Internetabhängigen hat überwogen. Das stimmt. Allerdings „übertrieben“, würde ich nicht teilen. Schließlich war das Ziel des Beitrages eben auch die Abgründe zu zeigen. (Anlass war eine aktuelle Studie zu dem Thema Onlinespiel-Abhängige). Und um dem Thema „Abhängigkeit“ gerecht zu werden (also es nicht einfach oberflächlich und sensationsheischerisch ab zu frühstücken) war es denke ich gut so. Im Übrigen war unser Feedback in der Redaktion genau umgekehrt. Nämlich es wäre zu viel Internetspiel ohne Abhängigkeit gewesen. So sind die Geschmäcker eben unterschiedlich 😉

Ich verwende ja gerne den Spruch „unterstelle niemals Absicht wenn Dummheit genügt“, doch ich bin mir immer noch nicht sicher ob es wirklich gewollt war oder ob die beteiligten Personen nicht daran gewöhnt sind das jemand ihre Aussagen hinterfragt.

Weswegen ich als Antwort folgendes gemailt habe.

Zusammenfassend könnte ich jetzt sagen, daß ich menschlich enttäuscht bin, doch die Wahrheit ist: Es ist nicht wirklich überraschend. Irritierend finde ich eher daß mein berechtigter Einwand des „so war das aber nicht besprochen“ mit einem „Übertrieben? Finde ich gar nicht! War doch Ziel des Beitrages!“ beantwortet wird.

Ich könnte das jetzt einfach darauf sitzen lassen. Oder Euch die diversen E-Mails zusenden, die ICH erhalten habe ob des „oh mein Gott was haben die da denn verzapft?!“ und die Beleidsbekundungen in dem „wohl schlechtesten recherchierten Beitrags zu Second Life überhaupt“ Teil gewesen zu sein.

Und darf ich bitte noch einmal sehr deutlich hervorholen, daß besagter Anlass kein einziges Mal mit gegenüber als Anlass für den Beitrag erwähnt wurde. Vorgestellt wurde mir ein Beitrag über virtuelle Parallelwelten in dem „unter anderem auch“ das Thema Suchtgefahr behandelt werden sollte. Soweit das Aussage auf meine Nachfrage hin. „Unter anderem auch“ ist noch nicht mal in der Nähe von „Ziel des Beitrages“.

Ein Beitrag über diese Spiele mit einem Abstecher zu Gefahren und Risiken ist völlig legitim und es wäre falsch ein Thema nur jubilierend fröhlich zu präsentieren.

Einen Beitrag mit dem _Fokus_ Abhängigkeit zu bauen und Interviewpartner stattdessen zu erzählen es ginge um eine Darstellung / Vorstellung dieser Welten ist schlicht unseriös.

Wie die referenzierten Studien hier zeigen ist das Thema auch kein neues und ich habe mehrfach versucht Euch klarzumachen, daß besagte Sucht nur ein Teilaspekt der Welt ist – wie in der realen Welt auch. Was aber offensichtlich nicht ausreichte um am vorgefertigten? Beitragsbild zu kratzen.

Das positive Rückmeldungen gekommen sind verwundert mich ebensowenig. Die Bildzeitung verkauft jeden Tag eine Menge Exemplare mit dieser Art von Berichten.

Die Tatsache, daß es in Deutschland Drogenabhängige gibt und Drogen z.B. in Clubs gehandelt werden bedeutet nicht, daß Gesamt-Deutschland der Gefahr unterliegt drogensüchtig zu werden nur weil man einen Club besucht. Trotzdem würde ein solcher Beitrag immer besagte positive Kommentare nach sich ziehen.

Unter dieser Prämisse hätte ich niemals einem Interview zugestimmt, vor allem nicht einem ohne Aufwandsentschädigung. Ich habe mehrere Stunden meiner Zeit investiert um die Chancen und Möglichkeiten zu zeigen, die eine solche Auseinandersetzung mit einer virtuellen Welt bieten kann. Nicht um kostenlos als Beispiel für Onlinesucht herhalten zu müssen.

Besagter Kollege von NDR Info kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen um mich davon überzeugen, daß er gedenkt einen seriösen Beitrag auf die Beine zu stellen, wo Anfrage beim Interviewpartner mit dem Endprodukt übereinstimmt. Ohne entsprechende Rückmeldung untersage ich die weitere Verwendung der Aufnahmen bzw. textlichen Inhalte.

Diese Mail geht übrigens nicht nur als Mail an Euch sondern auch als eins zu eins Kopie in mein Blog um meine Leser darauf hinzuweisen daß bei Anfragen aus dieser Redaktion es angebracht ist sich die Teilnahme mehr als nur einmal zu überlegen.

Eine Antwort auf diese Mail ist übrigens nicht notwendig.
Ich würde es bevorzugen wenn Ihr versuchen würdet aus solchen Rückmeldungen zu lernen.

Nicole

[Besagter Kollege vom NDR Info wird diese Mail mit Sicherheit nicht von seinem Kollegen erhalten geschweige denn die Aussage er möge mir zeigen, daß er in der Lage ist einen seriösen Beitrag zu bauen, sondern nur die Information daß er Teile meiner Aufnahme nicht wie geplant verwenden kann. ]

Ich finde es zufriedenstellend, daß ich es nicht einfach hinnehmen muß wie das gelaufen ist. Fakt ist: Wäre zu irgendeinem Zeitpunkt die deutliche Aussage getroffen worden, daß dieses der Fokus und Anlaß des Beitrages sein soll, hätte ich dankend abgelehnt. Sie wurden immer in Formulierungen gepackt die den ‚unter anderem auch ein wenig‘ Charakter hatten.

Und wie oben schon erwähnt: Ja, es gibt diese Gefahren eindeutig. Fragt man den „richtigen“ Experten, würde man mich jetzt sofort wahrscheinlich auch einweisen lassen – tippe ich doch einen Text in meinen Computer und glaube daran daß „andere Stimmen und Personen die ich nicht weiter benennen kann“ mir zuhören. Hm. Bei meiner momentanen Haarfarbe sollte ich wohl außerdem weniger entflammbare Kleidung tragen. ;o)

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I’m the flyer … with only one desire …

no one can stop you now
tonight you’re on the loose
no one to tell you how
tonight you’re on the loose

Zugegeben, mit fast 36 zum ersten Mal in ein echtes Konzert ist ’spät‘. Daher ist es nur angemessen, daß die Gruppe die ich heute abend sehen werde aus den 80ern stammt.

I’m the flyer
with only one desire
I’m the flyer

Als ich Freitag unser „Stadtmagazin“ überflog meldete mein Hirn auf einmal „Moooomet“. Die Kombination aus Saga, Lübeck und Konzert paßte nicht so ganz.

Doch Saga ist auf Tournee und sie machen heute abend halt in Lübeck. Sie haben ein neues Album und es sicherlich nicht gut zu erwarten daß sie nur Songs aus den 80ern spielen werden. ;o) „My desire“ wird sein meine Lieblingssongs zu hören – in laut und mit viel Synthesizer.

Als bekennende Schrammelmusikhasserin ist Saga meine erste musikalische Erinnerung an „Song hören und hin und weg sein“ – auf eine Art und Weise wie es mir ausschließlich und nur mit viel Piano / Synthi passiert. (Obwohl – Ich habe meine Saga-CD noch nicht wiedergefunden aber die Stücke die ich hier noch auf der Platte haben bestärken mich in meiner Vermutung: Nicht alle Gitarren-Einsätze sind schlecht. )

Dabei habe ich noch nicht einmal mit Worlds Apart oder Head or Tales begonnen, sondern meine erste Saga-Erfahrung war in einem Bus zum Berufsschulzentrum in Flensburg als mein damaliger Schwarm eine Kasette mit der Platte Behaviour zum Busfahrer brachte. Die Schwärmerei verging schnell doch die Liebe zu Saga blieb bestehen.

Und es ist ein gutes Beispiel für die Rolle von Internet heute: Ich habe zwar in der Zeitung gelesen das sie spielen, doch alles danach war online. Recherchieren wann sie spielen und was es kostet, schaue nach Presseberichten ob das wirklich ‚mein Saga‘ ist per Google, schau die Telefonnummer online nach und frische meine Erinnerungen auf als auch Texte suchen gehen, um diesen Eintrag mit den richtigen Zitaten zu münzen.

Und gehe doch in Person einkaufen ohne die Erwähnung des Netzes – weil die Tickets per Post nicht mehr rechtzeitig angekommen wären.

Hm. Ich glaube ich muß jetzt doch die CD suchen gehen. Meine dezentrale Backupsicherung hat mir das eine Lied nicht zurückgespielt. 🙂

Weiter Tourdaten von Saga (gemäß hier)
28.11.2006 DE Lübeck MUK
29.11.2006 DE Hannover
01.12.2006 DE Boppard Großsporthalle
02.12.2006 DE Herxheim Festhalle
03.12.2006 CH Pratteln Z7
04.12.2006 DE Augsburg Spectrum

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Überblick: Landkauf in Second Life


Eine der wichtigsten Dinge die man in SL tun kann ist Land besitzen. Dabei gibt es ein paar Dinge zu unterscheiden und zu beachten, daher möchte ich in diesem Text quasi eine kleine Anleitung geben wie man am besten vorgeht als auch ein wenig Hintergrundinformation geben.

Es gibt zwar offizielle Seiten von Linden zu diesem Thema (deutsch / ausführlicher in englisch), aber das stellt natürlich nur eine Seite dar. Einige Inhalte sind mit Absicht etwas vereinfacht dargestellt; ich bitte um Feedback was unklar ist bzw. was noch an Informationen fehlt. 🙂

Übersicht:

  • Premium-User und die neue Preispolitik
  • Sim / Plot / Land – was ist das alles?
  • Warum die Größe des Landes wichtig ist
  • Kaufen? Mieten? Pachten? Tier Fees fallen immer an!
  • Gruppenmitglieder können Land teilen
  • Das besondere First Land
  • Was kostet Lindenland?
  • Alternative Landbesitzer oder warum Bebauungspläne gar keine schlechte Idee sind!
  • Was kostet mich der Spaß?
  • Wie kaufe ich Land?

Premium-User und die neue Preispolitik
Vor kurzem hat Linden unter großem Protest bekanntgegeben, daß die Preise für den Kauf einer Insel erhört werden (von 1300 Dollar auf 1675 Dollar) und die monatlichen Kosten von knapp 200 auf 300 Dollar. Dieses wird viele Geschäftsinhaber zum Umdenken zwingen und führte natürlich zu erbosten Kommentaren.

Der Grund hierfür ist aber m.E. recht einfach: Die meisten Nutzer wollen irgendwann ein Stück Land besitzen – dafür muß man einen Premium-User haben und bezahlen. Wer keine 10 Dollar pro Monat bezahlen will (oder ~6 pro Monat für ein Jahr) kann kein Land besitzen. Der Business-Plan von Linden hat sicherlich eine bestimmte Anzahl von Premium-User geplant – die sich aber nicht erfüllt haben.

Warum? Weil Lindenland im Vergleich mit den Alternativen einfach nur schlecht ist. Alternativen? Kommt nicht alles Land von Linden? Ja und nein. Schlaue Vermieter / Verpächte haben schon früh erkannt, daß die Bebauungsstrategie von Linden auf dem sog. Mainland (=all das Land, was nicht von einzelnen Personen und Gruppen organisiert wurde) Schrott ist.

Sie haben sich daher eigene Inseln (=eigene Sims) gekauft und nach ihren Vorstellungen gestaltet und vermieten / verpachten diese jetzt ‚unter‘ – und dieses durchaus preiswerter als Land von Linden direkt. Durch die erhöhten Gebühren werden sie die Preise jetzt anheben müssen – doch der Plan von Linden mehr Nutzer zurück auf das Mainland zu bringen und ihnen dort Land zu verkaufen wird wohl trotzdem scheitern.

Wie gesagt: 90% des Landes von Linden direkt ist einfach nur schlecht. 🙂 Doch von vorne.

Sim / Plot / Land – was ist das alles?

Die Basiseinheit in SL ist das sogenannte Sim, ein Quadrat mit einer Größe von 65K Quadratmeter. Jeder Sim hat einen Namen und ist per Koordinaten-System aufgeteilt. Die Adresse in Second Life setzen sich daher zusammen aus Name des Sims und den Koordinanten in xyz (z ist die Höhe eines Ortes). Ruft man die Map auf kann man nach dem Namen des Sims suchen und dann direkt zu bestimmten Koordinanten springen.

Ein Service der gerne für direkte Sprünge nach SL verwendet wird ist slurl.com und dieser benutzt genau diesen Mechanismus, sehr gut zu sehen bei den Anzeigen von Händlern.

Ein Sim wird in kleinere Abschnitte aufgeteilt, sogenannte Plots, mit der kleinsten Einheit von 16 Quadratmetern (4×4 Meter). Das kleinste Stück Land welches Linden verkauft ist 512 Quadratmeter (auch sq für square meter) groß mit keiner Limitation in der Höhe.

Kaufen wir also ein Stück Land und bauen einfach in die Höhe? Nicht ganz.

Warum die Größe des Landes wichtig ist
Ich mag mit 512sq zufrieden sein oder mehr Platz haben wollen, der Grund für mehr Land ist idR ein andere. Egal wie groß das Stück Land sein müßte, damit ich meinen Traum bauen kann, es gibt etwas anderes was eins zu eins an die Größe des Landes gekoppelt ist: Die Anzahl der Elemente die ich auf dem Land ablegen / bauen kann.

512 Quadratmeter haben ein Limit von 117 Prims. Das klingt erst mal nach viel – ein Haus, zwei Pflanzen und ein Zaun sind vier Objekte, oder? Nein. Als Prims wird jedes einzelne Bauteil bezeichnet aus dem sich z.B. ein Haus zusammensetzt. Je nachdem wie gut ein Architekt baut kann ein Haus „low prim“ oder „high prim“ sein. Je netter ein Haus aussieht und je mehr Verzierungen und Schnick-Schnack eingebaut sind, desto mehr Prims werden benötigt.

Ein einfaches Haus mit vier Wänden, einem Boden und einem Dach sind schon 6 Prims – und das sind nur die Wände. Diese Seite gibt eine Übersicht über die Prim-Begrenzungen.

Okay, also kaufen wir mehr Land! Nun ja. Der Kaufpreis ist leider nicht alles, denn es fallen die sogenannten Tier Fees an. Dieses scheint eines der am kompliziertesten Themen in SL zu sein, deswegen will ich darauf etwas mehr eingehen.

Kaufen? Mieten? Pachten? Tier Fees fallen immer an!
Egal ob ich ein Stück Land kaufe / miete oder pachte, ich werde wöchentliche Gebühren bezahlen müssen die sich nach der Größe des Landes richten. Diese Seite von Linden listet auf wie viel für ein wie großes Stück Land.

Wie im realen Leben dämpft eine solche Preisliste erst mal die Hoffnungen auf ein tolles Stück Land und ist gleichzeitig verwirrend – warum muß ich quasi Pachtgebühren bezahlen, wo ich doch das Land gekauft habe? Weil Second Life so aufgebaut ist. Also merken: Landkauf in SL bedeutet immer wöchentliche zusätzliche Kosten solange ich das Land besitze.

Der einzige Weg ohne monatliche Kosten ist über die 512 sq die ich als Premiumuser ‚frei‘ habe. D.h. wenn ich einen bezahlten Premiumuser habe und mir ein Stück Land kaufe, was nicht mehr als 512 sq hat bezahle ich keine weiteren Kosten.

Kaufe ich mir ein Stück Land was größer ist, dann zählt Linden die Größe des Landes minus meinem Freibetrag und ich bezahle nur für den Rest. Es ist wichtig sich die Grenzen anzuschauen, da man sonst in eine höhere Gruppe rutschen kann und mehr bezahlen muß.

Gruppenmitglieder können Land teilen
Tun sich mehrere User zusammen und kaufen als eine Gruppe ein Stück Land, können die einzelnen Mitglieder ihren ‚freien‘ Anteil zum Wohle der Gruppe in einen Topf schmeissen und alle davon profitieren. Nehmen wir an 10 Premiumuser kaufen ein 5120 sq großes Stück Land und jeder ‚gibt‘ seinen freien Anteil der Gruppe dann kostet dieses Land keine Tierfees. Linden gibt Gruppen sogar noch einen Bonus von 10% dazu, die Gruppe kann also ein 5632 sq Land ‚frei‘ nutzen.

Gruppenkauf, Verkauf und Verwaltung ist ein anderes Thema worauf ich hier nicht weiter eingehen möchte, ich rate jedoch erst ausführlich die Informationen zu lesen.

Das besondere First Land
Land zu kaufen ist teuer und selbst ein 512sq Stück kann 4-6000 Linden Dollar kosten. Um den Einstieg in den Landbesitz einfach zu machen bietet Linden sogenanntes First Land an: Premium-User können das erste Stück Land für 512 Linden Dollar kaufen. Dieses Land ist besonders gekennzeichnet und kann unter der Suche extra als Option eingestellt werden.

Während es wie eine gute Idee aussieht sollte beachtet werden das First Land von den Lindens folgendermaßen gehandhabt wird: Ein Sim wird in lauter 512sq Plots aufgeteilt. Dicht an dicht bis an den Rand und stark in die Höhe bebaute Einheiten, wild durcheinander verwendete Bauformen, drehende Signale, viele „for sale“ Schilder und die berühmten Casinos sorgen für eine ‚besondere‘ Atmosphäre.

Wird das noch mit den „do not pass“ Einstellungen garniert (Zugang zum Land ist nur bestimmten Personen erlaubt) kommt man vielleicht gar nicht mehr an sein eigenes Stück Land heraus außer via Teleportation. Bebauungspläne sehen auf einmal wie eine gar nicht so schlechte Idee aus, oder?

Was kostet Lindenland?
First Land kostet 1 L$ pro Quadratmeter doch danach wird es ab 3-4 L$ pro qm verkauft; je nach Lage sind die Preise höher. Landstücke direkt neben sog. Protected Land sind besonders wertvoll, da sie einen unverbaubaren Blick versprechen. Achtung ist jedoch geboten wenn man am Rand eine Sims ein Stück Land kauft: Es kann sehr gut sein das direkt daneben ein neuer Sim gesetzt wird und dann ist der Blick auf das Wasser weg!

Dies verhindert man, wenn man sich die Karte anschaut und gesunden Menschenversand anwendet: Ist das Stück Land quadratisch ohne Inselarchitektur und direkt am Wasser gebaut sind die Chancen gut, daß hier bald weiter gebaut wird. Eine schlechte Grafikkarte kann hier ein Bonus sein: Wenn man nicht ‚weit sehen kann‘ hat man einen netten Blick in sein Umland. 😉

Alternative Landbesitzer oder warum Bebauungspläne gar keine schlechte Idee sind!
Landbesitz kostet also Geld für den Kauf, wöchentliche Gebühren UND ich brauche einen Premiumuser. Es gibt keine Regeln was meine Nachbarn zu lassen haben und das soll Spaß machen?

Als daher irgendwann andere Gruppen auftauchten und eigene Sims kauften, änderte dieses die Möglichkeiten der Bewohner. Besagte Gruppen sorgten für intelligentere Zuschnitte der einzelnen Plots und gestalteten das Umfeld mit, viele haben Straße oder andere Formen von intelligenter Landschaftsgestaltung.

Außerdem haben alle sog. Covenants aufgestellt, verbindliche Regeln für das Miteinander wie Mindestabstand von der Landgrenze, Höhe der Bauten und zum Teil sogar Vorgaben was dort gebaut werden kann. Es gibt Orte in denen alles in Deutsch sein muß, wo nur Piraten oder Furs leben und entsprechend bauen dürfen; oder viktorianisch / asiatisch oder anderes verlangt wird.

Eine der bekanntesten Einschränkungen? Die strikte Trennung von sog. Residential versus Commercial Plätzen. Wer sich an diese Regeln nicht hält, verliert das gekaufte Land ohne Anspruch auf Kompensation.

Die Betreiber solcher Vermietungen und Verpachtungen sind mehr oder minder professionell aufgestellt; bei einigen muß man regelmäßig einem Avatar Geld bezahlen während andere Systeme vollautomasiert bis hin zur E-Mailbenachrichtigung laufen.

Diese Betreiber offerieren oft Modelle zum Kauf von Land (mit den folgenden Tier Fee Zahlungen an den Betreiber) oder zur Miete (mit höheren Preisen pro Woche, aber ohne Kaufverpflichtung). Dieses kann sich vor allem lohnen wenn man sich nicht sicher ist, ob man bleiben möchte und erspart einem die Suche nach einem Käufer.

Während man sich auf der einen Seite jemandem ausliefert bieten diese privat geführten Sims so viele Vorteile die man nicht ignorieren kann. Einige Betreiber sind außerdem so professionell aufgestellt daß der Betrieb zufriedenstellender als bei Linden läuft.

Doch der wichtigste Aspekt ist: Man braucht keinen Premium-User um Land zu besitzen – Linden Dollar sind genug. Der Einfachheit halber werden die regelmäßigen Gebühren an die Inselbesitzer ebenfalls Tier Fees genannt, es wird allerdings nur einmal gezahlt!

Was kostet mich der Spaß?
Preise bei diesen alternativen Verpächtern (sowohl der Kaufpreis als auch die Tier Fees) richten sich nach verschiedenen Elementen. Einige Anbieter verkaufen Land als sog. „double prim land“ also mit der doppelten Anzahl von bebaubaren Elementen; oder mit weißem Sandstrand, Wald, direkt neben einem Park oder oder oder.

Gute Anbieter wie zum Beispiel Azure Island (mein Lieblingsanbieter) listet auf der Webseite ganz klar welche Regionen bebaut werden, welche residential sind und nicht, welche Sims immer frei bleiben werden und was die Regeln dort sind. Ein anderer Anbieter ist z.B. die bekannte Anshe Chung. Während bei Azure Island alles automatisch abläuft gibt es bei Anshe Chung noch viel ‚Handarbeit‘. Beide Seiten sind zum Stöbern aber gut geeignet.

Wie kaufe ich Land?
Hat man sich für eine Größe entschieden und ein Stück Land gefunden, kann man loslegen.

Steht ein Stück Land zum Verkauf wechselt das Symbol am oberen Bildschirm und man kann es direkt anklicken oder man schaut sich erst an wie groß das Stück Land ist bzw. wieviele Prims dort erlaubt sind. Die Information erhält man mit einem Rechts-Klick auf das Land und dann durch die Auswahl „About Land“. Dort gibt es auch einen „Buy“ Button.

Hat man eine Gegend gefunden die einen interessiert, lohnt es sich dort ein wenig längs zu schlendern – nicht immer findet man zu verkaufendes Land über die Map oder die Suche, manchmal steht auch nur ein „zu verkaufen“-Schild auf dem Land. In diesen Fällen muß man den Besitzer direkt ansprechen.

Ist für dieses Land ein Covenant vorhanden, findet man diesen dort eingetragen. Die darin gelisteten Bedingungen sind ein Kennzeichen für einen alternativen Vermieter/ Verkäufer wie weiter oben beschrieben und verbindlich!

Hat man genügend Geld auf dem Konto kann man einfach kaufen – das Geld wird vom Konto abgezogen und man selber als Besitzer eingetragen. Herzlichen Glückwunsch! Das Land ist jetzt bereit für eigene Experimente!

Eine der ersten Aktionen? „Set home to here“ im Menü World auswählen und in Zukunft muß man einfach nur CTRL-H drücken und man ist wieder zuhause.

„Create Landmark here“ erzeugt ein kleines Objekt im Inventory was man seinen Freunden geben kann – oder man lädt sie über einen Service wie SLURL zur Einweihungsfeier. 🙂

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

Das Internet ist vor allem ein Abbild unserer Gesellschaft

Ich sollte schon auf dem Weg nach Köln zum Barcamp sein und sitze trotzdem hier und beginne einen Artikel von dem ich weiß, daß er mich mindestens eine Stunde kosten wird, wenn nicht mehr.

Die Kombination der Inhalte mag abstrus erscheinen, und paßt doch zusammen: Ein Beitrag im Medienmagazin Zapp im NDR über Second Life, zuviele Kontakte, ein Abschiedsbrief eines Amokläufers, warum ich der Meinung bin daß ich befähigt bin Menschen und Firmen zu beraten und warum das Internet ein Abbild der realen Welt ist. Und warum es keine einfachen Lösungen gibt.
Danke, ich weiß wovon ich rede.
Es amüsiert mich wenn Menschen versuchen mich als unwissendes Weib hinzustellen, die versucht ein wenig „in Internet“ zu machen, weil es hip ist. Die einen Standard-Job in einer Firma verlassen hat, wo sie zum Schluß die technische Seite des Reportings im Controlling betreut hat und offiziell mit Internet noch nie zusammengearbeitet hat. Selbstüberschätzung par excellence.

Schon alleine die Tatsache daß ich eine Frau bin disqualifiziert mich offensichtlich für „Kenntnisse“ dieser Art und dann die Tatsache das ich im Elfenbeinturm des Corporate Lifes gelebt habe und jetzt glaube „einen auf Berater machen zu können“. Was ist eigentlich die weibliche Form von Scharlatan?

Ich fühle mich unwohl mit der Bezeichnung „Spezialisting für Neue Medien“ aber mehr weil mich das Wort „New Media“ and Flash und Co erinnert. Nichtsdestotrotz bin ich eine solche. Mit Erfahrung, mit Talenten, mit besonderer Ausrichtung.

Ich bin eine Ideengeberin und arbeite am besten im Feedback-Mode und habe ebenso gelernt das ich am effizientesten Arbeiten kann, wenn mein Gegenüber nicht erst den Minderwertigkeitskomplex überwinden muß, eine Frau mit mehr Ahnung von Computern vor sich zu haben.

Ja, ich bin ‚erst‘ seit Juni diesen Jahres Vollzeit-Selbständige. Und trotzdem blicke ich auf fast 10 Jahre Beratung gegen Geld zurück und noch Jahre mehr Erfahrung ohne Geld.

Ich liebe es Powerpoint-Präsentationen und Konzepte auf logische Fehler zu überprüfen, und habe nicht ohne Grund diverse Male pro Monat außerhalb meiner Tätigkeit in der Firma gearbeitet. Ich hatte einen Deal mit meinem Chef daß ich diese Dinge tun durfte weil es mich mehr zufriedengestellt hatte als mein eigentlicher Job. Sozusagen mein Motivationsbonus, meine 20%-Regel. Es war akzeptiert das man mich für solche Dinge befragen konnte und ich habe mich schon 96 eingemischt als die ersten Internetversuche bei meinem Arbeitgeber gestartet wurden.

Auch außerhalb habe ich meine Erfahrung gesammelt. Ich arbeite seit 1998 mit einer Lübecker Firma zusammen wo ich als Fachfrau im Team von Experten arbeite. Ich werde hinzugezogen, wenn es um „das Internetzeugs“ geht. Und ich finde das eine ausgezeichnete Kombination.

Ich habe über die Jahre mehrere hundert Kunden beraten mit über tausend Stunden und habe unzählige Kurse rund „um alle Dinge Internet“ gegeben. Auch wenn ich diese Erfahrung nur zu einem geringen Teil selber aquiriert habe bedeutet das nicht, daß ich diese Erfahrung & Kenntnisse nicht habe.

Meine Entscheidung mit 100% diesem „Internetzeugs“ zu widmen traf ich als deutlich wurde, daß hier Dinge passieren, an denen ich mehr teilhaben möchte.

Wenn ich momentan zögere zu beschreiben was ich tue, dann liegt es nicht daran, daß ich verzweifelt nach einem Feld suche, in dem ich mich behaupten kann und in dem ich eventuell Ahnung aufbauen kann – das habe ich schon. Ich versuche mich zu entscheiden, auf was ich mich konzentrieren will.

Weswegen ich mich nur mit Bedenken als „Blogberaterin“ oder „Podcastberaterin“ bezeichnen mag – weil es so einschränkend ist. Weiß ich 100% alles über diese Themenbereiche? Kein Stück. Weiß ich mehr als die meisten Menschen und bin ich in der Lage dieses auf Fragestellung eines Kunden umzusetzen? Selbstverständlich. Bin ich für jeden Kunden die geeignete Spezialistin und Beraterin? Nope.

Ich freunde mich langsam mit dem Begriff ‚Spezialistin für neue Medien“ an, weil es beschreibend genug ist und trotzdem mehr Platz offenläßt als Dinge wie „Podcast-Expertin“. Denn ich bin mehr als nur Blogs oder Podcast oder Powerpoint.

Offensichtlich scheitere ich aber gerade, denn wo schreibe ich über meine Projekte und Kunden? Selten bis gar nicht. Aus dem gleichen Grund, warum ich nahezu niemals über meine Arbeit geschrieben habe: Weil ein Blog kein Ort ist sensible Inhalte aus den Gesprächen mit Kunden wiederzugeben. Wenn es angebracht ist, werde ich darüber schreiben aber nicht nur deswegen damit ich etwas vorweisen kann.

Da ich über diese Themen schreibe und Menschen treffe kommen natürlich auch Interview-Fragen bei mir an.

Wenn die Interviewer nicht das abliefern, was sie ihren Interviewgästen versprechen
Letzte Woche war „Second Life Woche“, das ist gerade hip. Zwei Mailinterviews, ein Interview für Inside Europe der Deutschen Welle und mehrere Stunden für einen NDR-Beitrag im Magazin Zapp, der Mittwoch lief. Interviews sind gefährlich, weil das Thema Internet immer noch gerne als Aufhänger für die angeblichen Gefahren herhalten muß, mehr als das die wirklichen Chancen dargestellt werden. Bei Fernsehinterviews bin ich noch vorsichtiger als bei Radio- oder Zeitungsinterviews ob der vermittelten Meinung – die Empfänger sind meiner Meinung nach passiver und einfacher zu beeinflussen, eine unsägliche Kombination.

Als der NDR anfragte, ob ich für das Medienmagazin Zapp! als „Second Life“-Einwohnerin für ein Interview über virtuelle Parallelwelten zur Verfügung stehen kann habe ich ja gesagt, denn mehr noch als bei anderen Themen könnten hier die Totschlagargumente hervorgeholt werden.

Ich bin aufgeregt wie jeder andere auch und habe kein Problem damit den Interviewer zu fragen „wie hätten Sie es denn gerne“. Weniger um meine Meinung passend zu drehen, sondern um meine Antworten dem Stil der Fragen anzupassen und hoffe wie wohl jeder anderer auch das man Inhalte vermitteln kann die einem selber wichtig sind.

Doch vor allem ist es wichtig teilzuhaben um zu zeigen, das Internetnutzer eben nicht „am Rande der Gesellschaft in dunklen Zimmern leben“ sondern z.B. das Netz alltäglich sinnvoll und kreativ nutzen.

Vorgestellt wurde mir der Beitrag als „wir möchten eine normale Userin aus dem Norden dabei beobachten und befragen, was man so in Second Life machen kann“. Und ich habe natürlich nach der Art bzw. dem Kontext des Beitrages gefragt. Als Antwort erhielt ich „ein Beitrag über virtuelle Parallelwelten und auch die Gefahren die sich daraus ergeben, World of Warcraft haben wir schon jemanden und Dich jetzt als einfache Nutzerin für Second Life“.

Was mich natürlich dazu gebracht hat zu betonen das für mich das Netz einen anderen Stellenwert hat und Second Life dazugehört. Das sie gerne dem Zuschauer erzählen können das ich eine harmlosse Userin bin wenn ich sie nicht davon abbringen kann, es aber ihrer Reputation abträglich ist, wenn sie das übertreiben.

Denn ich bin keine normale Userin. Ich weiß wovon ich rede, interessiere mich nicht nur persönlich dafür, sondern arbeite auch in diesem Thema. Ich nutze SL nicht als Spiel sondern als Experimentierplatz für verschiedene Aktivitäten. Nein, nein, das sei schon okay, für die Abgründe hätten sie „einen echten Abhängigen“ für „die andere Sichtweise“. Ah ja.

Ich hatte die Hoffnung daß das eigentlich von mir geschätzte Medienmagazin den Dreh hinbekommt. Ich habe den Beitrag noch nicht gesehen, aber der Text zum Beitrag Unterschätzte Risiko – Sucht nach der virtuellen Welt des Internet schafft die schon übliche Verbindung von „Internet! Böse!“. (dank an Markus Breuer für den Link)

Ich darf noch mal erwähnen das die Anfrage „Ich plane zur Zeit einen Beitrag über virtuelle Parallelwelten für das Medienmagazin Zapp (TV).“ lautete und wir die gesamte Zeit nur über eine Darstellung von Second Life als paralleler Welt mit den Möglichkeiten und Risiken gesprochen haben.

Ich wäre naiv zu nennen, wenn mir nicht von Anfang an klar gewesen wäre daß dieses passieren kann und ehrlich gesagt habe ich damit gerechnet; aber wie auch schon mehrfach gesagt bin ich Optimistin. Trotzdem überwiegen die Vorteile die Nachteile, steter Tropfen höhlt den Stein und wie schon die Danone-Werbung sagt: Früher oder später kriegen wir Euch (und ihr fang hoffentlich an zu verstehen).

Schaue ich zehn Jahre zurück oder nur fünf sehe ich massive Änderungen in der Art und Weise wie Menschen das Netz nutzen und für Teenager ist das Netz und das Handy ein Weg der Kommunikation der selbst mir ein wenig unheimlich ist. Gemeinsam ist eine neue Art der Kommunikation.

„Niemand kann soviele Kontakte ernsthaft pflegen“
Das Netz, die Möglichkeiten der Kommunikation bringen neue Herausforderungen an unsere Gesellschaft und unsere Sozialstrukturen, die Welt verändert sich schnell und heftig.

Auf openbc/xing gibt es immer wieder das Argument „niemand kann soviele Kontakte haben und ernsthaft mit diesen kommunizieren!“. Ich habe momentan 302 Kontakte und bei fast allen kann ich sagen „ja, die sind wirklich Kontakte“; und mir fehlen noch eine ganze Menge.

Die Argumentation „aber wenn Du nur eine Mail pro Tag schreiben würdest …“ ist schwachsinnig, denn mit meinen meisten Kontakten rede ich nicht per Mail. Sondern über mein Blog oder andere Wege. Die Zeiten haben sich geändert und so hat sich die Kommunikation.

Was aber den meisten Menschen noch nicht bewußt ist und dazu führt daß solche Berichte wie bei Zapp stattfinden. Sie geben einfache Antworten auf komplizierte Fragestellungen. Die Vielfalt in der heutigen Welt ist nicht das womit die meisten von uns aufgewachsen sind, und den meisten fehlen Mittel und Wege damit zurechtzukommen..

Dinge, die mir schon immer leicht- und zugefallen sind, sind für den Großteil der Menschen schwierig und undurchschaubar. Sie machen Angst. Anstatt zu lernen wie man damit umgeht schirmt man sich ab und genießt Berichte über das „böse Internet“

Jeder hat das Recht zu schreiben, keiner hat das Recht gelesen zu werden.

Wenn mir also etwas wie oben beschrieben mit dem Interview passiert, bin ich schon lange nicht mehr hilflos und kann nur meinen Freunden erzählen „das war ganz anders“ sondern ich habe meine eigene „Plattform“.

Meine Kommunikation hat sich an dem Tag geändert als ich meine ersten Schritte im Usenet unternahm und mit einem eigenen Blog bin ich autark. Meine Stimme ist sichtbar. Jeder kann sie lesen.

Ich kann mich damit entblöden oder blamieren, ich kann mich hervorheben als jemand mit Ahnung. Und es ist sehr wahrscheinlich das ein und derselbe Inhalt mit beiden Sichtweisen belegt wird. Aber ich KANN. Ich bin nicht mehr davon abhängig das meine Nachricht aus einem mehrere Stunden dauernden Interview so dargestellt wird wie ich es gemeint habe, ich kann selber berichtigen und korrigieren; ich kann meine Seite darstellen und belegen.

Aber nur weil ich kann bedeutet noch lange nicht, daß ich auch gelesen / gehört werde, denn darauf habe ich keinen Anspruch. Und das ist okay so. Ist meine Nachricht wichtig und liest nur eine Person es und gibt es weiter, startet dieses die Verbreitung.

Was mich zum ‚Trigger‘ Nummer zwei bringt

Die andere Seite der Geschichte des „Amokläufers“ Sebastian B.
Der NDR-Beitrag hatte schon vorher den Fokus auf Sucht und Gefahren und erhielt bestimmt einen zusätzlichen Pusch durch den Amoklauf eines Schülers. Wie üblich ist das böse Internet und die bösen Computerspiele der einfache Sündenbock und es kotzt mich an, wenn diese Art von Vorfällen so einfach beantwortet werden.

Denn die Hintergründe sind es nicht. Es geht nicht nur darum, daß jemand ein Computerspiel dazubenutzt haben soll, die Schule als Trainingsort nachzubauen, sondern darum, daß hier ein junger Mensch so was auch immer war, daß er sein Leben auf diesen Weg beendet hat und viele andere verletzt hat.

Üblicherweise gibt es die Berichte von der Tat, die Leiden der Täter und die Abgründe des Internets und Computerspiele, nächste Geschichte bitte. Doch was, wenn auf einmal mehr als nur die Bilder und Nachrichten aus den Medien gezeigt werden?

Thomas hat bei sich „ResistantX: Der Abschiedsbrief“ gepostet und dieser zeigt – einmal davon ausgegangen es ist authentisch – einen jungen Menschen, der sich anders als in den meisten Berichten dargestellt nicht sinnlosen Gewaltspielen hingegeben hat und deswegen Menschen getötet hat, sondern andere Abgründe.

Es gibt ein inzwischen gelöschtes Video, was sicherlich irgendwo zu finden ist, es gibt diesen Abschiedsbrief, und weitere Einträge auf Livejournal. „Der Amokläufer“ bekommt auf einmal eine Stimme und wir sind in der Lage uns ein Bild zu machen aus den Informationen, die uns zur Verfügung stehen – nicht nur das was Politiker und Medien uns vorsetzen.

Es gibt eine Folge in West Wing wo der fiktionale Präsident der USA eine Rede über seinen „Education plan“ halte muß direkt nachdem ein Attentat verübt wurde. Die Folge dreht sich u.a. darum, wie man diese Situation meistern kann und trotzdem den Fokus auf das Thema Erziehung und Ausbildung legen kann.

Martin Sheen als Präsident Bartlet schafft dieses indem er sagt „They where not born that way“. Mehr Geld für Schulen, mehr Geld für Lehrer um zu verhindern, daß solche Dinge sich entwickeln.

Und das läßt sich in die reale Welt übertragen. Erziehung die in der Familie stattfindet, nicht in auf dem Rücken von Lehrern. Gesunder Menschenverstand. Respekt voreinander. Medienkompetenz. Selbstbewußtsein gegenüber Gruppendruck. Auseinandersetzen mit der Realität als auch mit den Dingen die mir nicht gefallen.

Wir haben eine neue Welt mit neuen Wegen der Kommunikation für die wir noch keine neuen Regeln haben geschweige denn alle wissen, wie wir überhaupt umgehen sollen. DAS sind die Themen über die wir reden sollten. Nicht über das Internet als Grund allen Übels oder Computerspiele. Ein Verbot solcher Dinge wird nicht zu einem bewußteren Umgang mit Medien führen. Neulich las ich irgendwo „und mit den Handys kam Pornographie und Gewalt in die Schulen“ was ähnlicher Schwachsinn ist.

Was ist das Besondere am Internet?
Das Internet ist mehr als ein Computernetz – es ist ein soziales Gebilde mit einer eigenen Kultur, ein globales Dorf mit einem großen Marktplatz. Aber vor allem: Das Internet ist ein Abbild der realen Gesellschaft.

Dieser Satz steht seit 1998 nahezu unverändert in meinen Folien „Warum Sie und Ihr Geschäft ins Internet gehören“.

Das Netz hat neue Rahmenbedingungen geschaffen, trotzdem sind es Menschen, die diese Werkzeuge nutzen und zum Leben bringen. In Schulungen zum Thema Internet kommt IMMER die Frage auf nach den Gefahren durch Pornographie, Kinderschänder und ähnliches Gesindel. Die durch das Internet so einfach geworden sind, deswegen muß man ja alles absperren und kindersicher machen muß weil diese Maßnahmen unsere Probleme lösen werden.

Es gibt keine einfache Antworten auf komplizierte Fragestellungen, vor allem nicht wenn die Ursache ganz woanders liegt.

Es gibt keine blauen oder roten Pillen. Wir müssen da durch, und es hilft nicht jedesmal wenn ein solcher Amoklauf passiert nach Verboten zu schreiben anstatt sich mit den dahinterliegenden Problemen zu beschäftigen und dafür zu sorgen, daß es nicht noch einmal passiert.

Ein kleiner Schritt
Schule hat sich verändert. Die Anforderungen sind gestiegen, die Dynamiken haben sich verändert – doch sind Lehrer darauf vorbereitet? Wieviel Medienkompetenz haben die Lehrer heutzutage? Bringen sie den Schülern Podcast näher oder werden die Gelder immer noch in sinnlose Sprachlabore gesteckt?

Versuchen Mathelehrer immer noch die Hoheit über die Computerräume zu erhalten, weil sie es nicht ertragen ausgebootet zu werden oder kann man sich ehrlich in die Augen schauen und feststellen daß der Betrieb eines Schulnetzwerkes eine Aufgabe für Profis ist? Und das der normale Schüler dem Lehrer immer versucht einen Schritt vorauszusein?

Wer hilft den Lehrern sich in der neuen Welt zurechtzufinden, damit die Schüler von ihnen lernen können?

Der Abschiedsbrief von Sebastian enthält viele Elemente die sich als „typisch Teenager“ abtun lassen. Aber wo sind die Orte und Personen, an denen junge Menschen wie Sebastian eine Chance haben zu lernen oder die Probleme zu bewältigen? Sebastian ist ein Einzelfall weil nur wenige zur Waffe greifen. Es ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit, es ist fehlgeleitete Rache, all das ist ebenfalls wahr.

Aber seine Texte sind keine Ausnahme; wir können lesen wie es heute ist ein Teenager zu sein. Die Anforderungen, der soziale Druck, die zunehmende Verrohung der Gesellschaft wird sicher beschleunigt durch Dinge wie das Internet und Gewaltspiele – aber sie ist nicht alleiniger Grund, Auslöser, etc.

Auch wenn wir es vergessen haben oder wir vielleicht in einer Generation aufgewachsen sind, es es ‚einfacher‘ war. Weil die sozialen Rahmenbedinungen uns ein anderes Gerüst zum Aufwachsen gegeben haben. Soziale Konventionen haben eine Geschichte und einen Grund, und die neue Welt des Internets mit den unglaublich neuen Mitteln und Wegen hat noch keine ausreichende Abbildung gefunden. Wir alle sollten daran arbeiten, denn es wird nicht ‚weggehen‘ oder verschwinden.

Die Büchse der Pandora ist geöffnet und es wird Zeit an der Hoffnung zu arbeiten.

What have you done today to make you feel proud (Heather Small, Proud)
Es ist jetzt nicht eine sondern es sind fast vier Stunden geworden und ich werde keine Zeit mehr haben zur Party heute abend zu gehen da ich wohl erst nach Mitternacht in Köln ankommen werde und das Barcamp morgen früh beginnt.

Das ist auf der einen Seite bedauerlich aber es war mir ein Bedürfnis diese meine Gedanken der Welt mitzuteilen – für wen auch immer wer es lesen mag.

Und ich habe jetzt auch ein Thema mit dem ich mich für das Barcamp wohl fühle und auf den Plan setzen werde. Eine Diskussionrunde / Ideensammlung in der Art „Wie können wir Schule / Lehrern helfen die neue Welt des Netzes zu verstehen und den Schülern Medienkompetenz beizubringen.“

Stück für Stück, jeder ein bisschen. Mit der Gewissheit, daß es noch Jahre und Jahrzehnte dauern wird bis wir soweit sind.

Dieser Text „Generation @“ von Kris Köhntopp ist über zehn Jahre alt.

Dieser Text von Douglas Engelbart „Augmenting Human Intellect: A Conceptual Framework“ ist fast 45 Jahre alt. Beginnend ab „Let us consider an augmented architect at work.“ liest es sich wie eine Ideenskizze für Second Life.

Ein Blick auf die Science Fiction liefert uns unendliche Anregungen und Ideen wie wir Technik, neue Medien etc nutzen können. Arbeiten wir daran, daß es keine Science Fiction bleibt.

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