Podcastday 2007 beim Medienforum

Letzte Woche gab es wieder das Medienforum und wie letztes Jahr war ich Mitorganisiererin – mit der bewährten Crew Bernt von zur Mühlen, Andrea Zweifel und auch mit Wiederheimkehrer Thomas Wanhoff. Nach dem letzten Podcastday wollten Andrea und ich ja ein Buch schreiben, aber dachten uns: das passiert uns dieses Jahr nicht noch mal so. Stimmte auch, dieses Jahr waren es andere Dinge, die uns die Nerven geraubt haben.

Wer sich die Berichte zum diesjährigen Medienforum durchliest (fehlt noch ein sinnvoller?), dem werden ein paar Dinge auffallen und ich möchte sie von meiner Seite noch ergänzen:

Die Vorgaben, die Vorgaben …
Bestimmte Dinge waren miserabel organisiert und einige hingegen ganz toll. Diesmal waren weniger Panels vorhanden und auch nicht tolle Workshops da. Korrekt. Die Restriktionen, die uns das Medienforum auferlegt hat trafen aber nicht nur den Podcastday, sondern auch die anderen Veranstaltungen während des Medienforums. Sowohl was die Menge der Panels betraf als auch die Teilnahme z.B. von internationalen Referenten.

Ich wäre ja schon damit zufrieden gewesen mal _vorher_ Bescheid zu bekommen, was die anderen Veranstaltungen sein sollten, das hätte man viel besser integrieren und abstimmen können und habe ja auch Verständnis für Kürzungen, aber dann bitte an der richtigen Stelle. Ein Beispiel: Es gab wie letztes Jahr eine Mausi mit der einzigen Aufgabe, den Kühlschrank zu befüllen aber unser Drängen vorher doch wenigstens die Panel aufzuzeichnen wurde abgelehnt wegen Kosten. Bis wir dann rausfanden, daß jedes Panel meist sogar mehr als eine Kamera im Raum hatte. Und wir erst am letzten Tag rausfanden, daß dieses nicht nur für die Leinwand hinter den Teilnehmern gedacht war …

Viele Leute waren wo?
Es waren wenige Leute da. Stimmt. Und ich bin heilfroh über die Anzahl der Besucher, die am Mittwoch aufgetaucht sind. Ich mag mich täuschen, aber auf mich machte es den Eindruck, als wenn am Mittwoch am meisten los war. Es kann am konfus gedruckten Programm des Medienforums gelegen haben, oder auch am Wetter oder keine Ahnung.

Mehr Kontroverse! Drüben ist es kuscheliger!
Das Medienforum erntete eine Menge Kritik, weil es nicht kontrovers genug war – ich sehe es eher so daß es unvereinbare Gegensätze gab von Menschen die verstehen, und welchen die in der alten Welt zuhause geblieben sind. Und damit meine ich nicht daß Herr Pleitgen nicht weiß, wer Herr Poch ist.

Auf dem Podcastday selber war ein Vorwurf, es sei nicht so kuschelig mit privaten Podcastern und sehr corporate und medienlastig – korrekt! Das ganze findet – meines Erachtens zum letzten Mal – im Rahmen des Medienforums statt, und als solches hat es auch ein entsprechendes Publikum. Aus dem letzten Jahr haben wir gelernt, daß die Gruppen Biz / Medien zusammengehen, die privaten Podcaster dazu nicht. Dafür sind die Bedürfnisse und Interessen einfach zu unterschiedlich.

Wer sich jetzt darüber beklagt, daß diesen beiden Gruppen zuviel Gewicht eingeräumt wurde verschließt sich aber auch der Realität: Im letzten Jahr waren das die beiden einzigen Gruppen in denen ein wirklicher Push stattgefunden hat.

Mr. Nokia mit Spielzeug

Es macht mehr Sinn Risto Koski von Nokia einzuladen um sich mit ihm zu unterhalten was Nokia im Bereich Podcasting anstellt als einen „ich podcaste jetzt übrigens auch von meinem Sofa“-Privatpodcaster, und was erfolgreiche Podcasts anbetrifft, ist nun mal der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland ganz ganz weit vorne. So bitte das für den eifrigen Verfechter von „wir die tollen privaten!!“ auch sein mag – die Welt dreht sich weiter und ein Thema wie Podcasting wird eben auch von anderen Bereichen genutzt.

[Das muß man übrigens nicht gut finden, ganz im Gegenteil. Aber man sollte schon wissen auf welche Art von Veranstaltung ich gehe.]

Über das Medienforum an sich möchte ich nur soviel sagen: Ich weiß schon warum ich mich normalerweise nicht mit Politik beschäftige und lieber etwas privatwirtschaftlich organisiertes habe. Meine Güte. *kopfschüttel* „Highlight“ natürlich: Jeder kennt jetzt den Schmuckkanal. ARG.

Fazit? Das Rosenrot ist ein netter Treffpunkt am Vorabend. Und die Rheinterrassen sind eine hybsche Lokation um den Abend zu verbringen. Man sollte nur nicht Bedienung rechnen, wenn sich Regen ankündigt. Gute Gespräche und wieder ein paar neue Bekannte, mit denen ich hoffe den Kontakt vertiefen zu können.

Ernsthaft: Man kann einen sinnvollen Podcastday machen, auch mit der Abgrenzung der privaten Podcaster – jedenfalls solange dieses in DE als so getrennte Welten behandelt wird von allen Teilnehmern sehe ich wenig Sinn darin eine übergreifende Veranstaltung zu produzieren und dann von beiden Seiten Feuer zu bekommen. Auf der anderen Seite ist das vermutlich die Herausforderung.

Und das Podcast-Buch von Herrn Fiene ist jetzt da:
Schicke Warenpräsentation!

Audio / Video / Fotos

Berichte:

Tag(s): , , ,

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

Kommentare sind geschlossen.