Reisebeobachtungen

Mit Interesse habe ich registriert, daß in diesem IC Fehmann – Koblenz Steckdosen vorhanden sind.

Eigentlich hat IC fahren für mich einen Beigeschmack von veralteten Zügen, überhitzt und eklig. Bei diesem Wetter war die Entscheidung einfach: Regionalzug und zweimal mit Gepäck zum ICE umsteigen gegenüber Durchfahren von Lübeck nach Bochum mit hoffentlich funktionierender Sitzplatzwahl in Lübeck.

Und dieses Exemplar ist überraschend sauber, Zugbegleiter sind nett und können tatsächlich vernünftig Englisch sprechen, er hat okay Sitze, leider keinen herunterziehbaren Sonnenschutz, aber eine Klimaanlage und eben Steckdosen. Nun konnte ich gerade meine Fotos von der Platte holen, meine Podcast von Platte hören und etwas bloggen.

Weiterer Vorteil: Ich vertrage zwar kein Lesen im Zug, aber ich kann meine Augen schließen und vor mich hin schreiben, da ich einigermaßen fehlerfrei 10-Finger-System beherrsche. Die paar Fehler erledigt hinterher die Rechtschreibkontrolle und bei dem immer wieder blendend-blitzendem Sonnenlicht ist es eh die bessere Wahl.

Einzig beunruhigend finde ich diese Vibrationen und frage mal die werten Leser wie denn so ein Thinkpad arbeiten im Zug festplattentechnisch verträgt? Und ich stelle fest, daß die Leertaste leiser sein könnte, damit ich meine Umgebung nicht so nerve. Obwohl, die Mausi vor mir hackt so laut in die Tasten, daß ich es sogar durch meine Kopfhörer wahrnehme. (Sie schaut sich gerade nach der Steckdose um – vergiß es Baby, meine.)

Und ich vertrage hoffentlich die Niesereien um mich herum gut genug nicht angesteckt zu werden. 🙂

Hrmpf. Der Zug fährt gerade los. Leider nicht in die Fahrtrichtung in die ich sitze. Das gibt Kopfschmerzen. Ich würde ja sofort reservieren und gerne das Geld zahlen, wenn die Bahn es endlich auf die Reihe bekommt, mir Fahrtrichtung zu garantieren! Oh. Und der neue Zugchef sollte an seiner Englischen Aussprache auch noch ein wenig arbeiten – you know tse agzent and such.

Das rollende Bordbistro bringt teure Versorgung – aber ich war zu knapp in der Zeit heute, um was vernünftiges zu Essen zu machen. 4,40 für ein gutes, frisches ausreichend großes Baguettbrötchen mit Philadelphia und leckerem Gemüsebelag (geröstete Paprika oder sowas in der Art) ist über der Schmerzgrenze aber wohl der Preis in einem Zug.

Nachdem ich gerade versucht habe, eine SMS mit T9 zu tippen festigt sich der Eindruck bei mir: mein nächstes Händy wird etwas treoartiges. Wenn ich schon nicht vernünftig tippen kann auf einer solchen Handy-Tastatur – selbst mit einer onscreen-Tastatur bin ich weitaus schneller als per Tastenwippeln. Ich würde ja gerne gerade ganz geekig via Laptop und Bluetooth senden, aber ich finde das Programm auf meinem Laptop nicht wieder – daher direkt tippeln.

Die dritter Person mit mittelprächtigem Englisch erzählt interessanterweise auf Deutsch und Englisch was ganz unterschiedliches – auf Deutsch „alles klar Sie bekommen all Ihre Züge“ (offensichtlich haben wir in Hamburg auf einen Zug gewartet) und auf Englisch „due to our late arriving please listen to ze voices when you go out of ze train“. Genau. Warum nicht ein wenig die nicht deutschsprechenden aufmischen? Endstand sind übrigens sieben verschiedene Ansager, und nur der erste hat ze spiking einigermaßen verständlich gebracht, 3 weitere haben sich bemüht, und die restlichen 3 haben alles auf Deutsch runtergerattert, auf Englisch aber nur die „zank you for … travelling with german railways“.

We will see how they will do on ze way to Börlin.
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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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