republica 2008: Interview mit Viktor Mayer-Schönberger

Viktor Mayer-Schönberger hält auf der Republica die Keynote zum Thema „Nützliches Vergessen„.

Menschen können sich erinnern – und vergessen. Seit Jahrtausenden ist für uns Menschen das Erinnern schwer, und das Vergessen einfach. Die digitale Technologie hat dies umgekehrt. Heute ist es durch kostengünstige Datenspeicher und leichtes Suchen für uns als Einzelne aber auch als Gesellschaft einfach zu erinnern und schwer zu vergessen.

Ich unterhalte mich mit ihm über

  • warum Vergessen so wichtig für uns ist
  • warum die neue Standardeinstellung „Erinnern“ schlecht ist
  • Gefahren durch Daten auf Vorrat sammeln
  • internationales Interesse an seinen Beiträgen
  • wie Suchmaschinenbetreiber vergessensfreundlicher werden
  • seine Erwartungen an die Teilnehmer der Republica

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Übersicht der Republica Interviews 2008 und Republica Interviews 2007.

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Zu der in dem Interview angesprochenen Problematik der gespeicherten Religionszugehörigkeiten in den niederländischen Melderegistern während der deutschen Besatzung hatte ich vor über 10 Jahren in Bonn einen Vortrag gehört, bei dem eine ältere Dame von ihren Kindheitserlebnissen berichtete. Ihre Eltern waren im Widerstand damit beschäftigt, Einwohnermeldeämter in die Luft zu sprengen. Sollten unsere auf Vorrat gespeicherten Daten mal in die falschen Hände geraten, wird – wegen der Backups – Gewalt kaum helfen.
    Noch was anderes: Mich faszinieren Wikis, bei denen das _bewusste_ Vergessen im System angelegt ist: Jeder kann – unter der Kontrolle der Community – löschen. So ist man im Wiki ständig bemüht, Ballast loszuwerden und das Wiki zu entrümpeln, um zu sicherem und gut aufbereitetem Wissen zu gelangen. Wer das ausprobieren möchte, ist herzlich dazu eingeladen, z. B. hier: http://www.jurawiki.de/VerGessen