RSR: Zitate aus der Diskussion bei Christiansen

Ergänzend zu Ralphs Kommentaren zur Rechtschreibreform und Kritik: Wer einige der Aussagen bei Sabine Christiansen zum Theme RSR nachlesen möchte, hier der Link auf die Zitate der Sendung.

Lesen wir z.b.Claus Strunz, Chefredakteur Bild am Sonntag

Es gab einen klugen Satz im Deutschen Bundestag in dieser Debatte, der hieß: ‚Die Sprache gehört dem Volk.‘ Da kann ich nur sagen: Fragt es!

Wir haben den Beschluss getroffen, Bild am Sonntag ist heute in einem neuen Gewand erschienen, und zu unserem Zukunftspaket gehört, ab in einigen Wochen, das liegt an den Computern, da wage ich keine Prognose abzugeben, wann genau das sein wird, die Umstellung auf die bewährte Rechtschreibung. Mich stört auch das Wort ‚alt‘. Sie ist bewährt, und sie war besser.

Und Wolf Schneider, amüsant wie immer:

Fünf Schreibweisen für das französische ‚o‘. Für französische Schüler gilt das als zumutbar, und kein Mensch redet in dieser unsinnigen Diskrepanz zwischen Sprache und Schreibweise von einer Reform, denn sie lieben ihre Schriftbilder. Nun frage ich sie in die Runde: Würden sie einen Bordeaux, der sich hinten mit ‚o‘ schriebe, überhaupt noch trinken wollen?

Wer Fussball spielt, muss die Abseitsregel beherrschen, und wer Deutsch schreibt, muss ‚das‘ und ‚dass‘ unterscheiden können.

Aber auch Frau Ahnen soll nicht zu kurz kommen:

Unser wirkliches Problem in den Schulen ist doch nicht die Rechtschreibreform. Unser wirkliches Problem ist doch, wie vermitteln wir Kindern Sprache, wie vermitteln wir mündliche und schriftliche Ausdrucksformen? Ich wäre froh gewesen, in den letzten vier Wochen in den großen Tageszeitungen jeden Tag einen Artikel zu lesen über Leseprojekte für Kinder.

Stimmt, sollte man lieber tun. Deswegen hat man sich wahrscheinlich auch das letzte Jahrzehnt mit einer RSR beschäftigt und nicht mit übergreifenden Projekten zur Förderung der Ausdrucksform.

Quizfrage: Ist es Aufgabe der Zeitung, solche Projekte zu initiieren für die Schüler oder eventuell *gasp* die einer Kultusministerin? Obwohl, danke für den Hinweis Frau Ahnen – wie wir sehen, funktioniert es, wenn Zeitungen etwas in die Hand nehmen, die Öffentlichkeit herzustellen und Diskussionen anzuschieben.

Liebe Zeitungen, bitte übernehmt doch solche Aufgaben von den Kultusministern. Liebe Minister: Den Teil Eures Gehaltes, der dafür vorgesehen ist, bitte einem Sachkonto zuführen, von dem diese Projekte und Impulse bezahlt werden.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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