Schlangen in Anzügen

Telepolis berichtet in „Die Psychopathen sind unter uns“ über einen Artikel in Wissenschaftsmagazin New Scientist welcher behauptet: In so manchem Karrieristen könnte sich eine psychopathische Persönlichkeit verbergen.

So mancher cholerisch die Mannschaft anbrüllende Chef und so manche ständig intrigierende Schreibtischtäterin könnte den Ruf, ein „Macher“ zu sein, einer kranken Psyche verdanken.

Bisher war das Bild des Psychopathen geprägt vom Serienkiller, dem gewalttätigen Irren. Aber unter uns leben angeblich viele unerkannte Kranke, die unter dieser psychischen Störung leiden.

Am Beispiel eines rücksichtslosens Karrieristen wird das Bild eines sog. „Corporate Psychopath“ gezeichnet – gestört und für das Unternehmen schädlich, der aber nie gewalttätig wurde und auch künftig wahrscheinlich nie gegen die Strafgesetze verstoßen wird.

Babiak hat zusammen mit Robert Hare von der University of British Columbia in Vancouver einen Fragebogen entworfen, der künftig Firmen davor bewahren soll, Schäden durch solche Angestellten zu erleiden. Noch ist der so genannte B(usiness)-SCAN 360 in der Erprobungsphase, aber er hat sicher gute Marktchancen. Arbeitssuchende in den USA müssten dann künftig neben einer Urinprobe auch noch einen Test zu ihrem sozialen Verhalten absolvieren, um eine Anstellung zu bekommen. Derartige „freiwillige“ Screenings sind auch für deutsche Unternehmen durchaus attraktiv ( Big Brother Awards Arbeitswelt 2002).

Jup. Erlebt man in einem durchschnittlichen größeren Unternehmen öfter, als einem lieb ist. Und selten genug wird das Thema so deutlich beim Namen genannt, denn die Psychopaten sorgen i.d.R. für die Flucht der guten Mitarbeiter und mobben den Rest mehr oder minder subtil.

Selbstverständlich nicht nur, aber auch. Speziell auch die Kategorie „Firma in der Hand des Unternehmers“ ist prädestiniert für cholerische Anfälle und Ausfälle. „Funktioniert doch“ ist oft die Antwort – doch die korrekte Antwort muß lauten: „Funktioniert trotzdem, aber könnte weitaus effektiver laufen“.

Auf der anderen Seite gibt es jedoch die Mitarbeiter, die unter solchen Machenschaften „leiden“ – aber lieber weiterleiden, anstatt a) die Konsequenzen für ihre geistige Gesundheit zu ziehen oder b) nicht drüber hinwegkommen, auch nachdem sie gegangen sind. Bei manchen Personen ist sogar eine Therapie anzuraten – und das ist wieder der Punkt wo man sagen muß: Es gibt immer zwei Seiten. Nicht nur Täter, sondern auch „Opfer“.

If you’re in business, you need a responsive market, competency, and passion to succeed.

If you’re not succeeding, don’t blame others or the fates.

Change your market, change your skills, or change your attitude.
Summit Consulting

Der Markt sind nicht nur meine Kunden, mein „Markt“ ist ebenfalls meine Umgebung.

Was bleibt in Summe? a) Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Offenheit müssen das Ziel sein. Integrität, Wertevorstellungen und Ehtik sind keine leeren Worthülsen, sondern sind Teil dessen, was einen Geschäftspartner, Arbeitgeber, Arbeitnehmer ausmachen sollte, nein: muß. b) Win-Win ist immer noch die beste Strategie. c) Das Ziel ist der Weg.

Und: „Sie sind doch ein Psychopath“ geht demnächst als „wissenschaftlich gesicherte Bezeichnung“ in den Katalog der doch-nicht-Beleidigungen ein? :o)

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Nicht wirklich zum Thema, aber: „Firma in der Hand des Unternehmers“, Du schreibst das, als sei es etwas unanständiges. Ich habe das Gefühl, daß viele Probleme der Großunternehmen unserer Wirtschaft gerade darin begründet sind, daß die Unternehmer im Grab liegen und überbezahlte Angestellte in Vorstandssesseln sich profilieren wollen. Wieviel unternehmerisches Handeln kann man denn von jemandem erwarten, der nur die Entlastung auf der nächsten Aktionärsversammlung als Ziel kennt?