Schlecht geplant oder schlecht geblufft?

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Einen Besuch des Kanzlers kann man so oder so sehen. Nico blogberichtet:

Gerhard Schröder war sehr kämpferisch und hat an ein paar Punkten klar gemacht, wo die Unterschiede zwischen rot-grün und schwarzgelb liegen. Themen wie Familie, Aussenpolitik und Agenda 2010 wurden aufgegriffen und gegen die Kritiker von rechts und links verteidigt.

Keine Abgrenzung gegen das rotere Rot? Interessant. Ist nicht gerade die neue Linkspartei bedrohlicher für Stammwähler der SPD als die CDU?

Dafür war wenigsten die Hutze los in Altona!

Heute war Gerhard Schröder in Hamburg Altona und hat in der Fabrik eine kurze, 30 minütige Rede gehalten. Der Andrang war unglaublich, die Fabrik war viel zu klein und etliche Leute mussten leider draussen bleiben und sich die Veranstaltung per Video-Leinwand angucken. Dafür, dass der Wahlkampf offiziell noch gar nicht eröffnet ist, war der Zuspruch gewaltig.

Das Flickr-Set spricht sogar von „Paar Hundert Leute sind nicht mehr in die Fabrik hereingekommen. Es ist pickepackevoll hier.“. Nun könnte der schlichte Leser sich dabei denken „Boah, viel los! Wahnsinn! Soviel Zuspruch! Warum war ich nicht da??“. Oder aber auch „warum werde ich hier für dumm verkauft?“
Heiko formuliert es anders:

Das hört ja gut auf. Ein letztes Mal wollten die verbleibenen SPD-Parteigenossen, die noch nicht aus der Partei ausgetreten oder zur WASG/PDS übergelaufen waren, Ihren Kanzler sehen. Man hatte vorsichtshalber nur die Fabrik in Ottensen gebucht, um nicht ein halbleeres CCH mit Statisten auffüllen zu müssen.

Den Bildern nach zu urteilen, sieht die Fabrik sehr klein aus. Wieviel faßt sie?

Nun kann man sagen, is ja nur der Kanzler, is ja nur Altona. Aber sorry, wenn sich „der Kanzler“ ankündigt, hat das Promistatus und sollte eindeutig mehr anziehen, als nur ein paar Leute. Und darüber war man sich wohl auch in SPD-Kreisen klar, denn man war auf „den Andrang“ so gut vorbereitet, daß es eine Videoleinwand gab.

Es hat etwas von Freibier in einer Säuferkneipe anzukündigen und 20 Minuten nach Beginn der Veranstaltung zu verkünden, daß das 50l Freibier-Faß ganz überraschend alle ist. Oder hatte man auf positive Presse gehofft „Kanzler voll beliebt!“?

Das einzig wirklich interessante ist das Bild von einem roten „Gerd-Supporterflitzer„. Die URL ist spiegelverkehrt angebracht, was auch sinnvoll ist: Der Autofahrer davor kann mit einem schnellen Blick erfassen, welche URL und der Spaziergänger mit Zeit hat was kleines zu knobeln.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. es war eine Veranstaltung für Olaf Schröder und die findet daher in dessen Wahlkreis Altona statt. Daher viel die Wahl, wie fast immer bei Wahlkampfveranstaltungen in Altona, auf die Fabrik.

  2. Immerhin hat Nico die ersten offiziellen Kanzler-Fotos bei Flickr eingestellt. Es gibt dort keine anderen „echten“ Kanzlerbilder. Vielleicht entdeckt ja irgendwann auch noch ein Parteipolitiker die Möglichkeiten des Flickr-Marketings für sich ….

  3. Es ist zwar eine gewagte, aber auch interessante These die du da aufstellst. Es geht auf jedenfall darum Peinlichkeiten zu vermeiden. Und riesige Hallen mit SPD treuen zu füllen….naja, wo die doch alle im Wahlkampf sind 😉