Teilen ist gut

Manchmal stolpert man über Sätze in der Netzkommunikation, die wunderbar sind. Weil sie soviel Wahrheit ausdrücken und einen zum Nachdenken bringen. Heute Morgen von Olivier auf der Podcasting-Mailinglisten:

It’s funny to see that RIAA and MPAA and local organisations in each country are against sharing, when it’s obvious for parents to teach their children they must share their toys with their friends.

You’re right Harold, we have to show that sharing is good, not only for toys, but for music, culture, history, knowledge, too.

Erinnert mich an das eine Posting, wo es um Teamarbeit, Projekte usw ging und die Unfähigkeit und den Unwillen vieler Leute, im Team zu arbeiten. Daraufhin meinte einer der Teilnehmenden (den man schon länger kannte): „Also, wenn ich das mache, nennt man das abschreiben“.

Unsere Kinder lernen teilen, in der Schule wird man dafür bestraft (obwohl auch schon ein Kind verstehen kann, daß es viel einfacher wäre, zusammenzuarbeiten) und hinterher soll man es wieder tun. Es wird vielen immer wieder vorgeworfen, die einzige Motivation etwas zu tun sei monetär.

Aber wenn uns die Open-Source-Bewegung in den letzten Jahren etwas zeigt, dann den dringenden Wunsch vieler Menschen a) zusammenzuarbeiten, b) in der Gemeinschaft etwas beizutragen und c) dabei auch noch Spaß zu haben.

Schauen wir in die Zukunft (oder in die Bücher der Zukunftsschreiber) so nehme ich den dringenden Wunsch wahr, in der Zukunft glücklich in einer Gesellschaft leben zu wollen, eine Zukunft ohne Geldsorgen, wo Menschen miteinander teilen und zum Wohle aller zusammenarbeiten.

„Meins, meins, meins!“? So gern ich sonst auch Halb-Ferengi bin: Die Zukunftsmusik redet nicht von ‚alle Menschen werden glücklich unter der Hand von Verwertungsgesellschaften, die unser aller Gut gegen Geld verwalten.‘ Sie redet nicht von „ICH ICH ICH bekomme für jeden Furz den ich einer Verwertungsgesellschaft gegeben habe, unter DRM gestellt habe GELD GELD GELD.“

Denn so eine Zukunft würde davon reden: „Ich, ich , ich muß für jeden Atemzug Geld bezahlen, denn die Luft wurde gefiltert und gereinigt mit Produkt X- dafür darf ich Nutzungsgebühren zahlen. Jeden Schritt, den ich mache, mache ich auf Grund, für welchen ich Wegerechtsgebühren zahlen muß.

Mein Essen darf ich nur genau an der Stelle verzehren, wo ich es erhalten habe, ein Mitnehmen nach Hause und dort zu Ende essen stellt eine unzuläßige Nutzungsart dar. Um etwas zu verschenken, habe ich den Geschenkaufschlag zu zahlen, denn das gekaufte Gut wird nicht in seiner ursprünglichen Bestimmung verwendet!“.

Ja. Wo sind die Zukunftsromane, die davon handeln – und immer noch erstrebenswert erscheinen? Übrigens: Die Unterteilung zwischen Teilen und Stehlen beherrschen wir auch schon seit Jahrtausenden. Der Knackpunkt ist das freiwillige Teilen. Und das findet nur statt, wenn sich alle gleichberechtigt fühlen.

Fühlen wir uns alle gleichbereichtigt?

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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