Theater? Nein, danke. Dann lieber Bohlen.

Bei einer solchen Theater-Kritik bzw. der Beschreibung des Abend geht es mir immer so, wie wenn Leute vom Genuß von Wein reden: Ich kann dem nichts abgewinnen. Genauer: Ich könnte eher Gefallen an Wein finden, als an einem Abend so etwas zu ertragen.

Ich kann Literatur und den Genuß seltsamer Speisen hinzufügen. „Kunst“. *schüttel* Es mag mir ein Gen fehlenden, daß ich mich nicht darüber begeistern kann, in ein paar Farbklecksen das Werk eines Meisters zu sehen, in reine Extase zu verfallen wenn jemand 12-Ton-Musik von sich gibt oder vor Glückseeligkeit zu zerschmelzen, wenn ein Affe mit dem Kopf auf die Tastatur schlägt.

Wie sagte Elke Heidenreich neulich irgendwo? „Jeder soll lesen, was ihm Spaß macht“ und sie wolle niemanden bekehren, aber einen Dieter Bohlen könne man nicht lesen. Warum eigentlich nicht? Spiel‘ nicht mit den Schmuddelkindern? Das Interview mit ihm in der GQ von Dezember zeigt, was für ein intelligenter und professioneller Geschäftsmann er ist: Er behauptet nicht, ein Künstler zu sein, sondern Geld verdienen zu wollen. Okay with me.

Im Kino erwarte ich auch nicht von jedem Film eine Bekehrung fürs Leben, sondern einen Gegenwert meiner Eintrittskarte. Das wäre sonst auf die Dauer auch sehr anstrengend. Was fehlende Gene betrifft – Kochen gehört ebenfalls dazu. Ich habe schon einiges an mitleidigen Blicken deswegen spüren dürfen, aber um mit Woody Allen zu sprechen: If
God wanted me to cook, why did she invent restaurants?

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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  1. „Glückseeligkeit“ – ein Verschreiber, den man eigentlich in den Duden aufnehmen müßte. Und das meine ich nicht abschätzig, sondern ernst.