Von persönlichen Dingen

Udo zitiert Robert:

Nur 7 % der Blogleser finden es überhaupt nicht gut, wenn in einem „kommerziellen Weblog neben beruflichen auch private Informationen stehen. Basic Thinking hat so eine Befragung ausgegraben.

Nun ja, man sollte (gerade bei dieser Umfrage) den Kontext kennen.

Amy Gahran hat sich als ‚geoutet‘ (Why I Outed Myself at Blogher) und ein paar böse Worte diesbezüglich geerntet, da es sich doch schließlich um ihr Business Blog handeln würde, usw.

Als Ergebnis hat sie eine Umfrage aufgesetzt, die in allgemeiner Form sich der Frage nähern sollen: „Darf etwas privates in das Business Blog“? Zum Beispiel:

In a weblog that you read mainly for business reasons, the author one day mentions in a post that he’s one of the millions of people who suffers from depression. Your reaction:
STRONGLY POSITIVE: I’m proud that the author is confident enough to be

GRATEFUL/RELIEVED: I too suffer depression or another mental illness (or am close to someone who does), and now feel less ashamed or alone.

POSITIVE: I always like to know more about the person behind the blog.

NEUTRAL: I have no reaction to this disclosure.

DISINTERESTED: I tend to skip those posts, but enjoy reading the rest of the weblog.

EMBARRASSED: I’m not repelled, but it seems somewhat inappropriate, especially in a business setting.

REPELLED: That kind of personal information has no place on a business weblog.

SCANDALIZED/NERVOUS: Depression (or any mental illness) is shameful/taboo and should never be openly discussed, especially in a business setting. And how could someone with any mental illness ever be credible, anyway?

Other (please specify)

Ohne den Kontext der jeweiligen Fragestellung macht die Aussage der 7% herzlich wenig Sinn – sieht mir nach einer der Sorte von Umfragen aus, wo sich das Ergebnis hinterher verselbständigt. ;( Wobei ich betonen möchte, daß Amy sich viel Mühe macht, die einzelnen Antworten professionell aufzubereiten und ihr Blog Contentious sowieso sehr lesenswert ist!

Es ist m.E. anzunehmen, daß ein großer Teil von Amys Lesern die Umfrage ausfüllen werden, speziell diejeningen, die der Meinung sind, daß es nichts schlimmes ist. Meine Antwort in den Fragen war dann auch entsprechend:
Ich habe wenig Probleme mit persönlichen Dingen, solange sie in den Kontext des Blogs passen (ein Blog, geschrieben von einer Person, hat den Kontext genau dieser Person), und ansprechend geschrieben sind.

Ich habe zwei Blogger in meiner Liste, die sich als an Depression leidend ‚geoutet‘ haben. Ja, ich fühle mich dabei ein wenig unwohl, aber ich nehme dieses Unwohlsein als eine Befindlichkeit meinerseits wahr: Nämlich daß ich nicht weiß, wie ich mit sowas umgehen kann oder soll. Stimmt es mich positiv oder negativ? Nein, weder noch. Habe ich jetzt eine andere Meinung von diesen beiden? Jein, mein Bild hat sich ein wenig verändert und versucht, diese neue Information mit einzubauen und ich versuche herauszufinden, was das eigentlich bedeutet. Momentan sehe ich es primär als weitere Facette der jeweiligen Personen an.

Ein Teil des Charmes von Udos Blog sind die Sekre^wMitarbeitergeschichten. In der Regel sieht der Chef wie ein Töffel aus, aber es immer wieder sehr amüsant. ;)))

Diese und andere Diskussionen zu dem Thema ‚professioneller Abstand haben mir auch mal wieder deutlich gemacht, warum ich weniger auf meinem Business Blog poste – ich möchte zwar einen stärkeren Abstand wahren, aber offensichtlich halte ich mich dort zu stark zurück, bin zuwenig ich selber = nicht authentisch genug für mich selber. Nicht, daß das andere Blog eine Maskerade o.a. ist, es ist nur nicht genug Nicole. 🙂 Mal schauen, was ich daran ändern kann. 🙂

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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