Wann werden Audio und Video so erfolgreich wie Text

Blogruf über „Re-Formen: Was wächst wie zusammen?„:

Wo also stehen wir heute? Es scheint keine geplante Fortentwicklung der Formate zu geben. Manchmal wird experimentiert, die Ergebnisse wirken aber oft nach aus der Not geborenem Zufall. Wer auf Dauer wirklich multimedial arbeiten will, muss sich auch intelligent mit seinen Präsentationsformen auseinandersetzen. Was hat welche Vorteile, wieviel Aufwand ist wofür gerechtfertigt? Überzeugende Konzepte für eine sinnvolle Konvergenz: bislang ein Totalausfall.

Meines Erachtens hat viel damit zu tun daß alle Formen außer Text noch keine sinnvolle „Erfaßbarkeit“ haben bzw. nicht ohne größeren Aufwand verwertet werden können.

Mit Text hingegen passiert das zu einem Grad der teilweise erschreckend ist (man versuche mal bei Google all die „Verbesserungen“ abzuschalten die nicht nur vom Suchalgo her passieren sondern auch sprachlich betrachtet). Als solcher hat der Klassenbeste Text natürlich immer die Nase vorn – wer mag schon gerne mühsam sich mit Audio / Video auseinandersetzen wenn Text soviel effizienter ist und schon so weit ist?

Ein wenig ein Henne/Ei-Problem: Erst wenn Audio und Video gleich vom Rechner verwertet werden können, wird es dort Fortschritte geben, aber ich befürchte, das wird immer den Umweg über Text nehmen. Versuche in die Richtung gibt es ja immer wieder, m.E. auch vielversprechende aber wird das dann wieder eingestellt oder nicht entsprechend vorangetrieben?

Oder hat uns die SF so beinflußt (allen voran Raumschiff Enterprise) das wir überhöhte Vorstellungen haben was sofort funktionieren muß? Also scheint es lohnenswerter „Text“ weiter zu puschen, noch eine Erweiterung hinzulegen etc und die anderen Formen bleiben hintendran?

Das wäre die auswertende Seite. Auf der anderen Seite gibt es die Ersteller von nicht-Text-Formen, und die machen den Auswerter das Leben häufig schwer. Häufig keine oder unzulängliche Metadaten (wenn sie denn überhaupt verstehen was Metadaten sind), kombiniert mit noch schwachen Tools um Kontext herzustellen – so kann das nix werden.

Und das ist erst der Anfang – denn Audio und Video erfordern mehr als einfaches transkribieren um damit arbeiten zu können. Wenn ich an meine Bekannten aus dem Videoumfeld denke – für die meisten ist das Thema Metadaten so sexy wie Buchhaltung für einen Verkäufer.

Ich gebe zu, ich habe keine Idee wer die Entwicklung in eine richtige Richtung puschen könnte und wie man am besten vorgeht. Vielleicht sollte man mal irgendwelche Wissenschaftler fragen was für Hilfen sie gebrauchen können um weiter zu kommen. 😉 Denn die Flut an Podcasts in Audio und Video als auch Seiten wie Flickr und Co bringt eine Menge Material was vorher nicht da war und zum Testen verwendet werden könnten.

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Nicht nur Rechner verarbeiten Texte schneller/besser als Audio/Video. Auch Menschen lesen einen Text schneller als sie ein Hörbuch/einen Podcast hören.