Warum das eigene Stück Land meinen Blickwinkel auf SL veränderte

Eine virtuelle Welt wie Second Life ist nur dann spannend, wenn man dort etwas zu tun hat. Anders als mit World of Worcraft wo man Aufgaben zu erledigen hat (sogenannte Quests) ist Second Life nicht zielgerichtet – man kann darin machen was man will.

Das hat Vorteile, aber auch eine ganze Menge Nachteile: Woher soll ich wissen welche Abenteuer ich in SL erleben will und welche Sehenswürdigkeiten ich besuchen will wenn es so viele davon gibt? Was soll ich also da wenn keiner meiner Freunde online ist – und wo finde ich die überhaupt?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Besorg Dir ein eigenes Stück Land und die gesamte Spieldynamik verändert sich. Oder sollte ich sagen die Perspektive auf die sog. virtuelle Welt?

Landlos langweilig
Als ich Mitte letzten Jahres SL zum ersten Mal startete erlebte ich das, was viele erleben: Der Rechner flog mir ein paar mal um die Ohren und stürzte ab. Ein paar Versionen später lief es einigermaßen stabil und ich konnte die angebliche so tolle Welt von SL erleben.

Da mein Rechner nur eine onboard-Grafikkarte hat war das weiterhin kein besonders befriedigendes Unterfangen, mindestens 50 Prozent meiner Umgebung werden in dezentem Grau ausgeliefert … Ich ging ein und aus in der Welt, flog und teleportierte ein wenig durch die Gegend … aber das war es dann auch.

Irgendwann entschied ich mich mal dieses Land-Dings auszuprobieren – schlicht weil man sonst nicht vernünftig bauen ausprobieren kann. Es gibt zwar sogenannte Sandboxes in denen man bauen und ausprobieren kann – aber die werden in der Regel einmal am Tag ‚bereinigt‘ (= sämtliche Objekte werden zurück an den Besitzer gesendet), man hat wenig Platz und mehr und mehr der sog. Griefer tauchen dort auf (z.B. dumme Kinder die unbedingt andere abschießen wollen und noch nicht verstanden haben, daß man in SL nicht stirbt.)

Ein eigenes Stück Land mußte her und eines Tages ging ich diese Straße hinauf und warf einen Blick auf mein zukünftiges Stück Land. Schnell war es gekauft und ich wartete ungeduldig zwei Tage bis es mir übertragen war, ein Prozeß der heute nicht mehr notwendig ist. Und dann war ich auf dem Plot und es war meins. Ich konnte es als meinen Heimatpunkt markieren und ein wenig vor mich hinbauen.

Die Bauphase
Eine der ersten Aktionen war das Begradigen des vorher hügeligen Landes – virtuell hin oder her, ich fand das eher nervig und es machte das Bauen schwieriger. Natürlich ging dabei ein wenig der Spieltrieb durch. Wie wäre es mit einem 20 Meter hohem Hügel in der Mitte? Wie groß war eigentlich mein nicht komplett quadratisches Land? SL macht es einfach das abzuschätzen, weil die kleinste Einheit in dem Landtool 4×4 Meter sind. Einfach die Anzahl der Quadrate gezählt und mal vier – fertig ist die Länge einer Seite.

Obwohl das Bauerlebnis frustrierend war (wir erinnern uns, in meiner Familie liegt die Begabung für Design bei meinem Bruderherz), konnte ich doch ein paar Dinge aus der Schule hervorkramen. Fluchtpunktlinien, Koordinatensysteme, Formen. Rechnen war einfach, da mein Plot Land in der Ecke des Sims lag und damit ich den Bezugspunkt 0,0 hatte. 5 Meter vom Rand des Landes, ein 50 cm tiefes Quader ergibt den ‚Start‘ des rechtwinklig gesetzten neuen Quaders bei 4,75.

Nachdem die ersten Bauschritte mit Quadern erledigt waren wollte ich mir runde Ecken bauen – nur um herauszufinden das die just „gelernten“ Einstellungen für einen Zylinder ganz andere sind. Vielleicht werde ich mich noch einmal damit beschäftigen und mir die Anleitungen im Ivory Tower zu Gemüte führen in dem alle die verschiedenen Elemente ausführlich erläutert sind.

Ivory Tower auf Natoma – ein ‚Schulungsort‘ für Bauherren

Dafür fand ich schnell heraus, daß man sich in SL eine ganze Menge einfach kaufen kann. Ein Haus kam, ein wenig Einrichtung – und auf einmal gab es einen Sinn in diesem Spiel. Haus aussuchen, Einrichtung shoppen gehen, ein paar Pflanzen, eventuell ein paar Skripte, vielleicht ein Zaun?

Es ist fertig. Und nun?
Nachdem es einigermaßen fertig war, habe ich nicht wirklich viel Zeit darauf verbracht – manchmal mich mit Freunden dort getroffen, gelernt daß ich keine ‚echten‘ Häuser mit Räumen haben will, sondern lieber etwas offenes wie eine Dachterasse. Ein Stück grünes Land ist nett, auf keinen Fall in der Schneegegend – vielleicht mal ein Strand?

Aber ich hatte einen Platz zu dem ich immer per Knopfdruck zurückkehren konnte oder als Treffpunkt ansgeben konnte. Wo man schnell mal die Box auspacken konnte, die man gerade eingesammelt hat. „My home is my castle“ sozusagen.

Ohne Land wird man auf einmal ruhelos …
Weil ich es nie wirklich benutzte verkaufte ich es nach einer Weile. Und stellte etwas erstaunliches fest: Ich wurde ruhelos und fand mich dabei wieder mehr Zeit in SL zu verbringen als vorher. Weil ich wieder ein Stück Land haben wollte. Huh?

Webseiten wurden abgesurft, die Map abgescannt nach den gelben Kennzeichen für „Land zu verkaufen“. Ich war fast in Versuchung knapp 40 Dollar für ein Stück Land herzugeben, was obwohl ich mein anderes Stück Land mit ein klein wenig Gewinn verkauft hatte doch zuviel war. Das mußte enden.

[Ich hatte ein Stück Land im Blick – gute Gegend, guter Schnitt des Grundstückes, akzeptabler Preis und okay Tierfees. Aber ich mag Cygnus-Tools absolut nicht und der Name der Gegend war Cygnus. Gewisse Dinge haben auch in SL eine Entsprechung ;o)]

Der Kompromiss
Als sog. Premium-User habe ich 512 Quadratmeter ‚frei‘, d.h. ich muß keine zusätzlichen Gebühren pro Woche bezahlen. Ich änderte meine Suche nach einem solch kleinen Stück Land und fand eines für ~12 Dollar direkt an einer zu bauenden Straße gelegen. Linden hat offensichtlich erkant, daß sie für Infrastruktur wie Straßen sorgen müssen – etwas was sie meines Erachtens von Anfang an hätten tun sollen.

Diese geplante Straße sorgt dafür das eine Seite unverbaubar ist und immer zugänglich sein wird. Mit meinem Limit von 117 möglichen Prim-Objekten konnte ich keine großen Objekte bauen, aber ich habe ein kleines Haus mit einem Zimmer, und einer Art Dachterassse und auf dem zweiten Teil des Landes ein kleines Halloween-Casino um einmal auszuprobieren, ob Leute die vorbeikommen eventuell spielen mögen.

Es ist zu klein, 100% aller Prims verbaut und ich kann nicht wirklich etwas darauf machen – aber es ist mein ‚Heimatpunkt‘ und mein ruheloses Suchen nach einem besseren Stück Land hat sich drastisch reduziert. Ich schaue immer noch nach einem guten Deal, aber nicht mehr so fanatisch wie vorher. :)

Meine Haus / Casino Kombination in Cisthene:

Fazit
Wer also ein Interesse an Second Life hat aber noch nicht so ganz den Zugang gefunden hat, dem empfehle ich sich einen sog. Premium-User für ein Jahr zu besorgen; mit den wöchentlichen Linden Dollar Lieferungen und der Möglichkeit ein solches kleines Stück Land ohne zusätzliche Tier Fees zu kaufen ist das eine gute Investition.

Tip zum Suchen des Landes: Einfach auf Suchen gehen, Land Sales, größer als 511 sq eingeben (um nicht all die Mini 16sq Plätze anzuzeigen die für Werbung mißbraucht werden) und als Preis etwas in der Gegend kleiner 5000 Linden Dollar.

In den Suchergebnissen dann nach Größe des Landes sortieren und sich die Plots auf der Map anschauen (nicht vergessen „show Land Sales“ einzuschalten).

Und morgen unterhalten wir uns dann darüber, wie man preiswerte low prim Möbel findet. 😉

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Nicole, vielleicht sollte ich mir igendwann auch eine Second Life-Parzelle zulegen, mir geht es ähnlich wie Dir. Bisher bin ich noch etwas orientierungslos bzw. grundstücklos im SL-versum unterwegs gewesen, obwohl ich das Ganze als „Otherland“-Fan natürlich liebe. Insofern wirkt Blog-Beitrag sehr gut im SL-Marketing-Sinne…

  2. Wie gesagt, mieten reicht ja erst mal. :) Vielleicht bin ich ja auch nur ein Einzelfall? 😉

  3. Hallo,
    kann man eigentlich auch als Nicht Premiumuser Land kaufen was später keine monatlichen Gebühren hat ? Z.b. von anderen Spielern ? Mir persönlich graust es leider etwas davor reales Geld zu investieren.. Muss ja nicht groß sein, würde mich nur interessieren ob sowas geht. Verstehe leider auch nicht so ganz an wen diese Tierfees entrichtet werden. An den Hersteller selbst oder an Leute die sich das Land unter den Nagel gerissen haben ?
    Vielen Dank schonmal für die Antworten. 😉

  4. Wie ich sagte: Nein. Die einzige Version ‚ohne weitere Kosten‘ sind die 512 sq als Premiumuser bzwö. wenn sich mehrere zusammentun und als Gruppe ein Stück Land kaufen.
    Eine Option für Dich wäre es Land zu mieten; das ist etwas teurer als kaufen und dann die fees, ist aber zum ausprobieren ganz geeignet.
    Reales Geld wird es immer kosten, es sei denn Du bist in der Lage etwas zum Tausch anzubieten.
    Im Fall von Kauf von „Mainland“ zahlst Du an Linden selber, sonst immer direkt an den Verpächter / Vermieter.

  5. Naja, das ist nicht ganz so richtig: ich habe im „Liebesnest“ (kein Pornosim!) ein 512 m2 großes Stück gekauft für 9.5 L$ / m2 und die fees betragen lächerliche 1.5 L$/m2. Das sind nur ein Paar Dollar im Monat anstatt die fast 10, die man an Linden monatlich zahlen muß, wenn man Premium-User ist. Die 1200 L$ die man im Monat als Premiumuser bekommt kann ich mir dazu kaufen oder auch nicht, aber selbst wenn, kostet mich das wesentlich weniger, als ich zahlen müsste, wenn ich mir einen Premiumaccount holte. Zum rumexperimentieren (und wenn man mit den bescheuerten Sim-Namen leben kann) finde ich das super und besser als Premiumaccounts. (das soll keine Webung sein – alle Parcelen sind eh weg – aber es gibt sicherlich andere vergleichbare Alternativen). Gruß und weiterhin viel Spaß!