Warum ich ja gesagt habe als Sachverständige zur Enquete-Kommission

Ich habe unten in den Kommentaren angefügt:

Ich könnte versuchen, meine jeweiligen Qualifikation für die jeweiligen Arbeitspakete der Kommission unter “Beweis” zu stellen, doch wozu? Es ist ja nicht einmal festgelegt, wer was wie bearbeiten wird. Wann welche Abstimmung erfolgt.

Warum sollte es eine intelligente Verwendung meiner Zeit sein, gegen vorgefertigte Meinungen und Feindbilder zu arbeiten, wenn ich stattdessen mit wirklich Interessierten reden kann? Die etwas verändern wollen und Unterstützung suchen?

Und sobald die Kommission ihre Arbeit aufgenommen hat, sich für ihre Pakete und Zeiträume entschieden hat, werde ich sehr gerne auf die passenden Stellen zur Beteiligung und Diskussion verweisen.

Nicole

Es ist äußerst amüsant zu beobachten, in welcher Art und Weise der Flüsterfunk der politisch-digitalen Welt gerade arbeitet: Ja, so nichts mehr dazwischen kommt, werde ich als Sachverständige für die CDU/CSU benannt werden.

Ich dachte, ich hätte noch ein paar Tage bis zur öffentlichen Bekanntmachung Zeit, aber angesichts der verschiedenen Anfragen ist es vermutlich einfacher, jetzt etwas zu dem Thema zu schreiben.

Erfahrung mit den Themen und Verbindungen zu Organisationen

Nein, ich bin nicht Dauergast in den Diskussionen rund um Themen wie Netzsperren und Kinderpornographie, Netzneutralität, Urheberrecht, Leistungsschutzrecht und anderen Kampfthemen; nein, ich bin mit keinem Verband verbandelt, ich habe in der Tat wenig Erfahrungen in der direkten Arbeit mit Politikern und ich habe bisher wenig(er) auf diesem oder anderen Blogs zu den Themen geschrieben. Ich zitiere nicht komplette Passagen aus Anträgen, Gesetzen, etc, ich kann keine Parteiprogramme auswendig. Ich kann nicht alle Fragen dieser Welt zu allen Themen der Kommission beantworten und viele Dinge muß ich erst mal nachlesen. So what.

Solche Kenntnisse jetzt im Kopf zu haben ist toll – aber nicht alles. Schließlich geht es hier nicht wie beim Abitur um eine “alles oder nichts”-Prüfung, sondern darum, in einer Arbeitsgruppe Inhalte zu erarbeiten und mit Sachverstand zu diskutieren. Man muß Informationen und Beiträge aufnehmen können um am Ende informierte Entscheidungen treffen zu können.

Was glaube ich, kann die Kommission erreichen?

Ohne abschätzen zu können, wie effizient in einer solchen Kommission gearbeitet werden kann (speziell wenn sie parteiübergreifend arbeiten soll), habe ich große Hoffnungen und Erwartungen. Ich wünsche mir die Lösung aller Probleme. Soweit zu den Träumen. Realistisch betrachtet glaube ich nicht, daß in zwei Jahren die großen Themen wie Urheberrecht / Leistungsschutz etc. gelöst werden können. Was nicht bedeutet, daß man es nicht versuchen sollte.

Aber man kann Grundlagen schaffen und Dinge auf den Weg bringen. Bei anderen Themen kann man und hat man gefälligst etwas in den zwei Jahren zu erreichen. Und zwar unabhängig von Parteibuch und Wahlkampf.

Worauf viele Mitglieder der Kommission vorbereitet sein dürften, aber sicherlich nicht die Parteien: In dieser Kommission werden sie um die Netzöffentlichkeit und Bürgerbeteiligung nicht herumkommen. Ob sie wollen oder nicht, ob es gefällt oder nicht. Siehe zum Beispiel der Artikel “Deutsche Blogger mischen endlich die Politik auf” in der Welt.

Meine Vorstellungen zu den Themen

Ich beschäftige mich nicht rund um die Uhr mit den "Kampfthemen". Es gibt andere Sachverständige und eingeladene Experten in der Kommission, die das weitaus besser können. Aber es sind nicht die einzigen Themen. Wer sich daran erinnern mag, der Antrag spricht von folgenden Bereichen:

  • Kultur und Medien
  • Wirtschaft, Umwelt
  • Bildung und Forschung
  • Verbraucherschutz
  • Recht und Innen
  • Gesellschaft und Demokratie

Und ich habe die starke Vermutung, daß ich mich in der Kommission – so denn möglich – weitaus mehr mit den ‘nicht-Kampfthemen’ beschäftigen werde. Damit wir uns nicht missverstehen: die von mir so betitelten Kampfthemen sind diejenigen, wo sich alle Teilnehmer sofort an die Gurgel gehen mit unterschiedlichen Vorstellungen und man ohne starke Moderation keine zwei Meter weit kommt. Dieses sind große Themen, deren Grundlagen aus dem letzten Jahrtausend stammen und nicht mehr in die heutige Gesellschaft passen. Sie müssen diskutiert werden.

Diese anderen Themen werden oft ausgeblendet. Es genügt nicht, auf hoher Ebene über einen kleinen Teilbereich zu reden, sondern alle Themen müssen übergreifend (an)gesprochen werden. Wenn es nach mir geht, bitte auch mit etwas weniger Klassenkampf und Ideologie und etwas mehr Pragmatismus. Und etwas mehr Realitätssinn über das Machbare und Erreichbare in bestimmten Zeiträumen, Budgets und Ressourcen.

Es genügt ebenfalls nicht, nur auf nationaler Ebene zu diskutieren, bestimmte Themen müssen europa- bzw. weltweit diskutiert werden. Es gilt aus der alten Welt zu lernen und das Beste der neuen Welt dazuzumixen. Und nicht zu glauben, daß nur weil es neu ist, alles besser ist.

Warum für die CDU/CSU?

Einfach. Weil sie gefragt haben, weil ich mich mit großen Teilen dieser Partei identifizieren kann und ich Potential sehe. Schaut man auf die netzpolitisch interessierten Teilnehmer kann man den Eindruck gewinnen, es gäbe nur Rot und Grün mit ein wenig Gelb. Doch nicht jeder ist begeisterter Anhänger der dortigen Politik(er). Ich besitze kein Parteibuch und habe auch nicht vor, daß zu ändern. Und mir ist ebenfalls klar, daß es im Programm der CDU/CSU einiges gibt, mit dem ich nicht einverstanden bin. Trotzdem bin ich in der Grundrichtung eindeutig der CDU/FDP zuzuordnen. Und wenn man mit etwas nicht einverstanden ist und dann auch noch die Chance erhält, am Beginn von Änderungen mitzuarbeiten, dann sagt man nicht nein.

Demokratie bedeutet Verantwortung.

Es gab diverse Telefonate und auch ein persönliches Kennenlernen, wo die Herren von der Fraktion sich nicht nur ihre Kandidaten angesehen haben, sondern ich mir auch die Partei-Teilnehmer an diesem Gespräch, mit ganz klaren Vorstellungen meinerseits was für mich akzeptabel ist oder nicht. Ich habe eine Runde erlebt, in der eine Offenheit zum Lernen gezeigt wurde und ein Verständnis für die Themen, allen voran Teilnehmer wie Michael Kretschmer und Frank Bergmann. Aber es gab auch Fragen und den Bedarf nach Informationen und Gesprächen. Und es wurde ebenfalls nicht ignoriert, daß es Nachholbedarf gibt (wie bei vielen anderen Mitgliedern der anderen Parteien) und eine Menge Diskussionsbedarf – mit Bürgern und mit der Netzöffentlichkeit.

Egal wie man es dreht und wendet: Jede beteiligte Partei braucht Sachverständige. Deswegen gibt es sie und deswegen werden sie so genannt. Jede der beteiligten Parteien hat ‘alte Männer mit Kugelschreibern die das Internet ausdrucken’. Und jeder der beteiligten Sachverständigen wird sich Kopfschmerztabletten besorgen und den Tag verfluchen wo er oder sie ja gesagt hat zu dieser Kommission.

Zur Person

Duale Ausbildung zur Wirtschaftsinformatikerin (BA), heute unterwegs zu Themen wie Twitter bzw. mehr Social Media Training. Jahrgang 71, geboren in Husum / Nordsee und wohnhaft in Lübeck. Der erste Computer stand seit ’83 im Hause, der erste Online-Kontakt mit einem BTX-Terminal und ich habe mich in den letzten zwei Jahrzehnten konstant mit Online-Themen und ihren Hintergründen beschäftigt. Ich komme aus einer Unternehmerfamilie, habe 15 Jahre im Großunternehmen gearbeitet und im dortigen Unternehmen sogar Zeit im Betriebsrat verbracht – und aus einem ähnlichen Grund wie hier: es reicht nicht abfällig zu sagen "alles Idioten", sondern man muß mit ‘diesen Leuten’ arbeiten.

Werde ich jetzt zur Vollzeit-Netzpolitikfrau?

Nein. Das ist eine Sachverständigenrolle mit gewissen Zeitvorstellungen und Arbeitseinsatz. Ich bin an den Themen hochgradig interessiert und will mich aktiv beteiligen, aber es wird nicht meine Hauptbeschäftigung sein. Was unter anderem auch bedeutet, daß ich nicht jeden Beitrag irgendwo im Netz lesen oder beantworten werde, noch werde ich auf alle Fragen antworten können. Das hier wird auch kein Netzblog werden; sollte ich das Bedürfnis haben, Texte zu veröffentlichen, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auf diesem Blog stattfinden, sondern in den geeigneteren Stellen. Ich werde auch weiterhin, wenn passend, bestimmte Links über meinen deutschen Twitteraccount raussenden.

Weiterführende Artikel

Warnung zum Thema Kommentare

Und weil man sich das ebenfalls ausrechnen kann: Üblicherweise lasse ich ziemlich viel in den Kommentaren durchgehen. Ich kündige hiermit aber schon an, daß ich persönlich beleidigende Kommentare löschen werde. Wen das stört: jeder kann sich eine eigene Öffentlichkeit schaffen, indem er oder sie ein Blog eröffnet oder anderes.

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

21 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Immerhin ist damit ein ganz alter Hase dabei und ich hege gewisse Hoffnungen, dass sie einer von ihnen selbst aufgestellten Expertin einen Sekundenbruchteil länger zuhören werden, als den anderen Experten. Die sicherlich gut sind, aber eben von den ‘Falschen’ aufgestellt. Gewisse ‘Flachpfeife’n-Gerüchte haben wir ja alle gehört.
    Um die vielen Facepalm-Momente, die du sicherlich erleben wirs, beneide ich dich allerdings nicht. Dennoch wünsche ich dir nur das Beste in diesem Haifischbecken. Mach deine Sache gut.

  2. > So what.
    Gibts nicht irgendetwas in dem Bereich, was sie eventuell qualifiziert? Fuer einen unbedarften wie mich steht hier die Frage im Raum: Was ausser Kaffee trinken werden sie dann machen?

  3. Das klingt sehr interessant, viel Erfolg dabei. “FTP” ist aber ein Freud’scher Tippfehler, oder?

  4. Glückwunsch!
    Was mich aber noch interessieren würde: Haben sie gesagt, wie sie auf Dich gekommen sind / warum sie Dich “für sich” wollen?

  5. @mela thanks. Und viel schlimmer als de.admin und co kann das auch nicht werden. ;)
    @joerg Wieso trinken? Kaffee kochen selbstverständlich. :)
    Scherz beiseite. Einfach gesprochen: Ich gehe davon aus, daß in einer solchen Kommission Themen diskutiert werden, wenn notwendig Informationen vorher vorbereitet werden, Wissen vermittelt wird. Dafür ist erst mal grundlegendes Verständnis aller Zusammenhänge wichtig, und zwar nicht nur die des Netzes, sondern auch darüber hinaus im realen Leben. Und, wie Mela schon richtig andeutete, Selbstbewußtsein und Leidevermögen um ans Ziel zu kommen.
    Dann wird ein großer Teil gegenseitige Abstimmung sein – mehr auf Seiten der Parteien als der Sachverständigen. Zum Schluß wird abgestimmt und dann entsprechende Berichte erstellt. Was genau mit welchen Ergebnissen erfolgen kann, hängt von der Zusammenstellung und dem Willen der Mitglieder ab.
    Gegenfrage, wo Sie ja schön nur das nicht können referenzieren: Wenn man Sie jetzt vor Kameras setzt und Ihnen tiefe Fragen zu allen oben angesprochenen Themen gestellt werden, wie sattelfest sind Sie dann? Wie sattelfest sind Sie in den Entstehungsprozessen und dem Diskussionstand von all diesen und noch mehr, wie zum Beispiel E-Commerce, Schulungen, neue Arbeitswelten, Soziologie und und und und und? Keiner der Beteilgten ist hier absolut sattelfest in allen Themen.
    Trotzdem wird es erwartet, als wenn es wirklich Superhelden gibt. Es gibt sie nicht.
    @stefanolix *grr* ich dachte ich hatte die alle erwischt.
    @Maex nein.

  6. “Gegenfrage, wo Sie ja schön nur das nicht können referenzieren: Wenn man Sie jetzt vor Kameras setzt und Ihnen tiefe Fragen zu allen oben angesprochenen Themen gestellt werden, wie sattelfest sind Sie dann?”
    Um das Nicht-Können geht es doch eigentlich weniger. Klar, praktisch jede_r könnte in dieser Kommission sitzen und sich im Laufe der Arbeit die nötigen Kenntnisse draufschaffen.
    Wenn Sie nämlich nur mit Ihrem Nicht-Wissen kokettieren stellt sich die Frage: Welche Themen interessieren Sie?

  7. Ich vertraue auf Ihre norddeutsche, klare Art; sie werden sich nicht vor lauter Opportunismus hinter einer Meinung verstecken, für die Sie nicht hundertprozentig einstehen könnten.
    Viel Erfolg!

  8. zumindest das typische keine-aussage-hinter-vielen-worten-verstecken der politiker haben sie schon gut drauf, ich bin gespannt :-)

  9. Trotzdem bin ich in der Grundrichtung eindeutig der CDU/FDP zuzuordnen.

    Da bekomme ich Kopfweh … mit was genau können Sie sich identifizieren?
    – Mit der katastrophalen Steuer- und Finanzpolitik (“Wir nehme es den Armen und schieben es den Reichen vorne UND hinten rein”),
    – mit der unterirdischen Familien- und Bildungspolitik,
    – mit der populistisch bis rassistischen Stimmungsmache gegen die Schwächsten unserer Gesellschaft,
    – mit der grundgesetzfeindlichen “Wir machen was wir wollen bis das BVerfG drauf haut” Gesetzgebung,
    – mit der “Hirn ab zur Solidarität” Politik in Afghanistan,
    – mit der “naiven” Netzpolitik,
    – mit der gefährlichen Umweltpolitik,
    – oder einfach nur, weil die Serienlügner Merkel, Schäuble, Zensursula, “das Guido” und die ganzen anderen Reallife-Versager so symphatisch sind?
    Da hätte ich doch gerne etwas mehr zu gewusst, nur um zu wissen, ob es sich noch lohnt die Statements von Ihnen zu lesen.

  10. Zu politischer Partizipation offiziell eingeladene Sachverständige sind so lange interessant für Politiker, so lange sie ihnen nicht an den Karren fahren. Deshalb, und ich bitte, diese durchaus offensive Feststellung zu entschuldigen, haben sie auch dich für diese komplexe Thematik genommen und nicht jemand anderen. Enquete-Kommissionen sind nur auf den ersten Blick dazu da, die Einbindung externen Rates in die Politik zu zelebrieren. In Wirklichkeit geht es nur darum, Meinung verkauft zu bekommen und das macht sich mit Sachverständigen ggf. solider. Dass hier in der Regel Welten aufeinanderprallen und zur Not auch welche geopfert werden, hat man einst sehr schön bei Paul Kirchhof gesehen.
    In eine Enquete-Kommission als Nichtsachverständiger einzutreten, nur weil man den Job angeboten bekommen hat, ist vielleicht so etwas wie eine Auszeichnung oder eine nette Geste. Wenn es aber hart auf hart kommt, ist derjenige, der sich mit Wissen nicht halten kann, der, der geht oder ggf. gegangen wird und auf den dann Schuld geschoben wird – nicht der verantwortende Politiker. Sonst würde er das selbst machen.
    In diesem Sinne: Halte die Ohren steif.

  11. Zitat: “Ich komme aus einer Unternehmerfamilie, habe 15 Jahre im Großunternehmen gearbeitet und im dortigen Unternehmen sogar Zeit im Betriebsrat verbracht – und aus einem ähnlichen Grund wie hier: es reicht nicht abfällig zu sagen “alles Idioten”, sondern man muß mit ‘diesen Leuten’ arbeiten.”
    Wie habe ich das zu verstehen? Mit was für Leuten umgeben Sie sich denn? Anscheinend zählen zu Ihrer Verwandtschaft und Bekanntschaft nur Leute, die nichts mit Betriebsräten/Gewerkschaftern zu tun haben, und stattdessen vielmehr irgendwelche abwertenden Vorurteile gegenüber dieser Gruppe hegen?!
    Das Zitat klingt vermutlich für jeden, der nicht aus einer Unternehmerfamilie stammt bzw. sich zu diesem Milieu zählt, wahnsinnig überheblich.

  12. Nicole stapelt tief. Wie jeder leicht herausfinden könnte, besitzt sie reichlich Erfahrung in der digitalen Welt und bringt zudem die für produktives Arbeiten nötige Diskussionskultur mit. (Offenbar konnten die Rekrutierer der Union — überraschenderweise — besser mit Google umgehen als einige der anonymen Heckenschützen hier. Na ja, Kleinbloggersdorf ist auch nur de.admin reloaded.)
    Ihre angebliche Parteienaffinität nehme ich ihr allerdings nicht ab, da ich weiß, daß sie sich an den Fehlentwicklungen in unserem Parteienstaat und der Ignoranz vieler Politiker (gleich welcher Partei) ganz genauso stört wie jeder andere, der noch sein Gehirn benutzt und noch von keiner Interessensgruppe vereinnahmt wurde.
    In diesem Sinne: viel Erfolg!

  13. Ein Sachverständiger in einer Enquete-Kommission ist mit dem Lotsen auf einem Schiff vergleichbar: Er muß weder das gesamte Schiff noch die Sieben Meere in- und auswendig kennen.
    Der Lotse muß den Kapitän des Schiffes auf örtliche Begebenheiten hinweisen und ihn in konkreten Situation kompetent beraten können. Neben allgemeiner Erfahrung ist dazu spezielle Sach- und Fachkenntnis notwendig.
    Als Sachverständiger in einer Enquete-Kommission muß man sich weder mit einer Partei noch deren Programm oder Entscheidungen identifizieren (können).
    Es kommt darauf an, Menschen(!) Dinge zu erklären, die sie (noch) nicht verstanden haben. Es kommt darauf an, Menschen (für sie) neue Sichtweisen auf (bestehende oder neue) Probleme zu vermitteln. Und das auf eine Art und Weise, die dem Empfänger(!) genehm ist, da die Botschaft sonst nicht ankommen wird.
    Es gilt, viele Klippen zu umschiffen und dabei nicht vom rechten Kurs abzukommen. Da kann ein Lotse sehr hilfreich sein.
    Auch ich bin nicht ganz unbefangen, wünsche aber viel Erfolg dabei. Es wird auf alle Fälle sehr spannend und lehrreich.

  14. Das mit googlen ist doch Humbug, Ralph. Wenn jemand behauptet “Ich kann alles, und den Rest auch und morgen bring ich den Weltfrieden”, dann wird natürlich von allen geprüft, was davon belastbar ist. Und möglicherweise kommt man dann zu dem Schluß, dass das stimmt.
    Aber wenn jemand so wie hier oben von sich selbst sagt, daß er von nichts eine Ahnung hat, gibt es doch für einen Leser dieser Zeilen keinen Grund, zu überprüfen, ob das vielleicht tiefgestapelt wäre.
    Mag sein, daß Nicole das Zeug dafür hat, aber wer sich den stabilen Boden selbst unter den Füßen wegzieht, der ist halt erstmal im freien Fall und muß rudern.

  15. Selbst wenn Nicole was beizutragen hat – bei so einer Veranstaltung geht es auch darum, Eindruck zu machen und sich von den anderen, Experten wie Politikern nicht den Schneid abkaufen zu lassen. Sonst landet man schnell in der Ecke mit den Kaltgestellten, die nicht gehört werden. Daran gemessen ist der Blogbeitrag ein Desaster in Sachen Selbstdarstellung. BTX zu kennen macht vielleicht bei heutigen Abiturienten Eindruck – wie zu meiner Zeit, wenn jemand mir gesagt hätte, er hätte die Beatles im Star-Club erlebt – aber es ist kein Wissen, das irgendwie für die Ziele der Enquete wichtig wäre. Was sind denn die “Nicht-Kampfthemen”? Bildung und Forschung? Wirtschaft? Super Sachverstand bei Nicole. Ohne wissenschaftlichem Background und Führungserfahrung. Das Posting lässt mehr Fragen offen, als es beantwortet. Ich gabe zu, dass es die Sachverständigen aus der “Social Media Szene” in dieser Kommission besonders schwer haben, da von der Internet-Gemeinde die Offenheit erwartet wird, die Social Media auszeichnet. Nicole und die anderen werden von der Internet-Öffentlichkeit in Verantwortung gestellt. Dem müssen sie entsprechen. Hartes Brot, die Diskussion um die Berufung von Nicole ist nur ein Vorspiel.

  16. Warum ich (als im Gegensatz zu Ihnen völlig unbeschriebenem Blatt) ja gesagt hätte als Sachverständiger zur Enquete-Kommission? Das macht sich bestimmt unheimlich gut im Lebenslauf – und verflucht, ja, es würde mein Ego streicheln. Mir wäre es schnurzegal, ich würde mich sogar für die CDU da reinsetzen – sogar neben den Herrn Gorny.
    Also, sehr geehrte Frau Simon, sollte Ihnen der Spaß an der Sache vergehen (und das kann ja bei solchen Gesprächsrunden mit Politikern schnell mal passieren), dürfen Sie mich gerne als Ihren Nachfolger vorschlagen. ;)

  17. @Oliver Die Frage haben Sie sich doch schon mit Ihrem Weltbild beantwortet.
    @Besim Nur dafür ja zu sagen lohnt sich in der Tat nicht. Kostet viel zu viele Nerven, bringt viel zu wenig Ruhm und Ehre, von der lausigen Entlohnung ganz zu schweigen. ;)
    @Daniel, es gibt immer Leute, die nur das herauslesen, was ihnen gefällt – ganz egal was ich hier schreibe. Oder wie ich es schreibe. Es geht nicht um Inhalte, sondern um Meinungen und Lager.
    @Julius, ich werde das Angebot gegebenenfalls erwähnen, aber der Nachfolger müßte wohl wieder eine Frau werden. ;)
    @ffd danke.
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    Ich könnte versuchen, meine jeweiligen Qualifikation für die jeweiligen Arbeitspakete der Kommission unter “Beweis” zu stellen, doch wozu? Es ist ja nicht einmal festgelegt, wer was wie bearbeiten wird. Wann welche Abstimmung erfolgt.
    Warum sollte es eine intelligente Verwendung meiner Zeit sein, gegen vorgefertigte Meinungen und Feindbilder zu arbeiten, wenn ich stattdessen mit wirklich Interessierten reden kann? Die etwas verändern wollen und Unterstützung suchen?
    Das fand ich in meiner Mailbox gestern: “Ich bin Mitglied einer kleinen Runde von Netzpolitikern in der CDU/CSU, die über das Web und auch im Real Life miteinander über die bekannten Themen diskutieren und innerhalb der Union für mehr Aufgeschlossenheit werben wollen”.
    Ich wünsche frohe Ostern. ;)

  18. Ah, also das war gemeint, keine Ahnung, kein Konzept, aber auch keinen Zweifel. Brauche ich also nicht mehr zu lesen. Danke!

  19. Danke. Jetzt wissen wir auch, warum damals in der twitter-Liste die zahlreichen Accounts von Linke-PolitikerInnen fehlten. Nunja, die zahlreichen Rechtschreibfehler weisen die Autorin tatsächlich als Anhängerin von Union und FDP aus, das sicherlich äußerst tief gehende BA-Studium tut sein übriges. Vielleicht sollte ich auch mal ein dickes Buch über irgendwas Banales wie twitter schreiben, in dem ich auf vielen vielen Seiten den Leuten erkläre, was es denn für Expertisches mit 140 Zeichen anzufangen gibt. Toll. Experte sein ist schon eine feine Sache, einfach über ein paar Sachen schwafeln, die wirklich jeder kennt, ein paar englische Begriffe, total hip bis zur Peinlichkeit und dann läuft das mit dem Cashflow schon. Gruß an die peinlichste aller Netz-“Expertinnen”