Warum ich Pivot benutze

Herr Köhntopp möchte, daß ich mal wieder in Deutsch blogge und es scheint üblich zu sein, mich mit Stöckchen zu bewerfen, wenn ich aus USA zurückkomme. (Das von Herrn Wanhoff und Frau Andresen steht noch aus, ich hadere noch ob ich das auf Englisch schreiben will).

Eigentlich ein Stöckchen zum Thema wird nun in ein anderes Blogsystem verwandelt: Pivot.

Nutzt Du die Blogengine Serendipity?
Nein, Pivot 😉

Wenn ja, was war für dich der Grund gerade diese zu wählen?
Als ich mit meiner Suche nach einer Bloglösung begann gab es noch nicht so viele verschiedene Systeme und die meisten waren Perl-basiert. Ich hasse Perl. Ich habe Basic nie geliebt, aber Pascal spontan gehaßt. C war mir lieb, Perl war … nun ja.

Anfang 2003 waren die meisten Lösungen in Perl und nur sehr weniger in PHP. Ich habe meine ersten Experimente im April / Mai mit einer einfachen PHP-Software betrieben dessen Namen mir gerade zum Verrecken nicht einfällt. Mit gewissen Beschränkungen behaftet war es okay für die ersten geheimen Experimente.

Als klar war daß ich das weiterbetreiben wollte, suchte ich nach Lösungen die zwei besondere ‚Features‘ haben: Möglichst PHP und kein Mysql.

Nicht das wir uns falsch verstehen – ich kann durchaus programmieren. Ich habe nicht nur Pascal, C und Cobol gelernt (man könnte jetzt noch Abap und alte Hostsprachen mit aufnehmen), und die letzten acht Jahre meinen Lebensunterhalt mit AWK-Programmierung verdient, trotzdem bin ich nicht die hypertolle Programmiererin. Ich komme zurecht, aber wenn dann bitte in PHP.

Für die Datenbank gibt es zwei Gründe – zum einen waren damals Accounts mit Datenbankzugriff nicht billig und zum zweiten sehe ich nicht ein, warum ich eine Datenbank brauche. Natürlich gibt es Dinge die weitaus besser mit Datenbank funktioinieren und ein paar Dinge die ohne niemals gehen, nichtsdestotrotz habe ich wenig Lust auf eine Datenbank wenn ich doch nur ein Blog haben will. Meine Pivotinstallationen kann ich einfach per gzip und ftp sichern und neu aufspielen und mir war schon damals klar, daß eines Tages die Spammer Last auf die Datenbank bringen würden.

Wenn ich heute höre wie sich einige wundern warum ihr Server in die Knie geht ob a) der Spam-Angriffe und b) der nicht gerade intelligenten Verwendung der Blogapplikation kann ich nur sagen „man sollte schon wissen, was man dort tut“.

Ich sollte vermutlich hinzufügen daß ich sehr wohl Datenbanken beherrsche und mich daher im Vorteil gegenüber dem normalen Benutzer befinde, der nur wenig Ahnung von Datenbanktheorie und allem was dranhängt hat. Ich mag es nur nicht benutzen.

Würde ich jemandem empfehlen auf ein datenbankbasiertes Blogsystem zu verzichten? Das kommt immer auf den jeweiligen Fall drauf an, den in vielen Fällen kommt man um diese Art von Lösung gar nicht herum. Wer nicht programmieren kann und auf externe Hilfe angewiesen ist MUSS eine solche Lösung wählen, denn die großen Blogsysteme mit Unterstützung sind alle datenbank-basiert.

Für andere also gerne, für mich selber jedoch nicht.

Was müsste Serendipity (oder eine andere Blogengine) anbieten (Plugin, Funktionalität, Geldpreise) damit du deine Blogengine wechseln würdest?

Eine ganze Menge. 🙂 Pivot hat gezeigt wie schwierig es ist, eine durchaus beliebte Plattform zu haben, aber wenig Entwickler. Seit zwei neue zum Core-Team hinzugekommen sind, gibt es eine ganze Menge neuer Innovationen bei Pivot, momentan ist Kommentarmoderation im Test und einiges mehr.

Ich habe schon manches Mal zu WordPress rübergeschielt aber ehrlicherweise muß ich sagen daß mir die Oberfläche absolut nicht gefällt.

Während Pivot also einige Beschränkungen hat und noch bei weitem nicht die Vielfalt der Plugins etc hat es auch eine Menge Vorteile auf die ich nicht verzichten möchte. Die Nachteile die sich ergeben lassen sich über andere Wege kompensieren.

Einfaches Beispiel: Pivot kann keine automatischen Enclosures im Feed produzieren, was mich als Podcasterin natürlich stört. Allerdings verwende ich sowieso Feedburner für all meine Feeds und einen Flashplayer kann ich auch selber einbauen.

Was wäre für dich ein Projekt (Dienst, Plugin, „Codeschnipsel“) an dem EntwicklerInnen von unterschiedlichen Blogengines zusammenarbeiten sollten/könnten?

Sie könnten damit anfangen Binnen-I zu vermeiden. Als zweites wäre es hilfreich die Plugins zu dokumentieren und vielleicht auch über das eigene Plugin hinauszudenken. Um ‚pretty urls‘ zu bekommen schauen sich die Pivot-Entwickler jetzt die Plugin-Lösung von WordPress an und werden diese wohl in der Syntax übernehmen. Die entsprechende Dokumentation z.B. der Fallen in die man gerannt ist hilft einer anderen Engine selbiges zu vermeiden.

Wenn ich ID-basierte URLs auf Titel-basierte umstellen will und dafür htaccess-Regeln benötige sind schließlich alle im gleichen Boot.

Die großen Themen sind sicher Implementierung von Microformats, Spam-Bekämpfung und Autenthifizierung (z.B. OpenID). Generell gilt: Je besser ein Plugin / Theme / what ever sich abstrahieren läßt desto einfacher wird es sein, dieses für verschiedene Blog-Systeme umzusetzen.

Schnappe sich das Stöckchen wer will 🙂 Zum Beispiel Drupal, WordPress, pMachine etc.

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

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