Was ist für Euch ‚digital lifestyle‘?

Ich hatte es drüben schon auf Englisch geschrieben, möchte aber auch hier die Frage stellen: Was bedeutet für Euch „digital lifestyle“?

Ich möchte (nicht nur für den kommenden conference Podcast für den DLD06) ein Gefühl dafür bekommen, was meine deutschsprachigen Leser mit diesem Begriff verbinden. Und nicht nur hier, sondern vielleicht auch in ein paar anderen Ecken. Statt Jahresrückblick und Vorschau zur Abwechslung mal ein Wünsch-Dir-Was?

Digital Lifestyle: Ist das nur ein paar Web 2.0-Anwendungen, ein wenig Plazes hier, ein wenig Digitalkamera mit Website dort? Nur ein Buzzword aus Amiland? Eine hippe Sache, die überall nur nicht in Deutschland passiert, weil wir noch nicht mal „das Internet da“ nutzen oder verstanden haben? Heißt „going digital“ einfach nur „alles mit Strom und Digi vorneweg?“ Digicam, Digihandy, Digidingsda?

Welche Erwartungen haben wir an welche Firmen oder Organisationen? Welche Inhalte wünschen wir uns in Deutschland oder generell? Und nein, damit meine ich nicht die übliche Forderung nach Blogs aus der Ecke Politik, Kultur und Wissenschaft – mir zum Beispiel wären Consumer-Blogs und ein deutsches Lifehacker-Blog viel lieber.

Muß ich dafür im ausländischen Umfeld bleiben? Selbst in Europa kann man sich inzwischen gut mit vielen Menschen über die Themen unterhalten, die mich interessieren. Jedoch, was bringt es mir, wenn ich mich nur in Englisch rumtreibe, der normale Mensch aber nur Nachrichten in Deutsch wahrnimmt? Verbreitert sowas die (digitale?) Kluft oder ist das ein Hinrgespinst?

Ich kam mir zum Beispiel sehr komisch vor, mit jemandem aus Lübeck über Web 2.0-Zeugs zu unterhalten. Das fühlte sich … merkwürdig an. Und ich war überrascht, in Paris auf Lesblogs laut Liste 28 Deutsche zu sehen. (In beiden Fällen drehten sich die Unterhaltungen sehr stark um das, was in Amiland und in Europa passiert, garniert mit der verwunderten Bemerkung, wie wenig in good old Germany passiert.)

Also bitte, ran an die eigenen Blogs oder Mail: Wo steht digital, welche Bedeutung hat es, wo sollte es hingehen – und vielleicht was genau nicht. Stichworte sind genauso gerne gelesen und gehört wie längere Werke. Und die Aussage „Alles doof“ geht auch. 😉

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Digital Lifestyle würde für mich erst einmal bedeuten, das all meine technischen Spielsachen miteinander reden können. Das ist eigentlich ja fast trivial, aber: geklappt hat das in all den Jahren, in denen ich mich nun schon mit sowas beschäftige noch nie.
    Mein clie kann die Speicherkarte aus meiner Kamera nicht lesen, mein Telefon läßt sich nicht mit dem (Linux)-Computer zu hause abgleichen und mein DVD-Player im Wohnzimmer nimmt zwar mp3-Cds, aber keine anderen Videos als gekaufte DVDs. Über die Interaktion mit den Spielsachen von anderen Leuten will ich gar nicht erst anfangen.
    Ich kann ja meine Idee von der divergenten digitalen Welt mal kurz skizzieren:
    Zu Hause sitzt in meinem Wohnzimmer ein Mediahub, auf dem ich meine ganzen Daten sicher verwahren kann. Über drahtlose Verbindung bzw. meinetwegen auch über ein standardisiertes Speicherkartenformat kann diese Zentral Kontakt mit all meinen anderen Gerätschaften aufnehmen. Das bedeutet:
    1.) Ich habe eine Musiksammlung, aus der ich Songs auf meinen Palm, meinen mp3-Player oder auf mein Telefon laden kann.
    2.) Ich habe einen Kalender, der in regelmäßig unregelmäßigen Abständen mit dem in meinem Handy oder jedem anderen Gerät, das sowas anbietet abgeglichen wird.) Zudem kann ich – wenn ich das möchte – bestimmte Ereignisse und Termine als öffentlich markieren und diese auf meiner Internetseite publizieren.)
    3.) Ich habe ein Telefonbuch, das ebenfalls…zentral verwaltet wird (schält sich da so langsam ein Muster heraus?) und das sowohl in meinem Festnetztelefon als auch in meinem Skypeanschluß als auch in jedem mobilen Telefoniergerät meiner Wahl aufrufbar ist.
    4.) Wenn ich neue Medien dazubekomme – die CD, die ich gekauft habe, die mp3s, die mir der Colahersteller schenkt, die Photos, die ich selbst geschossen habe – dann kann ich diese ebenfalls auf allen unterstützten Geräten benutzen. Ohne erst stundenlang Verschlüsselungssysteme knacken zu müssen.
    5.) Optional: wenn ich das technische Wissen habe, das man braucht um so etwas gefahrlos zu betreiben, kann ich all das u.U. auch über GPRS oder UMTS von unterwegs aus tun. Ich lade mir meine Daten auf mein Telefon/Laptop/Palm/Tablett, und niemand versucht mir dabei Steine in den Weg zu legen, auch nicht durch absurde Datentransferpreise.
    6.) Meine digitale Erreichbarkeit ist gleichgut oder vielleicht sogar besser als jetzt. Bedeutet: eMail, Chat, Skype, SMS von allen unterstützten Geräten.
    7.) Das einbinden von neuem Spielzeug in ein solches bestehendes System erfordert nicht, das ich all meine Infrastruktur umstelle. Das ist das wichtigste, und wahrscheinlich auch das utopischste an dieser Idee.
    Also ehrlich: das kann doch alles nicht soo schwer sein. Verlange ich zuviel? Vermutlich ja. Denn all das hat hauptsächlich mit _Kontrolle_ zu tun. Und das ist etwas, was dem Konsumenten wirklich niemand wirklich bieten will.

  2. Uffz, danke :)) Und: Full ack. Mein Spruch im letzten Jahr war auch häufiger „wir haben 2005, das kann doch nicht wahr sein“.