Wie wäre es mit einem Firmenalltags-Beichtblog?

Ursprüngliche Intention von Beissholz war es, ein Platz zu sein um Beißhölzer zu verkaufen (ich habe noch immer keine sinnige Auskunft über Versicherungen bez. Haftung beim Verkauf von Scherzartikeln gefunden), und ein Platz zu sein für die Dinge auf dieser Welt, die uns in eine Tischkante beissen lassen wollen.

Ich weiß nicht, wie lange ich die Domain schon hatte, aber ich habe sie schon bevor ich Blogs entdeckt habe. Als ich mit Blogs startete, schien es dann die passende Domain zu sein und war passenderweise vorhanden.

Bei all den gefeuerten Bloggern letzter Zeit – Mark Jen wahrscheinlich als letztes prominentes Opfer – gibt es einige, denen man zu recht vorwerfen kann, Grenzen überschritten zu haben, meistens sind es aber die Firmen, die es versäumen klare Richtlinien aufzustellen. Wenn sie denn überhaupt verstanden haben, was Internet ist. Geschweige denn Blogs. Im übrigen sind hier in erster Linie die PR-Leute gefragt, aber gleich an zweiter Stelle die Personaler.

Trotzdem geht es sicher vielen so wie mir, die in einer typischen deutschen Firma arbeiten – jeden Tag gibt es mehr oder minder witzige Dinge, die man am liebsten bloggen möchte, man blogt ja auch sonst ziemlich viel über seinen Alltag. Und die Szene mit dem Kollegen an dem Wasserspender, den er nicht … Die man dann aber doch nicht postet, weil der Rest Vernunft in der Stimme einem sagt „Aber sonst geht es noch?“.

Denn das Web ist groß und trotzdem Kleinkleckersdorf – und es vergißt nichts. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich überlege schon länger, ob ein Job-Beicht-Blog nicht sinnvoll wäre. Die beißholzsche Arbeitswelt, Business-Beißholz oder so. Moderiert und nur anonymisiert ohne Bezug auf Orte und Firmen. „Ich arbeite da bei dieser bekloppten klickibunti Firma in Walldorf“ ist eindeutig nicht anonym ;o) Nicht völlig offen wie das eingeschlafene Sex-Beichtblog, aber offen für jede Einsendung.

Ich hatte das gestern in meinem „Fired employees, superbowl ads and more“ erwähnt, und Thomas von der Sammelstelle hat sich schon angeboten mitzumoderieren. Was hält die verehrte Leserschaft von der Idee? 🙂

[Für die Menschen unter uns, die podcasts nicht als Teufelszeug erachten, könnte es dann auch eine Vertonung geben … ;)]

(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin dafür!
    Weil ich im eigenen Blog sozusagen schon verbrannt bin. Da kann ich nix berufliches mehr reinschreiben. Ein anonymer Brief an meinen Chef und das anschließende Gespräch mit ihm reicht mir.
    Und hier gibt es immer mal wieder schöne Storys…
    Es gibt glaube ich , nix schlimmeres für einen Blogger, wenn er eine gute Story hat und sie nicht veröffentlichen darf. 😉

  2. dat ging ja schnell… also ich bin feuer und flamme für das jobbeichtblog…sollten wir machen das. nicole (marketing) und meinereiner (pr) würden doch bestimmtfür großes aufsehen sorgen könnne – und dann eine tonversion a la openpodcast.org herausgeben…brauchen wir noch nen techniker für..

  3. Ich find die Idee auch super. Im eigenen Blog erzählt man dann halt doch viele Dinge nicht, weil sie mit der eigenen Person in Verbindung gebracht werden 😉