Yahoo / Reuters wollen ‚Leserbilder‘ übernehmen

Wie die NYT in „Have Camera Phone? Yahoo and Reuters Want You to Work for Their News Service“ berichtet wollen Yahoo und Reuters Bildmaterial von Lesern in deren Services einbinden. Kostenlos natürlich.

Starting tomorrow, the photos and videos submitted will be placed throughout Reuters.com and Yahoo News, the most popular news Web site in the United States, according to comScore MediaMetrix. Reuters said that it would also start to distribute some of the submissions next year to the thousands of print, online and broadcast media outlets that subscribe to its news service. Reuters said it hoped to develop a service devoted entirely to user-submitted photographs and video.

Die Photos sollen dabei nicht einfach blind übernommen werden, sondern ‚ausgewählt‘ werden.

Starting tomorrow, users will be able to upload photos and videos to a section of Yahoo called You Witness News (news.yahoo.com/page/youwitnessnews). All of the submissions will appear on Flickr or a similar site for video. Editors at both Reuters and Yahoo will review the submissions and select some to place on pages with relevant news articles, just as professional photographs and video clips are woven into their news sites today.

Die übliche Frage nach der Vergütung der Arbeit der neuen „Reporter“ und die damit einhergehenden Probleme wollen die beiden Firmen erst mal einfach lösen – auf dem kostenlosen Weg:

Users will not be paid for images displayed on the Yahoo and Reuters sites. But people whose photos or videos are selected for distribution to Reuters clients will receive a payment. Mr. Ahearn said the company had not yet figured out how to structure those payments. The basic payment may be relatively small, but he said Reuters was likely to pay more to people offering exclusive rights to images of major events. For now, no money is changing hands between Yahoo and Reuters, but if Reuters is able to create a separate news service with the user-created material, it will split the revenue with Yahoo.

Was auf den ersten Blick gut aussieht (kein Geld für online an deren Seite, aber für andere Verwertungen) ist meines Erachtens Augenwischerei – denn die wenigsten werden wiederverwertet werden und die meisten werden nur online angezeigt werden – auf der Seite von Yahoo und Reuters.

Sollte es einen besonderen Prozess geben, mit dem der Fotograph nachweisen kann, daß er häufiger ausgewählt wurde, mag er sich so vielleicht ein Portfolio bzw. ein wenig Referenz aufbauen. Ansonsten werden die Leser genauso ‚arbeiten‘ wie jetzt auch – Fotos werden wahrgenommen aber nicht wer sie eigentlich erstellt hat.

Gewinner? Yahoo und Reuters. Es wird die Attraktivität erhöhen – in Zukunft wird man eher diese Seiten besuchen als die eigene bisherige Zeitung, weil es auf Yahoo Fotos / Videos zu einer Story geben wird (und andere Seiten dafür zahlen müßten). Und je mehr Bildmaterial vorhanden ist, desto besser sehen Seiten aus und desto eher kann man Werbung schalten und daran verdienen.

Ein schlechtes Foto / Video ist besser als gar keines, und auch wenn ich daran glaube daß die Editoren sich bemühen werden – sie werden im Endeffekt lieber ein schlechtes Foto durchlassen als gar keines.

Die Bildzeitung ist wenigstens so ehrlich und zahlt 500 Euro für ein Bild. Wenn auch der Fokus auf ‚Paparazzi-Arbeit‘ liegt, der Yahoo / Reuters Service wird nicht viel anderes sein.

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(Dieser Text wurde aus einem alten Blogsystem importiert und kann Fehler ausweisen, sorry).

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hm, reuters, das waren doch die, die erst kürzlich (Libanonkrieg) zugeben mussten, ein photogeshopptes Foto veröffentlicht zu haben. In diesem Fall waere kein Foto besser gewesen.
    Wenn man solche Probleme mit der Qualitätssicherung haben ist das glaube ich keine gute Idee….